Scheidung in Russland

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!
tangoherz
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Scheidung in Russland

Beitrag von tangoherz »

Einen schönen Gruß in die interessierte Runde!
Es geht hier um das Thema russische Scheidung und um die damit verbundenen Kosten?
2010 haben wir, Russin aus Nowosobirsk und ich als deutscher Staatsbürger in Russland geheiratet.
Ein halbes Jahr später konnte sie schon in die BRD kommen. Aus verschiedenen Gründen ist die
Ehe gescheitert. Im Frühsommer ist sie sang- und klanglos nach Russland zurückgekehrt. Wahrscheinlich wird sie
nicht zurückkommen. Soweit ich infomiert bin, kann man sich auch über das russische Standesamt scheiden lassen.
Hat jemand diese Prozedur schon durchgeführt?
Sie meint die Scheidung kosten im russischen Standesamt € 400??
Ich habe hier gelesen, dass es nur 400 Rubel kosten soll?
Kann man es auch durchführen, ohne nach Russland zu fliegen?
Über die Anerkennung der russischen Dokumente hier weiß ich schon Bescheid.
Wer kann da noch Infos geben?
Bin dankbar für jede Info!
Viele Grüße Tangoherz
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manuchka
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Re: Scheidung in Russland

Beitrag von manuchka »

Ja, man kann sich in Russland über das Standesamt scheiden lassen, das geht relativ schnell, unkompliziert und billig. Wieviel es genau kostet, weiß ich nicht. Aber es müssen beide dort erscheinen. Sonst geht es nur übers Gericht.
Lies mal hier: http://www.forum.aktuell.ru/viewtopic.p ... 8&p=121924 da habe ich schon mal viel dazu geschrieben, und hier auch: http://www.forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=34&t=13219
Du erntest, was du säst.
tangoherz
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Re: Scheidung in Russland

Beitrag von tangoherz »

Vielen Dank Manuchka!
Natürlich hatte ich gehofft, dass es einfacher geht? Sprich: Sie schickt mir die von ihr unterschriebene russische Scheidungsurkunde zu.
Ich unterschreibe es und lasse es notariell beglaubigen und übersetzen - sende es zurück - Stempel darauf - wieder zurück dann damit
zum Verwaltungsgericht - so hatte ich es im Kopf? Wenn man sich nicht mehr so gut versteht, ist der Aufenthalt in Russland auch nicht
so toll? Auch wenn der Flug keine 500 € kostet. Mal sehen, wie das alles weitergeht?
Grüße vom Tangoherz
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manuchka
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Re: Scheidung in Russland

Beitrag von manuchka »

Gibt es keinen Punkt auf deiner Tastatur??? :lol: überall Fragezeichen...

Wie auch immer du es im Kopf hattest - ganz sooo einfach ist es nicht. Ohne Fleiß kein Preis. Das ist bei internationalen Hochzeiten so und bei Scheidungen eben auch.

PS: Die Scheidungsurkunde unterschreibt ihr nicht, die stellt das Standesamt oder wahlweise das Gericht aus.
Du erntest, was du säst.
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zimdriver
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Re: Scheidung in Russland

Beitrag von zimdriver »

tangoherz hat geschrieben:Vielen Dank Manuchka!
Natürlich hatte ich gehofft, dass es einfacher geht? Sprich: Sie schickt mir die von ihr unterschriebene russische Scheidungsurkunde zu.
Ich unterschreibe es und lasse es notariell beglaubigen und übersetzen - sende es zurück - Stempel darauf - wieder zurück dann damit
zum Verwaltungsgericht - so hatte ich es im Kopf? Wenn man sich nicht mehr so gut versteht, ist der Aufenthalt in Russland auch nicht
so toll? Auch wenn der Flug keine 500 € kostet. Mal sehen, wie das alles weitergeht?
Grüße vom Tangoherz
Hallo,
zwecks Relativierung kannst Du Dir mal erzählen lassen, wie eine Scheidung in Deutschland abläuft, sowohl zeit- als auch kostenmässig. Danach spielen ein Flugticket und 3 Tage in Russland keine Rolle mehr. Vielleicht läuft dann auch noch Die Eine Richtige über den Weg ...
tangoherz
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Re: Scheidung in Russland

Beitrag von tangoherz »

Hallo Zimdriver!

