Immobilien Russland - Gesetze a la Deutschland

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domizil
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Immobilien Russland - Gesetze a la Deutschland

Beitrag von domizil »

Die Gesetzeslage zu Fragen "rund um die Immobilienwirtschaft" in Russland, nähert sich immer mehr den, mir aus Deutschland bekannten, gesetzlichen Bestimmungen an. Wir haben zur Rechtssicherheit auf dem Immobiliengebiet im Russland der letzten zehn Jahre riesige Schritte vorwärts gemacht. Der Erwerb einer Immobilie in Russland stellt nun (auch für einen Ausländer) kein wesentliches Risiko mehr dar. Nun werden weitere Gesetzesanpassungen vorbereitet.
1. Es ist geplant beim Kauf/Verkauf von Immobilien keine Cash-Zahlungen mehr zuzulassen. Alles was einen Preis von über 600.000 Rubel hat, darf nur noch über Bankkonten abgewickelt werden. Dies erhöht die Sicherheit für alle Beteiligten erheblich, denn die Frage der Bezahlung/Geldübergabe war bisher einer der größten Schwachpunkte bei der Abwicklung eines Immobiliengeschäftes.
2. Bisher war es der Maklerfirma überlassen das gesamte Immobiliengeschäft (Kauf/Verkauf) zu organisieren, Verträge zu erarbeiten und diese registrieren zu lassen. Der neue Gesetzentwurf sieht nun vor, die Gesamtverantwortung, genau wie in Deutschland, in die Hände von Notaren zu legen. Das verteuert den Immobilienhandel, bringt aber erheblich mehr Rechtssicherheit. Betrüger haben es zukünftig erheblich schwerer, die da gesetzlichen Möglichkeiten eines Notars bei weitem ausgeprägter sind als die einer Maklerfirma.
3. Die Steuerbehörden der RF unternehmen nun auch sehr aktive Schritte um der gängigen Praxis der Steuerverkürzung beim Immobilienverkauf Einhalt zu gebieten. Ich erinnere, das Immobilienverkäufe durch Residenten in Russland mit 13 Prozent besteuert werden (unter Beachtung des Freibetrages) wenn die Spekulationsfrist von drei Jahren noch nicht erreicht ist. Für Nichtresidenten gibt es keine Zeitbegrenzung und der Steuersatz beträgt 30 Prozent. Um die Steuerzahlungen nicht vorzunehmen oder zu verkürzen, werden in den Verkaufsverträgen häufig die Schätzwerte aus der technischen Gebäudedokumentatioon(BTI) genommen und der Differenzbetrag "im Briefumschlag" übergeben. Dem will nun die Steuerinspektion mit großer Phantasie und Initiative einen Riegel vorschieben.
Uwe Niemeier
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bella_b33
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Re: Immobilien Russland - Gesetze a la Deutschland

Beitrag von bella_b33 »

domizil hat geschrieben:die Frage der Bezahlung/Geldübergabe war bisher einer der größten Schwachpunkte bei der Abwicklung eines Immobiliengeschäftes
Oh ja, da stimm ich Dir zu! Wenn man mit nem Beutel voller Geld zur Baufirma fährt.....das ist schon ein sehr mulmiges Gefühl. Glücklicherweise konnte ich in der Bank das Geld ungestört im Seitenzimmer in aller Ruhe zählen und verpacken.
Wer sein Gewicht halten will, der muss auch mal grillen wenn er keinen Hunger hat!
Udo
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Re: Immobilien Russland - Gesetze a la Deutschland

Beitrag von Udo »

