Neugierige Frage zur Sprachausbildung Kinder

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domizil
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Neugierige Frage zur Sprachausbildung Kinder

Beitrag von domizil »

Aus Mangel an eigener Erfahrung habe ich eine neugierige Frage an die Forumteilnehmer die einen russischen Lebenspartner/russische Lebenspartnerin haben und gemeinsam Kinder aufziehen. Wie organisiert ihr die Sprachausbildung? Ich gehe davon aus das ihr interessiert seit das das Kind/die Kinder sowohl Deutsch wie auch Russisch lernen und möglichst perfekt, akzentfrei sprechen. Wie geht das in der Praxis im täglichen Familienleben vor sich.
Ich habe eine bekannte Familie. Die Frau ist Russin, spricht sehr gut deutsch, spricht aber mit dem Kind nur Russisch. Sie meint das ihr Deutsch natürlich fehlerhaft ist und sie dem Kind somit auch die Fehler übermittelt. Deshalb spricht sie mit dem Kind nur russisch. Dito der Vater. Der spricht mit dem Kind nur deutsch, weil ...
Es wäre sicher interessant zu erfahren wie das in den einzelnen Familien organisiert ist.
Uwe Niemeier
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Axel Henrich
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Re: Neugierige Frage zur Sprachausbildung Kinder

Beitrag von Axel Henrich »

domizil hat geschrieben:Die Frau ist Russin, spricht sehr gut deutsch, spricht aber mit dem Kind nur Russisch. Sie meint das ihr Deutsch natürlich fehlerhaft ist und sie dem Kind somit auch die Fehler übermittelt.
Da die Kinder sehr viel mehr Kontakt mit ihrer Umgebung haben, lernen (Kinder sowieso) sie sehr viel schneller und besser als von Muttern ;) Im Prinzip kann jeder seine Sprache sprechen, die Kinder kriegen das alles auf die Reihe.

-ah-
domizil
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Re: Neugierige Frage zur Sprachausbildung Kinder

Beitrag von domizil »

ja, das ist mir soweit klar, aber die Kinder sind ja in einer festen Umgebung wo entweder nur Deutsch oder nur Russisch gesprochen wird (je nachdem wo sie sich befinden - in Deutschland oder in Russland) und wie wird dann die zweite Sprache vermittelt ...
Uwe Niemeier
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Admix
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Re: Neugierige Frage zur Sprachausbildung Kinder

Beitrag von Admix »

Wir verhalten uns mit kleinen Ausnahmen genau so, wie Du das oben beschrieben hast. Meine Frau spricht mit unserem Sohn nur Russisch und ich mit ihm nur Deutsch. Anfangs (vor 6 Jahren), als meine Frau noch nicht so gut Deutsch sprechen konnte war dies ein bisschen problematisch, wenn wir zusammen waren. Da habe ich ab und zu auch mal gebrochenes Russisch gesprochen. Aber meine Frau war so vorausschauend, dass sie mich auf dieses Fehlverhalten hingewiesen hat.

Es wird den Kindern leichter gemacht beide Sprachen gut zu lernen, wenn jeweils eine Person "immer" nur in einer Sprache spricht. Später ist diese Trennung nicht mehr so wichtig, aber gerade in den ersten Jahren (bis 6 vielleicht) wird das Sprachverhalten sehr stark speziell mit einer Person verbunden.

Bei unserem Sohn hat es meiner Meinung nach bestens funktioniert. Ich würde es allen Eltern die auf eine entwickelte Sprachfähigkeit in beiden Sprachen wert legen empfehlen diese Trennung strikt einzuhalten.
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bella_b33
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Re: Neugierige Frage zur Sprachausbildung Kinder

Beitrag von bella_b33 »

Admix hat geschrieben:Meine Frau spricht mit unserem Sohn nur Russisch und ich mit ihm nur Deutsch.
Dito, ist bei uns genauso. Jetzt, wo er schon das erste Lebensjahr überschritten hat, merkt man auch, daß er beides versteht :).
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Dietrich
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Re: Neugierige Frage zur Sprachausbildung Kinder

Beitrag von Dietrich »

Admix hat geschrieben:Ich würde es allen Eltern die auf eine entwickelte Sprachfähigkeit in beiden Sprachen wert legen empfehlen diese Trennung strikt einzuhalten.
Ich habe mir damals, vor der Geburt unserer ersten Tochter dies Buch hier gekauft:
http://www.amazon.de/zwei-Sprachen-gro% ... 488&sr=8-2
was wohl so die "Bibel der zweisprachigen Erziehung" ist.

Da wird genau DAS, nämlich jeder in seiner Sprache und vor allem konsequent durchhalten als das Wichtigste herausgestellt.