Von der Schreibweise ausgehend gehe ich davon aus, dass Du mich anscheinend für ziemlich naiv hälst?
Erst einmal bin ich keine 17,5 Jahre alt und wie sagt man so schön auf bayrisc h: "ich bin auch nicht auf der Brennsuppn dahergeschwommen" - natürlich ist mir schon seit Jahrzehnten klar, dass eine Scheidung in Deutschland - je nach Einkommen - erheblich mehr an Kosten, Zeit und Aufwand beinhaltet. Mir ging es nur darum, dass schon seine Gründe hat, wenn man auseinandergeht - und deshalb ist man froh, wenn man sich möglichst wenig über den Weg läuft. Und was den Kommentar betrifft: "da läuft einem die Eine Richtige über den Weg" - ich weiß nicht, ob das ironisch oder zynisch gemeint ist??
Vielleicht war ich damals wirklich ein naiver Idealist? Und gerade nach so einem "Ende der Täuschung" hat man erst mal genug von selchen Geschichten.
Ich hatte hier sachliche Fragen gestellt und hatte gehofft, dass möglichst keine süffisianten Kommentare darauf folgen mögen?
Wenn Du also schon länger in Russland gewesen sein solltest und mir Infos über die familienrechtlichen Verfahrensweisen geben kannst
wäre mir viel mehr geholfen
Danke
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manuchka
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Re: Scheidung in Russland

Beitrag von manuchka »

tangoherz, ich halte dich nicht für naiv, aber deine Vorstellungen von einer Blitzscheidung gehen schon ein wenig in die Richtung. Ja, ist klar, dass man eine gescheiterte Ehe möglichst schnell und ohne große Berührungspunkte mit dem/der Ex-Liebsten beenden möchte. Eine Reise nach RUS muss ja nicht bedeuten, dass du großen Kontakt zu deiner EX haben musst. Anreise, Termin beim Standesamt, Rückreise. Musst nicht mal übernachten. Die Scheidungsurkunde musst halt dann noch irgendwie mit Apostille zu dir, aber dafür kannst du jemanden bevollmächtigen.
Die familienrechtlichen Vorschriften, nach denen du den zimdriver nochmals gefragt hast, findest du von mir zusammengefasst in den verlinkten Beiträgen. Da steht eh, wie es einfach im Standesamt und komplizierter, auch in Abwesenheit, per Gericht funktioniert. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Wir beide, also der zimdriver und ich, sind der Meinung, dass die standesamtliche Scheidung eh schon eine maximal günstige, schnelle und unkomplizierte Variante ist, die das russische Familienrecht anbietet und die man im dt. Recht nicht kennt. NOCH einfacher, schneller und billiger geht es nicht.
Du erntest, was du säst.
tangoherz
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Re: Scheidung in Russland

Beitrag von tangoherz »

