Ich war einmal in ... Kaliningrad - Kaptl. 2 und 3

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boldy
Grünschnabel
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Ich war einmal in ... Kaliningrad - Kaptl. 2 und 3

Beitrag von boldy »

Am Anfang

1987 fanden wir eine Meldekarte meines Vaters mit einem anderen Geburtsdatum und auch ein anderer Geburtsort wurde dort benannt. Meine Mutter äußerte sich in Andeutungen kurz vor Ihrem Tod, das etwas mit seinem Geburtsdaten nicht stimmt. Ich hatte 1995 eben nicht nur Verschollen Kunstschätze als Anlaß zu forschen, sondern auch Zweifel generell an die Person. Der Zeitabstand von 1987 – 1995 war auf der einen Seite bestimmt richtig, erst Jahre später damit zu beginnen, auf der anderen Seite stellte ich aber auch schnell fest, der Zeitpunkt war schon fast zu spät, weil noch lebende Zeitzeugen jeden Tag sterben können, diese Zeugen sind alle schon über 80 Jahre alt. Trotzdem, ich bin immerhin angefangen, und heute nach 4 Jahren mit meiner Untersuchung auch schon fertig.
Ich sammelte also Informationen bei Behörden, Dienststellen, Heimatverbänden, bei diversen Personen und Augenzeugen. Sehr oft erwähnte ich den Namen meines Vaters gar nicht, geschweige denn das Wort Bernsteinzimmer. Besser kam ich an Infos, wenn ich meine Fragen damit begründete, ich beginne eine Familienforschung, und hätte noch einige Fragen mehr. Bei Telefonrecherchen passierte es dann doch gelegentlich meinen Vater zu erwähnen auch im Zusammenhang mit dem verschollenen Bernsteinzimmers, oder über Mutmaßungen über seine Zusammenarbeit mit der Organisation `Fremde Heere Ost `. Und dann wunderte ich mich auch nicht, wenn dort am Telefon gleich gegrunzt wurde: Was wollen Sie denn noch?
Iß ja doll "Fremde Heere Ost" iß ja doll. und andere kurze Bemerkungen.

Ich sagte mir dann, kann passieren, gehe taktisch vor, versuche die Information zu bekommen, um die es dir geht. Es ging mir darum Widersprüche eindeutig zu klären, es gab viele. Dieser Mensch, mein Vater, häufte im Laufe seines Lebens solche Fülle von Korrespondenz, Berichte, Dokumente und auch Behauptungen über den Kunstraub des 2. Weltkrieges an, das ich schon 1987 froh war, das sein gesamter Nachlaß darüber gleich nach seinem Tod nach Liechtenstein ging, und von dort nach Rußland. Ich bewahre heute in meiner Wohnung nur noch 3 Aktenordner auf.
Also begann ich mit meiner Familienforschung eigentlich mit fast gar nichts. Einige Geschichten, die er uns erzählte, einige Familienunterlagen, da mal ein Zettel, und dort eine Karteikarte. Das was ich dann aber so nach und nach ermitteln konnte, eben durch ständiges Nachfragen, ja da kann ich heute immerhin auch an Hand von Dokumenten die andere dunkle verborgene Seite meines Vaters teilweise aufzeigen. Alles läßt sich nach über 50 Jahren nicht mehr eindeutig aufklären, aber darum ging es mir auch nicht. Ich forschte nämlich nicht im Auftrag für jemanden, oder meinetwegen für Geld. Mich interessierte daran ob ich noch Geheimnisse aufklären kann, kann ich möglicherweise Fragen beantworten, an denen andere bisher scheiterten.
Und meine Antwort heute lautet: Wenigstens einige Fragen kann ich beantworten.
Auch die Frage "Wo befindet sich das Bernsteinzimmer, oder was ist damit passiert?“


Doch auch diese Frage werde ich beantworten. Habe ich schon seit 1997 beantwortet.
Es befindet sich in ca. 36 Meter Tiefe in einem Bergwerkstollen der ANNA GRUBE bei Palmnicken im ehemaligen Ostpreußen, auf dem Kaliningrader Gebiet, und das gehört heute zu Rußland.
Im April 1996 schrieb ich erst einmal alles auf, was ich bis dahin so ermitteln konnte. Eine Menge Aussagen stimmen, aber ich muß mich auch korrigieren. Ich war gegenüber einigen Personen etwas arg voreilig, es wäre besser gewesen mein Maul zu halten, erst ganz am Ende etwas zu erzählen.
Und das Ende wird sein, eine Untersuchung an der Stelle die ich 1997 den Russischen Behörden benannt habe.

