Lieferung nach Rußland - Rechnung an USA

Business-Frau und Geschäftsmann finden hier zusammen. Aber bitte nicht verwechseln, hier geht es nur ums Geschäft.
Antworten
GGR

Lieferung nach Rußland - Rechnung an USA

Beitrag von GGR »

Hallo,

Wir sind ein deutscher Hersteller für Fotozubehör.
Nach langem suchen haben wir endlich einen Partner in Rußland gefunden, der unsere Produkte vertreiben kann. Jetzt stellt sich folgende Situation:
Die Lieferung geht an ein Spediteuer in Finnland, die Rechnung soll an eine Firma in USA ausgestellt werden. Ist sowas normal?

Vielen Dank
GGR
Benutzeravatar
Hero 1964
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 531
Registriert: 30 Apr 2007, 00:24
Wohnort: Karlsruhe-Penza
Kontaktdaten:

Re: Lieferung nach Rußland - Rechnung an USA

Beitrag von Hero 1964 »

Hallo,
der Rechnungsteller (also in diesem Falle die Firma aus der USA) muss einen Vertrag mit dem Warenempfänger (russischer Vertrieb) machen. Nur so ist es möglich für den russischen Vertrieb die Ware einzuführen und zu bezahlen. Ansonsten ist es eigentlich egal wo der Rechnungssteller seinen Sitz hat, hauptsache die Ware wird korrekt in RUS eingeführt.

Aber vielleicht kannst du nochmals alles etwas genauer Schildern


Mod.: Hero, in diesem Unterforum erscheinen die Beiträge erst nach Freigabe, du hast dich bestimmt schon gewundert, warum du schreibst und schreibst und nichts passiert. Ich habe die anderen, gleichlautenden Beiträge deswegen nach der Freigabe des ersten gelöscht.
manuchka
Ты неси меня река : Расторгуев
r3ctox

Re: Lieferung nach Rußland - Rechnung an USA

Beitrag von r3ctox »

Ja, ist der Alltag hier ;)
Geht auch gerne über Litauen etc.

Matthias
Uwe
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 568
Registriert: 18 Apr 2005, 07:31
Wohnort: Nowosibirsk

Re: Lieferung nach Rußland - Rechnung an USA

Beitrag von Uwe »

Da wird ganz einfach der russische Zoll übers Ohr gehauen.
Die Verzollung ist in Russland sehr teuer, gerade bei kleineren Lieferungen. Zoll- und Mehrwertsteuersatz machen dann zusätzlich ca. 38% aus. Diese Kosten umgeht man gern.
Hier wird aus den USA bezahlt und die Ware nach Finnland geliefert. Von dort wird sie dann geschmuggelt oder der Zoll wird geschmiert.
Hierbei muss man bedenken, dass viele russische Firmen schwarz oder schwarz/weiß arbeiten. Außerdem hat der überwiegende Teil nicht zur Mehrwersteuer optiert.

Für Russland also ein ganz normaler Vorgang. :)
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
Benutzeravatar
RollBo
Grünschnabel
Beiträge: 11
Registriert: 08 Nov 2009, 17:42
Wohnort: Hamburg
Kontaktdaten:

Re: Lieferung nach Rußland - Rechnung an USA

Beitrag von RollBo »

GGR hat geschrieben:Hallo,

Wir sind ein deutscher Hersteller für Fotozubehör.
Nach langem suchen haben wir endlich einen Partner in Rußland gefunden, der unsere Produkte vertreiben kann. Jetzt stellt sich folgende Situation:
Die Lieferung geht an ein Spediteuer in Finnland, die Rechnung soll an eine Firma in USA ausgestellt werden. Ist sowas normal?

Vielen Dank
GGR
Absolut normal! Ungewöhnlich ist nur, dass die Rechnung soll an eine Firma in USA ausgestellt werden. Normalerweise Gibraltar, Farerinseln und andere Steuerparadise.
Uwe
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 568
Registriert: 18 Apr 2005, 07:31
Wohnort: Nowosibirsk

Re: Lieferung nach Rußland - Rechnung an USA

Beitrag von Uwe »

Ich vergaß zu erwähnen, das in Russland Vorkasse die überwiegende Zahlungsart ist.
Ein Auftrag ist nichts. Erst wenn das Geld auf dem Konto eingegangen ist, wird geliefert.

Es dauerte einige Zeit , bis ich mich an diese Handelsnuance gewöhnt hatte.
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
Benutzeravatar
manuchka
Tipp-Königin
Tipp-Königin
Beiträge: 7385
Registriert: 15 Mär 2005, 17:08
Wohnort: HH
Kontaktdaten:

Re: Lieferung nach Rußland - Rechnung an USA

Beitrag von manuchka »

Uwe, das ändert sich aber langsam - schon auch wegen Konkurrenzdruck kommen die Firmen jetzt langsam drauf, dass es ein Wettbewerbsvorteil sein kann, wenn man Zahlungsziele gewährt... deswegen kommt hier nun auch langsam Kreditversicherung in Mode.
Du erntest, was du säst.
Uwe
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 568
Registriert: 18 Apr 2005, 07:31
Wohnort: Nowosibirsk

Re: Lieferung nach Rußland - Rechnung an USA

Beitrag von Uwe »

Manu,
zwischen großen Firmen setzt sich das langsam durch. Aber im Bereich von mittleren und kleinen Firmen gilt das Motto:
"Erst Cash in die Täsch." Hier kommt hinzu, dass oft "gemischt" bezahlt wird.

Ich habe eine sehr große, russische Firma mit Milliardenumsätzen vetreten. Auch die wollten bei Auslandsaufträgen erst Geld, dann Ware. Letter of Credit war denen ein Fremdwort und wurde nicht akzeptiert. Natürlich kamen dann auch keine Aufträge.
Da wird noch sehr naiv operiert.
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
Benutzeravatar
Sibirier
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 5784
Registriert: 24 Mär 2004, 17:25
Wohnort: Ermolino Kalushskaya Oblast

Re: Lieferung nach Rußland - Rechnung an USA

Beitrag von Sibirier »

Also wir zahlen max. 50% Vorkasse. Diverse Ausgaben wie Anzeigenwerbung, Druckereien etc. nur nach Lieferung. Wenn der Lieferant darauf nicht eingeht, erhält er den Auftrag nicht.

Habe ich eine lange Zeit mit Debatten mit eigenen Arbeitnehmern gehabt. Aber es ist unsere Konzernregelung. 100% Vorkasse nur gegen Bankgarantie...

Jetzt ist darüber ganz selten noch mal eine Debatte....

Dadurch habe ich ebenfalls gleich erreicht, dass die Leistungsakten schneller zu uns kommen und wir den Monatsabschluss mit wenig Rückstellung für ausstehende Rechnungen machen....
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....
Antworten

Zurück zu „#Wirtschaftskontakte Deutsch-Russisch“