Vielen Dank Manuschka für die weitere Beschreibung!
Ich war insgesamt vier mal in Novosibirk und einmal in Moskau. Für jemanden der fast gar kein russisch spricht waren die damaligen Besuche schon interessant.
Damals wurde man von den Freunden und den 'Verwandten der russischen Familie unterstützt. Und dies war sehr wichtig. Wenn ich nach Novosibirsk fliegen sollte, muss ich mir andere Unterstützung holen. Ich weiß nicht, ob meine "Ex" mir da entgegen kommen wird? Ich habe eher das Gefühl, dass sie noch weiter verheiratet bleiben möchte. Zum Thema Naivität - viele von aus meinem Bekannten- und Verwandtenkreis haben mir damals abgeraten, mit der Begründung, dass diese Ehe für Sie nur ein Sprungbrett ist um in der BRD zu landen. Ich wollte es nicht wahrhaben und es hat sich tatsächlich dahingehend entwickelt.
Wobei große Fehler waren - und dass schreibe ich jetzt hier bewußt, öffentlich in diesen Forumbeitrag: mann muss genügend Geld haben und man muss genügend
Zeit haben! Geld um möglichst oft hin- und herzufliegen. Zeit, um russisch zu lernen und um sich wirklich längere Zeit auf die russische Lebenskultur einzulassen!
Das Fatale ist - es gibt nur visabegrenzte Besuchszeiten und so wird man irgendwie unter Druck gesetzt. Hier heiraten die wenigsten Partner nach nur ein paar Wochen oder Monaten ihrer Beziehungszeit. Bedingt durch die politischen bedingten Eingrenzungen passiert dies aber oft so bei bilateralen Beziehungen - gerade auch was Russland betrifft. Ein Bekannter von mir hat es über Arbeitsvisa geschafft, länger in Russland zu bleiben, die Sprache zu lernen und mit seiner russischen Freundin dort auch zu leben. Alles andere ist reines Risiko - und zwar 50 zu 50! Wenn man es ganz brachial runterbricht passiert auf dieser Ebene folgendes: der deutsche Mann der beziehungsmäßig genervt ist sucht sich eine Frau aus "dem Osten" die doch glücklich sein muss, in den "tollen Westen" zu kommen. Die Frau macht da mit, weil sie sich mehr Chancen erhofft. Klischee? Nicht nur! Das sind zum Teil meine Erfahrungen. Wobei sich die deutschen Männer in Acht nehmen sollten, denn russische Frauen können noch um einiges mehr an Power, Erfindungsreichtum und Eigenständigkeit aufweisen, weil sie es lernen mussten unter härtesten Bedingungen ihre "Frau zu stehen". Man soll mich hier auf keinen Fall falsch verstehen - ich will nicht abwerten für mich sind die Länder östlich der Oder die interessantesten der Welt - und ich habe auch polnisch/russisches Blut in mir. Aber die Lebensformen
dort und hier sind so dermaßen unterschiedlich - da ist eine "Kurz-Vermählung", weil es halt so sein muss, tatsäschlich "russisches Roulett". Mich würde mal interessieren, wieviele von den kurz zusammengewürfelten Beziehungen es wirlklich geschafft haben länger zu bestehen. Tatsache ist, dass mich dieser
"Fehlschlag" nicht nur persönlich tief getroffen hat, sondern auch materiell - ich werde lange Zeit brauchen, um dies auszugleichen - und dies betrifft nicht nur mich sondern auch sie! Abgesehen davon würde ich natürlich gerne wieder gen Osten mich aufmachen - mir ist viel vom Altai und vom Baikalsee erzählt worden. Ich hoffe, dass dieser Beitrag richtig aufgenommen wird - denn er ist ehrlich geschrieben und gemeint.
Viele Grüße Tangoherz
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zimdriver
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Re: Scheidung in Russland

Beitrag von zimdriver »

tangoherz,
ich wollte Dir nicht zu nahe treten, da ich in gewisser Weise ähnliche Erfahrungen machen durfte. Das russische Familienrecht ist sehr viel unkomplizierter als das deutsche, wenn ich von meinem privaten Wissensstand ausgehe. Von Versorgungsausgleichsberechnungen habe ich hier noch nie gehört, die Düsseldorfer Tabelle ist unbekannt, eine Scheidung ist ungleich schneller vollzogen.
Diese relativ problemlose Abwicklung würde ich vorziehen, um den materiellen und vor allem seelischen Verlust nicht durch teure Rechtsanwälte und mögliche Verhandlungen vor deutschen Gerichten noch zu steigern.
Gruss aus Moskau
Magdeburg-Moskva
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Re: Scheidung in Russland

Beitrag von Magdeburg-Moskva »

Wenn es um Novosib geht, hol dir doch mal die Rechtsanwalts- und Dolmetscherliste vom dt. Konsulat dort. Denn ganz ohne RA und Dolm. würde ich mich nicht auf eine - sei sie auch noch so einfach - Scheidung einlassen.
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