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Lieferung nach Rußland - Rechnung an USA
Verfasst: 05 Nov 2009, 15:24
von GGR
Hallo,
Wir sind ein deutscher Hersteller für Fotozubehör.
Nach langem suchen haben wir endlich einen Partner in Rußland gefunden, der unsere Produkte vertreiben kann. Jetzt stellt sich folgende Situation:
Die Lieferung geht an ein Spediteuer in Finnland, die Rechnung soll an eine Firma in USA ausgestellt werden. Ist sowas normal?
Vielen Dank
GGR
Re: Lieferung nach Rußland - Rechnung an USA
Verfasst: 05 Nov 2009, 18:47
von Hero 1964
Hallo,
der Rechnungsteller (also in diesem Falle die Firma aus der USA) muss einen Vertrag mit dem Warenempfänger (russischer Vertrieb) machen. Nur so ist es möglich für den russischen Vertrieb die Ware einzuführen und zu bezahlen. Ansonsten ist es eigentlich egal wo der Rechnungssteller seinen Sitz hat, hauptsache die Ware wird korrekt in RUS eingeführt.
Aber vielleicht kannst du nochmals alles etwas genauer Schildern
Mod.: Hero, in diesem Unterforum erscheinen die Beiträge erst nach Freigabe, du hast dich bestimmt schon gewundert, warum du schreibst und schreibst und nichts passiert. Ich habe die anderen, gleichlautenden Beiträge deswegen nach der Freigabe des ersten gelöscht.
manuchka
Re: Lieferung nach Rußland - Rechnung an USA
Verfasst: 05 Nov 2009, 20:47
von r3ctox
Ja, ist der Alltag hier

Geht auch gerne über Litauen etc.
Matthias
Re: Lieferung nach Rußland - Rechnung an USA
Verfasst: 08 Nov 2009, 13:29
von Uwe
Da wird ganz einfach der russische Zoll übers Ohr gehauen.
Die Verzollung ist in Russland sehr teuer, gerade bei kleineren Lieferungen. Zoll- und Mehrwertsteuersatz machen dann zusätzlich ca. 38% aus. Diese Kosten umgeht man gern.
Hier wird aus den USA bezahlt und die Ware nach Finnland geliefert. Von dort wird sie dann geschmuggelt oder der Zoll wird geschmiert.
Hierbei muss man bedenken, dass viele russische Firmen schwarz oder schwarz/weiß arbeiten. Außerdem hat der überwiegende Teil nicht zur Mehrwersteuer optiert.
Für Russland also ein ganz normaler Vorgang.

Re: Lieferung nach Rußland - Rechnung an USA
Verfasst: 10 Nov 2009, 16:50
von RollBo
GGR hat geschrieben:Hallo,
Wir sind ein deutscher Hersteller für Fotozubehör.
Nach langem suchen haben wir endlich einen Partner in Rußland gefunden, der unsere Produkte vertreiben kann. Jetzt stellt sich folgende Situation:
Die Lieferung geht an ein Spediteuer in Finnland, die Rechnung soll an eine Firma in USA ausgestellt werden. Ist sowas normal?
Vielen Dank
GGR
Absolut normal! Ungewöhnlich ist nur, dass die Rechnung soll an eine Firma in USA ausgestellt werden. Normalerweise Gibraltar, Farerinseln und andere Steuerparadise.
Re: Lieferung nach Rußland - Rechnung an USA
Verfasst: 11 Nov 2009, 23:14
von Uwe
Ich vergaß zu erwähnen, das in Russland Vorkasse die überwiegende Zahlungsart ist.
Ein Auftrag ist nichts. Erst wenn das Geld auf dem Konto eingegangen ist, wird geliefert.
Es dauerte einige Zeit , bis ich mich an diese Handelsnuance gewöhnt hatte.
Re: Lieferung nach Rußland - Rechnung an USA
Verfasst: 12 Nov 2009, 11:58
von manuchka
Uwe, das ändert sich aber langsam - schon auch wegen Konkurrenzdruck kommen die Firmen jetzt langsam drauf, dass es ein Wettbewerbsvorteil sein kann, wenn man Zahlungsziele gewährt... deswegen kommt hier nun auch langsam Kreditversicherung in Mode.
Re: Lieferung nach Rußland - Rechnung an USA
Verfasst: 12 Nov 2009, 12:31
von Uwe
Manu,
zwischen großen Firmen setzt sich das langsam durch. Aber im Bereich von mittleren und kleinen Firmen gilt das Motto:
"Erst Cash in die Täsch." Hier kommt hinzu, dass oft "gemischt" bezahlt wird.
Ich habe eine sehr große, russische Firma mit Milliardenumsätzen vetreten. Auch die wollten bei Auslandsaufträgen erst Geld, dann Ware. Letter of Credit war denen ein Fremdwort und wurde nicht akzeptiert. Natürlich kamen dann auch keine Aufträge.
Da wird noch sehr naiv operiert.
Re: Lieferung nach Rußland - Rechnung an USA
Verfasst: 12 Nov 2009, 13:53
von Sibirier
Also wir zahlen max. 50% Vorkasse. Diverse Ausgaben wie Anzeigenwerbung, Druckereien etc. nur nach Lieferung. Wenn der Lieferant darauf nicht eingeht, erhält er den Auftrag nicht.
Habe ich eine lange Zeit mit Debatten mit eigenen Arbeitnehmern gehabt. Aber es ist unsere Konzernregelung. 100% Vorkasse nur gegen Bankgarantie...
Jetzt ist darüber ganz selten noch mal eine Debatte....
Dadurch habe ich ebenfalls gleich erreicht, dass die Leistungsakten schneller zu uns kommen und wir den Monatsabschluss mit wenig Rückstellung für ausstehende Rechnungen machen....