Im Herbst 1995 traf ich in Berlin Richard Deutschman, gebürtig aus Grünhain/ Ostpreußen. Ich bekam die Information über ihn von Ostpreußischen Heimatverbänden. Bevor ich Richard in Berlin besuchte, bekam ich Post von ihm. In seinem Brief erwähnte er, das noch eine Kusine aus der Familie Stein leben würde. Mir war keine Kusine bekannt. Bevor ich also mit dieser Frau Kontakt aufnahm, besuchte ich also in Berlin einen alten Ostpreußen, gerade wohl noch rechtzeitig, denn Richard Deutschmann verstarb im Jahr 99. Also, dieser Besuch hatte sich nun wirklich gelohnt, bewahrte er doch in seiner Wohnung viele Dokumente und Unterlagen auf über ein Ostpreußisches Dorf im Kreis Wehlau, das Dorf Grünhain. Aus Familiendokumenten, meines Vaters wußte ich, das mein Opa und meine Oma aus diesem Dorf stammten. Aber wie war es nun genau.

Herr Deutschmann konnte mir also an den Plänen des Dorfes genau zeigen, wo die Eltern meines Vaters gelebt hatten. Da auch Heimatforscher über diesen Ort und seine Einwohner
geforscht hatten, konnte ich sicher sein, das die Informationen über Personen richtig sind. Richard Deutschman war im 2. Weltkrieg die ganze n Jahre auf dem Balkan. Er konnte mir über diese Zeit in Ostpreußen wenig weiterhelfen. Aber toll, mit einem Besuch hatte ich viele Informationen bekommen. Auch eine Geschichte über das Dorf Grünhain, geschrieben von meinem Opa, gab er mir mit. Einige Zeit später lernte ich dann in Itzehohe meine noch lebende Kusine kennen. Ja und durch diese beiden Personen konnte ich dann erst einmal folgendes über die Familie Stein aussagen. :
Die Mutter meines Vaters hieß: Luise Maria Deutschmann, geboren in Grünhain Ostpreußen am 17.08. 1887 und für tot erklärt am 07.04.1945. ( ist erschossen aufgefunden worden)
Sein Vater: Dr. Robert Stein, geboren in Grünhain/ Ostpreußen am 14.12.1878, für tot erklärt am 07.04.1945. ( erschossen worden)
Seine Schwester: Dr.phil. Luise Dorothea Stein, geboren in Königsberg/ Ostpreußen, am 14.09.1919,verstorben 1945, wahrscheinlich von den Russen verschleppt und nach dem 09.04.1945. umgekommen.
Aus dem Familienzweig der Steins, war Dr. Robert Stein der einzige Nachkomme, er hatte keine Geschwister und auch keine anderen Verwandten gab es.
Luise Maria Deutschmann hatte zwei Brüder. Ernst Deutschmann, geb. 1884 und verst. 1918.
Wilhelm Deutschmann, geb. am 17.12.1890 in Grünhain und bei einem Wirtshausstreit wurde er 1929 erschossen.
Wilhelm Deutschmann hatte aus der Ehe mit Frau Ella Schulz geboren am 29.10.1902 in Schaberau/Ostp. , Eine Tochter.
Frau Ilse Weißfuß geb. Deutschmann am 19.10.1923 in Grünhain/Ostpr. ,lebt heute in Oelixdorf bei Itzehoh bei Hamburg.
Frau Weißfuhs traf ich am 29.03.96 in Itzehoh. Sie kannte meinen Vater als er noch Kind war und Jugendlicher. Ebenso die ganze Familie. Mein Vater hatte eine Hasenscharte und bestimmt keine leichte Kindheit. Frau Weißfuhs bezeichnet meinen Vater als einen Menschen, der aus der Art geschlagen war, beide, auch Dr. Robert Stein, Sie verstand sich nicht besonders mit meinem Vater. Aber den Sommerurlaub in Rauschen und in Sorgenau an der Ostseeküste im Samland, der wurde doch gemeinsam gestaltet. Nach dem Tod Ihres