KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 45-2012

Ausrichterstadt der Fußballweltmeisterschaft 2018
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domizil
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KALININGRADER WOCHENBLATT Nr. 45-2012

Beitrag von domizil »

Stadt- und Gebietsportal Kaliningrad im RusslandForum
Kaliningrad – Stadt mit deutscher Geschichte und russischer Zukunft
Wöchentliche Kurznachrichten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
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AUSRICHTERSTADT DER FUSSBALL - WELTMEISTERSCHAFT 2018
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Kaliningrad ist im Rating der am besten organisierten Städte auf Platz 12 gestiegen. Im vergangenen Jahr hatte Kaliningrad noch Platz 28 inne. Den ersten Platz im Rating belegte Krasnodar, gefolgt von Ufa und Surgut. Moskau und St. Petersburg belegten den siebten und zehnten Platz.
Quelle: http://rugrad.eu/news/553414/

Im Kaliningrader Straßenbahndepot ist die Instandsetzung einer deutschen Straßenbahn aus dem Jahre 1963 abgeschlossen worden. Am 11.11.2012 beginnt die Straßenbahn als Museumsbahn ihr zweites Leben. Die in blauer Farbe gehaltene Straßenbahn wird vermutlich eine rote deutsche Schwester im kommenden Jahr erhalten.
Quelle: http://www.klops.ru/news/Kraevedenie/61 ... Djvag.html

Im Kaliningrader Gebiet arbeiten zum jetzigen Zeitpunkt rund 14.000 ausländische Arbeitskräfte. Damit lastet Kaliningrad die zur Verfügung gestellte Quote von 15.000 Plätzen nicht aus.
Quelle: http://www.newkaliningrad.ru/news/econo ... chikh.html

Nach Meinung von Kaliningrader Geschäftsleuten, wird das seit 2006 existierende staatliche Programm der Rückübersiedler nur durch Rentner genutzt. Im Gegensatz hierzu informierte der Leiter des Kaliningrader Migrationsdienst, dass von den 150.000 Rückübersiedlern die in diesem Zeitraum nach Kaliningrad gekommen sind, rund 90 Prozent im Alter zwischen 35 – 45 Jahre und 5-10 Prozent älter als 55 sind. Kritik wurde seitens der Kaliningrader Geschäftsleute auch an der professionellen Qualität der Übersiedler geübt.
Quelle: http://www.klops.ru/news/Obschestvo/614 ... onery.html

Vieles entwickelt sich in Kaliningrad. So auch die Staus auf den Straßen, die sich in den vergangen zwölf Monaten verdoppelt haben. Im Januar 2011 wurde eine Gesamtstaulänge von 20 km gemessen. Im Januar 2012 waren es schon 40 km und im Oktober wurden 80 km Staulänge gemessen. Die größten Staus finden wir auf dem Moskauer Prospekt.
Quelle: http://www.klops.ru/avto_news/news/6147 ... -raza.html

In Kaliningrad wird der Bau einer ersten Straße für Fahrradfahrer geplant. Die Straße soll sich auf einer Länge von rund 1,6 km entlang der Eisenbahnlinie und parallel zur bereits existierenden Straße D. Donskowo (Regierungsstraße) erstrecken und soll bis 2014 fertiggestellt werden .
Quelle: http://www.klops.ru/avto_news/news/6147 ... oroga.html

Kaliningrader Vertreter in der Staatsduma haben ein Gesetzprojekt eingebracht, welches Investoren und Residenten der „Freien Wirtschaftszone Kaliningrad“ auch nach 2016 in ihren Rechten und Privilegien schützen soll. Das Jahr 2016 ist ein Schlüsseljahr für die Sonderwirtschaftszone. Zu diesem Zeitpunkt müssen im Rahmen des erfolgten Beitritts Russlands zur WTO diese Sonderzonen abgeschafft werden. Wenn bis dahin kein neues Wirtschaftskonzept für Kaliningrad gefunden wird, zeichnen Kaliningrader Wirtschaftspezialisten ein düsteres Bild für Kaliningrad.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/23561-v ... oj-oblasti