Natürlich gibt es fast immer eine stärkere und eine schwächere Sprache und die Bereitschaft der Kinder, die Schwächere zu benutzen ist auch nicht immer so da. Aber alleine das Hören und Verstehen bringt es. Und wenn die Kinder dann im Urlaub sehen, dass man dort nur mit der "schwachen Sprache" weiterkommt, weil z.B. die Baba eben kein Deutsch versteht, dann klappt es plötzlich auch mit dem Sprechen.

Welche Sprache dann Mama und Papa untereinander sprechen, das ist recht egal. Wobei es natürlich günstiger ist, wenn dies vielleicht sogar die schwache Sprache ist, damit die Kinder sie einfach noch öfter hören.
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Re: Neugierige Frage zur Sprachausbildung Kinder

Beitrag von Aniki »

Machen wir genauso - ich spreche nur Deutsch mit dem Kleinen, mein Mann nur Russisch.

Aber ich häng mal eine Frage dran - wann hat euer zweisprachiges Kind denn angefangen, zu sprechen? Hat das viel länger gedauert, als bei einsprachigen Kindern (man hört eigentlich immer, dass es viel länger dauert, ist auch logisch). Unser kleiner Rudolf gibt mit seinen 8 Monaten außer EEEEE und BUUUUU eigentlich noch gar nichts Sprachähnliches von sich... Von einsprachigen Müttern mit gleichaltrigen Kindern hören wir imme, dass die Kleinen schon kräftig herumbrabbeln.
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Axel Henrich
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Re: Neugierige Frage zur Sprachausbildung Kinder

Beitrag von Axel Henrich »

domizil hat geschrieben:die Kinder sind ja in einer festen Umgebung wo entweder nur Deutsch oder nur Russisch gesprochen wird (je nachdem wo sie sich befinden - in Deutschland oder in Russland) und wie wird dann die zweite Sprache vermittelt
Wie ich schon schrieb, im Prinzip jeder seine Sprache. Die Krabben sprechen dann auch sogar mit jedem Elternteil in der jeweiligen Sprache. Etwas komplizierter wird es z.B. wenn man Umzieht, weil da auf die Krabben eine komplett andere Sprachumgebung zukommt, aber auch hier kommen juengere Kinder sehr viel besser mit zurecht. Juengere Kinder sind sehr viel schneller integriert, waehrend "aeltere" sich doch erst mal lieber mit gleichsprachigen abgeben und damit die Integration z.T. sogar stark verzoegern.
Ich hatte damals auf ein weiteres relativ gutes Angebot verzichtet, damit Kind zur Einschulung komplett in D startet. Zwei Monate vor Schulstart ganztags in den Kindergarten und es gab in der Kindtypischen Umgebung ueberhaupt keine Verstaendigungsschwierigkeiten mehr.
Was natuerlich fehlt und was man ohne entsprechende Vorarbeit auch kaum aufholen kann, ist das jeweils Landestypische, wie z.B. Maerchen, Kinderlieder, Reime ...

-ah-
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Re: Neugierige Frage zur Sprachausbildung Kinder

Beitrag von bella_b33 »

Aniki hat geschrieben:Unser kleiner Rudolf gibt mit seinen 8 Monaten außer EEEEE und BUUUUU eigentlich noch gar nichts Sprachähnliches von sich... Von einsprachigen Müttern mit gleichaltrigen Kindern hören wir imme, dass die Kleinen schon kräftig herumbrabbeln.
Ich würd mir da mit 8 Monaten keine Gedanken machen. Gibt immer welche die schneller sind bei einer Sache, dafür etwas Anderes erst später können. Unser Spatz ist jetzt gute 15 Monate und seit dem 10. Monat merkt man langsam, wie er mehr und mehr Worte findet. Das fing mit Mama, Papa/Baba an, Wauwau, buch(runterfallen) und viele kleine Wörtchen. Größtenteils ists aber auch noch unverständliches Gebrabbel bei Ihm
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Dietrich
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Re: Neugierige Frage zur Sprachausbildung Kinder

Beitrag von Dietrich »

Unsere Ältere fing recht spät an, die Kleine dann aber eigentlich eher früh.

Vielleicht verstärkt die Zweisprachigkeit eine vorhandene Tendenz, wenn das Kind vom Typ her mit der Sprache eher spät dran ist.
Aber Gedanken machen lohnt nicht. Und erst recht ist das kein Argument, um das Kind vor der Zweisprachigkeit "zu bewahren".

Meine Frau hat so eine (russische) Bekannte hier in Wiesbaden, die will mit ihrem Kind kein russisch sprechen will. "Braucht sie eh nicht", "Verwirrt sie nur.."
Ich hoffe, ihre Tochter sagt ihr später mal
"Danke" Mama, dass du mir die Möglichkeit vorenthalten hast, 2 Sprachen auf Muttersprachsniveau zu sprechen.
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