Magdeburg-Moskva hat geschrieben:Stellt euch mal vor, die beeidigten Übersetzer spielen das Kostendrückespiel nicht mit und gehen einfach nicht übersetzen/dolmetschen. Dann haben unsere ausländischen Mitbürger ein Problem, Jusitz, Polizei, Staatsanwaltschaft auch.
Dann sollten die das tun. Nennt sich Streik und hat schon in anderen Branchen nennenswerte Lohnzuwächse gebracht. Nur muss man sich dazu einig sein. Solange es immer genug gibt, die das Spiel mitmachen, ändert sich das nicht.
Das die Justiz/Polizei/Staatsanwaltschaft nur so viel zahlt wie sie unbedingt müssen... das nennt man Marktwirtschaft und das ist denen nicht zu verübeln. Da helfen auch keine Petitionen, sondern nur knallharter Streik. Wenn die Polizei für 55€ niemanden findet, dann müssen sie einen für 75€ nehmen. Und nur dann werden sie das auch tun. Und dann werden auch solche Gebührenordnungen angepasst. Aber solange es immer noch zugelassene Übersetzer gibt, die nicht mitmachen und denen 55€ reichen, solange müssen die anderen eben anders kalkulieren oder sich einen anderen Beruf suchen.
Die Stundenlöhne für Buchhalter, Lagerarbeiter, Amazon-Packer oder Informatiker ergeben sich auch aus Angebot und Nachfrage.... wieso sollte das bei Übersetzern anders sein?
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)