15,8 Mrd. Rubel (395 Mio. Euro) wird vermutlich der Bau des Stadions zur Fussball-Weltmeisterschaft 2018 in Kaliningrad kosten. Die Kosten sind deshalb so exorbitant hoch, weil ein sehr schwieriges, versumpftes Baugelände ausgewählt wurde und die gesamte Infrastruktur neu entwickelt werden muß.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/23574-p ... lrd-rublej

Nun endlich haben auch die staatlichen russischen Organe festgestellt, dass es entlang der russisch-polnischen Grenze illegale Handelsstrukturen gibt. So wurde jetzt ein Geschäft für den illegalen Verkauf von Zigaretten, Alkohol und Benzin „entdeckt“ und geschlossen. Die dort vorhandene Ware wurde zur Qualitätsanalyse in die entsprechenden Labore übersandt. Die Verkaufspreise waren in ausländischer Valuta ausgezeichnet.
Quelle: http://www.klops.ru/news/Ne-parkujsja-k ... etami.html

Im nachfolgenden Link einige herbstliche Fotos aus dem Königsberger Kaliningrad. Es ist für mich immer wieder beeindruckend, wie Liebhaber der Fotografie mehrere Themen, mehrere Motive in einer Fotografie vereinen können.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/23577-o ... iningradru
Das Handelsvolumen Litauens mit dem Kaliningrader Gebiet ist in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 16,6 Prozent gestiegen und erreichte 200 Mio. USD. Der Export Kaliningrader Waren nach Litauen betrug 82 Mio. USD und der Import aus Litauen auf 119 Mio. USD. 138 Firmen mit litauischer Beteiligung sind im Kaliningrader Gebiet registriert. Der Investitionsumfang beläuft sich auf 17 Mio. USD.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/23581-t ... ros-na-166

Die Kaliningrader Schiffswerft „Jantar“ hat das zweite von insgesamt drei Kriegsschiffen an die indischen Seekriegsstreitkräfte ausgeliefert. Die Zusammenarbeit mit Indien auf diesem Gebiet begann bereits im Jahre 2006, wo durch St. Petersburger Werften die ersten Bestellungen abgearbeitet wurden. Das letzte Schiff wird nun im Jahre 2013 durch die Kaliningrader an Indien ausgeliefert.
Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/23582-z ... 94-kolchan

Uwe Niemeier

Kaliningrad: Thema der Woche

An dieser Stelle wird durch mich ein Kaliningrader Thema etwas ausführlicher dargestellt oder kommentiert. Weitere Kommentare zu Kaliningrad finden Sie auch in meinem BLOG „… mit deutschem Akzent“ – im Bemühen, wöchentlich einen neuen Beitrag zu schreiben.

http://www.blog.aktuell.ru/category/kal ... em-akzent/

Sonderwirtschaftszone Kaliningrad – ein Begriff mit dem sich unser Gebiet schon seit den 90-er Jahren schmückt. Viele Erwartungen waren mit diesem Begriff verknüpft. Man träumte von einem „Hongkong“ in Russland. Zu diesem Zeitpunkt waren in Kaliningrad aber anscheinend ökonomisch wenig qualifizierte Kräfte am Ruder und deshalb passierte defacto nichts. Es blieb ein „Papier-Begriff“.

Dann wurde das Gesetz zur Sonderwirtschaftszone modifiziert und irgendwie kam Bewegung in die Sache. Nicht viel, aber immerhin. Interessierte konnten sich als Teilnehmer an der Sonderwirtschaftszone bewerben. Um „Resident“ der Sonderwirtschaftszone zu werden brauchte man nicht viel: Nur 5 Mio. USD zu investieren und einen gewissen Wertschöpfungsprozess in Kaliningrad stattfinden zu lassen. Wenn man das alles umsetzte, bekam man für die ersten fünf Jahre völlige Steuerbefreiung und auch Zölle und Gebühren verringerten sich auf ein Minimum. Und für weitere fünf Jahre dann nochmal erhebliche Steuer- und Zollerleichterungen.