Also ich bin eigentlich gegen das griechisch/römische/altbabylonische Bodenrecht westlicher Prägung, bzw. Hemisphäre. Also kein Eigentum an Land überhaupt, um es vor jeglicher Spekulation zu schützen. Das hat aber nichts mit Kommunismus zu tun, eher im Gegenteil, es geht um die Optimierung der privatwirtschaftlichen Wirtschafts-Prozesse(Der Rubel muß rollen). Ich denke, der Staat sollte Land günstig verpachten um Wirtschaft und Zusammenleben der Bürger zu ermöglichen. In der westlichen Welt wird der Immobilienbesitz als Basis der Geldwirtschaft missbraucht. Die Gier ist aber stärker als jedes Bodenrecht und andere "Anker" des privat erzeugten Geldes. Am Ende muß der Staat, also der Bürger auf der Straße, doch die Banken mir unfassbaren Summen retten. Momentan bekämpfen die "Geistesgrößen" Schulden mit noch gigantischeren Schulden. Das ist der Fluch des Zinses-Zinses, mit allen negativen Konsequenzen danach.

Es gab in den 20-30 iger Jahren einen deutsch argentinischen Kaufmann mit Namen Silvio Gesell. Sein Buch heißt, "Die Natürliche Wirtschaftsordnung". Er konzipierte ein zinsloses Geldsystem und favorisierte auch die Abschaffung des privaten Bodenrechts.

http://de.wikipedia.org/wiki/Silvio_Gesell

Gesell schrieb 1918 an eine Berliner Zeitung): „Trotz des heiligen Versprechens der Völker, den Krieg für alle Zeiten zu ächten, trotz der Rufe der Millionen: „Nie wieder Krieg!“, entgegen all den Hoffnungen auf eine schöne Zukunft, muss ich sagen: WENN DAS HEUTIGE GELDSYSTEM, DIE ZINSWIRT-SCHAFT, BEIBEHALTEN WIRD, SO WAGE ICH ES, HEUTE (1918!) ZU BEHAUPTEN, DASS ES KEINE 25 JAHRE DAUERN WIRD, BIS WIR VOR EINEM NEUEN, NOCH FURCHTBAREREN KRIEG STEHEN!“

Einstein sagte zum Zins : "Die größte Erfindung des menschlichen Geistes???
Die Zinseszinsen!

Albert Einstein

"Ich erfreue mich an dem glänzenden Stil von Silvio Gesell. ... Die Schaffung eines Geldes, das sich nicht horten läßt, würde zur Bildung von Eigentum in anderer wesentlicherer Form führen".

Albert Einstein

Der englische Geldgott Prof. John Meynhard Keynes sagt über diesen Mann :Zitat

"Der Zweck von Gesells Buch als Ganzes kann als die Aufstellung eines antimarxistischen Sozialismus beschrieben werden, eine Reaktion gegen das laissez-faire, auf theoretischen Grundlagen aufgebaut, die von jenen von Marx grundverschieden sind. Ich glaube, daß die Zukunft mehr vom Geiste Gesells als von jenem von Marx lernen wird. Das Vorwort zu `Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld´ wird dem Leser, wenn er es nachschlägt, die moralische Höhe Gesells zeigen. Die Antwort auf den Marxismus ist nach meiner Ansicht auf den Linien dieses Vorwortes zu finden".

Ich denke, jeder mündige Bürger sollte sich einmal mit den Funktionsprinzipien der Geldschöpfung durch private Banken befassen.

Gruß Udo
Wie sagte Konfuzius:
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Re: Immobilien Russland - Gesetze a la Deutschland

Beitrag von Udo »

Nachtrag zum Bodenrecht.

Also man sollte vielleicht auch einmal daran erinnern, dass es das "westliche" Bodenrecht erst wieder seit ca. 200 Jahren gibt, also nach Napoleon. Allerdings konnte ich bis heute kaum in Erfahrung bringen, wer eigentlich die Feldzüge des Napoleon Bonaparte, von Gibraltar bis hinter Moskau bezahlt hat, und ob die gigantischen Summen auch als Grundschuld eingetragen waren. :shock: Aber in Kriegen wurde wohl immer in Gold bezahlt, es wäre trotzdem Interessant zu erfahren, wer die Goldgeber des Bonaparte eigentlich waren ?

