Mit dem Kanu durch die sibirische Wildnis
Walter Dick stammt selbst aus Jakutien. Mit Frau und Tochter lebte er in Murbaj, wo er beim staatlichen geologischen Dienst in der Erkundung und Vermessung der Taiga tätig war. Seinen Traumberuf musste er aufgeben, als nach der Peristroika der Kapitalismus Einzug hielt. So folgte die russlanddeutsche Familie ihren Verwandten nach Deutschland.
Von Anfang an plagte den Familienvater die Sehnsucht nach den Weiten Sibiriens. »Viel zu hektisch« sei es ihm hier, zu viele Häuser und zu viele Menschen. Auf der Suche nach einer ruhigen Angelstelle lief ihm am Rursee Hans Laufenberg über den Weg. Über die gemeinsame Leidenschaft des Paddelns wuchs schnell die Idee, Touren in die Taiga zu organisieren. So investierte Walter Dick die gesamten Ersparnisse in den Kauf von acht Kajaks und sechs Kanadiern und machte sich gemeinsam mit seinem neuen Freund auf, die Boote mit einem Jeep durch das Russische Uralgebiet nach Mirny zu befördern.
Auch für 2013 ist wieder eine Kanu-Tour durch Sibirien geplant. Vom 2. bis zum 30. August würde Walter Dick gerne den Alakit, einen Nebenfluss des Olenjok, über 500 Kilometer befahren. Rund 3.500 Euro kostet die Reise aufgrund der hohen Transportkosten. Allein der Hubschrauberflug schlägt mit 16.000 Euro auf. Der Euskirchener organisiert die Touren in seiner Urlaubszeit aus reiner Sehnsucht. Für ihn ergibt sich am Ende lediglich der Selbstkostenbeitrag, denn alleine könnte er sich die Fahrten nach Sibirien nicht leisten.
-ah-