Ich kenne die Zahlen jetzt nicht so genau, denn die Sonderwirtschaftszone war für mich irgendwie niemals real. Ich glaube es gibt weniger als 60 Residenten. Gut, wer verfügt denn schon mal locker über 5 Mio. USD und wenn er darüber verfügt, wer ist dann schon bereit, diese in Russland, und noch dazu in Kaliningrad zu investieren – wo man doch immer so viel Negatives von dieser russischen Enklave hört.

Bevor das modifizierte Gesetz in Kraft trat, wurde heftig über die Formulierung der Bedingungen gestritten. Viele waren der Ansicht, dass eine Investitionssumme von 5 Mio. USD zu hoch ist. Man hörte nicht auf diese Zweifler. Die Zweifler haben aber Recht behalten. Oder auch nicht? Vielleicht hatte man die Finanzplanke extra so hoch gesetzt um keinen massenhaften Zulauf von in- und ausländischen Investoren nach Kaliningrad zu „provozieren?“ Das hätte natürlich „gewisse organisatorische Probleme“ gegeben. Aber andererseits hätte man heute vielleicht schon ein ganz anderes Kaliningrad und das Gebiet müsste nicht jedes Jahr regelmäßig bei der Zentralregierung in Moskau um finanzielle Zuschüsse betteln.

Na gut, nun läuft im Jahre 2016 diese Sondervereinbarung aus. Es gibt Übergangsregelungen die von Anfang an vorgesehen waren, für den Fall, dass es keine Verlängerung der Sonderwirtschaftszone gibt. Und die kann es nun auch nicht mehr geben, da mit dem Beitritt Russlands zur WTO es keine dieser Zonen mehr geben darf. Das wiederum bedeutet, dass man sich in Kaliningrad etwas einfallen lassen muss, wie es denn nach 2016 weitergehen soll. Es war also bisher schon schwierig Investoren nach Kaliningrad zu locken, die bereit waren geopolitische Schwierigkeiten in Kauf zu nehmen, wenn es dafür finanzielle Vorteile gibt. Wenn es also keine weiteren Vorteile gibt – tja, was dann?

Die generell richtigen Schlussfolgerungen aus der Vergangenheit wurden – so glaube ich – getätigt. Es wird in der öffentlichen Diskussion nicht mehr von Industrieproduktion und Vergünstigungen gesprochen – insbesondere da Putin schon immer klargemacht hat, das er gegen jedwede Vergünstigungen oder Sonderbehandlungen irgendwelcher Regionen ist. Also muss man sich in Kaliningrad mit anderen, mehr irdischen Dingen beschäftigen. Das „Monster Avtotor“ (ein Resident) richtet seine Tätigkeit schon jetzt neu aus, setzt altbewährtes fort und ergänzt dies durch neue Gedanken. Man schaut auf die IT-Branche, also Dienstleistung, man schaut in Richtung Tourismus (mit schwer nachvollziehbaren Vorstellungen), man will die Landwirtschaft ankurbeln (Ostpreußen war die Kornkammer Deutschlands … ), man entwickelt Vorstellungen Kaliningrad zu einen europäischen Kongresszentrum zu entwickeln. An sich alles gute Gedanken, die sich einbetten lassen in die Arbeiten, die bis zum Beginn der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 in Kaliningrad umzusetzen sind.

Und Kaliningrad muss sich weiterentwickeln. Wir haben in Pionersk die Residenz des Präsidenten bzw. der Regierung. Viele internationale Treffen, die bisher in Moskau stattfanden, sollen zukünftig in Kaliningrad stattfinden. Und was macht das für einen Eindruck, wenn der Papst, Obama und … ach, ja, Frau Merkel zu uns nach Kaliningrad kommen und nur Elend und Unzufriedenheit sehen?
Quelle: Eigenkommentar
Uwe Niemeier
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