Ansonsten schlägt sich schon der altgriechische Finanzreformer Solon(500 v. Ch.) mit den "Grundschulden" herum, es gelingt ihm um Haaresbreite, dass es damals nicht zum Bürgerkrieg kommt(er nimmt den Oligarchen und gibt den Landlosen, (das war bestimmt der Ur-Uropa von Karl Murx). Der Volksmund sagt sehr treffend, "Geld regiert die Welt", wir wissen es aber besser, es sind doch die gewählten Politiker. :D Also drehen wir uns seit Solon im Kreise! Immer weiter, bis........
Wie sagte Konfuzius:
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GIN
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Re: Immobilien Russland - Gesetze a la Deutschland

Beitrag von GIN »

Udo hat geschrieben:Nachtrag zum Bodenrecht.

Also man sollte vielleicht auch einmal daran erinnern, dass es das "westliche" Bodenrecht erst wieder seit ca. 200 Jahren gibt, also nach Napoleon. Allerdings konnte ich bis heute kaum in Erfahrung bringen, wer eigentlich die Feldzüge des Napoleon Bonaparte, von Gibraltar bis hinter Moskau bezahlt hat, und ob die gigantischen Summen auch als Grundschuld eingetragen waren. :shock: Aber in Kriegen wurde wohl immer in Gold bezahlt, es wäre trotzdem Interessant zu erfahren, wer die Goldgeber des Bonaparte eigentlich waren ?

Ansonsten schlägt sich schon der altgriechische Finanzreformer Solon(500 v. Ch.) mit den "Grundschulden" herum, es gelingt ihm um Haaresbreite, dass es damals nicht zum Bürgerkrieg kommt(er nimmt den Oligarchen und gibt den Landlosen, (das war bestimmt der Ur-Uropa von Karl Murx). Der Volksmund sagt sehr treffend, "Geld regiert die Welt", wir wissen es aber besser, es sind doch die gewählten Politiker. :D Also drehen wir uns seit Solon im Kreise! Immer weiter, bis........
Napoleon finanzierte seinen Haushalt mit dem Verkauf seiner Kolonien in Amerika und Indien, mit Plünderung der eroberten Schartztruen und Tributzahlungen von Staaten die oft "Kredite auf Papier" bezeichnet wurden. Er hinterliess einen ruinierten Staatshaushalt, das ProKopfeinkommen der Menschen in Paris erreichte erst 20 Jahre nach seinem Tod wieder den Level von 1789. Übrigens spielte Gold nicht so eine Rolle wie Silber, da 1806 die französische Staatsbank kein Gold mehr hatte und auf Silber umgestiegen wurde.... statuts fondamentaux
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GIN
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Re: Immobilien Russland - Gesetze a la Deutschland

Beitrag von GIN »

domizil hat geschrieben:Dem will nun die Steuerinspektion mit großer Phantasie und Initiative einen Riegel vorschieben.
Uwe Niemeier
Wieder einmal eine "Russische" Lösung. Schon wieder eine Möglichkeit für Beamte an einen Topf zu kommen. Wieso nicht einfach einmal das BTI an Marktpreise angleichen? und schon ist das Problem gelöst.
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Re: Immobilien Russland - Gesetze a la Deutschland

Beitrag von domizil »

GIN hat geschrieben:Wieso nicht einfach einmal das BTI an Marktpreise angleichen? und schon ist das Problem gelöst.
... und gerade das tut man jetzt. Die Reform ist in vollem Gange und wird schrittweise in den Regionen umgesetzt. Und bis das neue Immobilien-Besteuerungsgesetz voll greift gibt es jede Menge Bürger mit "Phantasie" und der Staat will jetzt eben stärker "mitphantasieren".
GIN hat geschrieben: Schon wieder eine Möglichkeit für Beamte an einen Topf zu kommen.
Nun paßt Russland seine Gesetzgebung auch auf diesem Gebiet sehr stark der deutschen Gesetzgebung und internationaler Praxis an - und gleich wird wieder kritisiert. Find ich nicht fair.
Uwe Niemeier
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Re: Immobilien Russland - Gesetze a la Deutschland

Beitrag von Udo »

...zuerst einmal meinen Dank für die Informationen zu den Finanztransaktionen des Bonaparte im Bezug auf seine Kriegsfinanzierung. Wenn der seine Kolonien in Indien und Amerika verkauft hat, dann doch wahrscheinlich an die Engländer ? Es leuchtet mir auch ein, dass Silber damals die größere Rolle gespielt hat, vielleicht wegen dem damaligen Chinahandel, denn der damalige chin. Kaiser bestand auf Bezahlung der Handelsgüter in Silber. In dieser Finanzdrehscheibe spielte auch Amerika eine bedeutende Rolle. Aus diesem Spiel heraus entwickelte sich dann die Opiumkriege der Engländer(1839-1860)

Aber um noch einmal auf den altgriechischen Finanzreformer Solon(500 vor Christus) zurück zu kommen.
Der schlug sich auch schon damals mit dem Boderecht herum, in logischer Folge brandmarkt später Aristoteles(384 v. Ch.) den Zins.

Zitat : Aristoteles ( griechischer Philosoph)

"Der Wucherer ist mit vollstem Recht verhasst, weil das Geld hier selbst die Quelle des Erwerbs, und nicht dazu gebraucht wird, wozu es erfunden ward. Denn für den Warenaustausch entstand es. Der Zins aber macht aus Geld mehr Geld. ...Der Zins aber ist Geld vom Geld, so das er von allen Erwerbszweigen der widernatürlichste ist."

Und auf diese beiden Philosophen(Solon, Aristoteles ) beruft sich der von mir oben benannte Geldreformer Silvio Gesell, den man keinesfalls mit dem finanzpolitischem Sprecher des Adolf Hitler, Gottfried Feder, verwechseln sollte. Das wäre so, als würde ich Marx und Mahatma Gandhi in einen Topf werfen.
Der Zins wird übrigens in allen Weltreligionen gebranntmarkt. Erst die katholische Borgiapäpste(1455) aus dem damaligen Norditalien führen den Zins über die Hintertür(Zinsverbot der Bibel) wieder ein. Mit Jakob Fugger(um 1485) schwabbt dieses negative Geld-Konstrukt über die Alpen.

Wer die Menschheitsgeschichte durch die Geldpolitische Brille betrachtet, der wird schnell feststellen, dass alle kaufmännischen Hochkulturen(also Reichtum durch Handel) letztendlich am Zins und dem Problem der Hortung(Verschatzung) zerbrochen sind.

Also warum um Gottes Willen, will Russland die selben Fehler machen wie zu Zeiten der Babylonier, des Griechen Solons, oder der Römer ?

Gruß Udo.
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Re: Immobilien Russland - Gesetze a la Deutschland

Beitrag von domizil »

Udo hat geschrieben:Also warum um Gottes Willen, will Russland die selben Fehler machen wie zu Zeiten der Babylonier, des Griechen Solons, oder der Römer ?
... als einfach gestrickter JungEuropäer mit nur sehr geringen Geschichtskenntnissen ist mir das alles zu sehr historisch für die Lösung einer praktischen Russlandfrage ... tschuldigung
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zimdriver
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Re: Immobilien Russland - Gesetze a la Deutschland

Beitrag von zimdriver »

domizil hat geschrieben:Die Gesetzeslage zu Fragen "rund um die Immobilienwirtschaft" in Russland, nähert sich immer mehr den, mir aus Deutschland bekannten, gesetzlichen Bestimmungen an. .....Für Nichtresidenten gibt es keine Zeitbegrenzung und der Steuersatz beträgt 30 Prozent. .....
30 % auf was? Verkaufspreis?
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