Vaters, der eben bei einem Wirtshausstreit erschossen wurde, wurde Dr. Robert Stein Ihr Vormund, bis Sie Volljährig war. Sie war also gedrungenermaßen eingebunden. Als im Januar die großen Flüchtlingsströme in Ostpreußen begannen, verließ auch Frau Weißfuhs mit Ihrer Tante die Heimat. Sie sah Anfang Januar die Familie Stein ein letztes Mal. Denn als Sie in Juditten waren, wollte Dr. Robert Stein mit seiner Familie auf jedem Fall bleiben: Wer Eigentum besitzt, hat die Pflicht zu bleiben und dies nicht einfach so den Russen zu überlassen. Dies war die Überzeugung meines Opas. Er hoffte darauf sich mit den Russen zu verständigen. Die Familie Stein wurde dann am 07.04.1945 erschossen, bei dem Sturm auf die Festung Königsberg. Sie wurden identifiziert, es gibt Aussagen von Zeugen, allerdings betreffend der Schwester meines Vaters nicht eindeutige Aussagen. Verstorben ist Sie aber auf jedem Fall 1945.
Durch meinen Vater, der 1949 eine Suchanzeige beim Roten Kreuz über seine Familie laufen hatte, trafen sich dann Frau Weißfuß und mein Vater wieder, in Bremerförde. Mein Vater erfuhr dann auch vom Roten Kreuz das seine Eltern und seine Schwester nicht mehr lebten. Nach dem 1950 mein Vater heiratete, lernte Frau Weißfuhs auch mich noch als Kind kennen. Doch 1958 verwarf sich mein Vater mit ihr. Sie hatte auch 1953 geheiratet, und Ihr Mann riet Ihr den Kontakt mit meinem Vater zu beenden. Bis 1970 schrieb Sie meiner Mutter noch Briefe. Das ich noch eine Kusine aus Ostpreußen hatte, war mir nicht bekannt gewesen. So treffen wir uns bis heute, Sie konnte also immerhin auch bestätigen, das mein Vaters Geburtsdaten nicht stimmen können, Sie war 1923 geboren, nach Ihrer Meinung war mein Vater wenigsten 2 Jahre jünger. An das genaue Geburtsdatum konnte Sie sich nicht mehr erinnern, aber auf jedem Fall nicht im Jahr 1923. Das mein Vater mit 18 Jahren Soldat wurde, auch das konnte Sie bestätigen und auch Ihre Tante. Aber im welchen Jahr? Nein leider nicht. Mein Vater äußerte sich darüber: Er hätte 1943/44 eine Schulung gemacht, wurde in Logistik ausgebildet bei `FREMDE HEERE OST ` Wie alt war er dort?

Die zweifelhaften Gedanken, kommt mein Vater wirklich aus dieser Familie Stein? Ja, diese Zweifel konnten Richard Deutschman und Frau Weißfuhs auf jedem Fall beseitigen und dann bleibt die Frage nach seinem genauen Geburtdatum bis heute leider unbeantwortet, denn die Kirchenbücher, die für den Zeitraum in Königsberg in Frage kommen, sind leider verschollen. Und in solchen Kirchenbüchern, ist das Geburtdatum und der Tag seiner Taufe verzeichnet. Durch Gespräche mit Frau Weißfuhs, und durch Aufzeichnungen meines Vaters, kann ich dann verläßlich sagen: Mein Vater mußte Landwirtschaft
lernen, konnte keine höhere Schulbildung beginnen, seitens seines Vaters. Seine Schwester konnte studieren, im Krieg noch Ihren Dr. Phil. machen. Sie arbeitete dann
ab 1942 bei Dr. Ziesemeier und Dr. Rohde bei den Königsberger Kunstsammlungen als Kunsthistorikerin. Sie soll mitgeholfen haben beim Aufbau des Bernsteinzimmers im Königsberger Schloß. Auch das Bernsteinzimmer soll Sie mit verpackt haben, und bis 1945 hinein mitgeholfen haben diverse andere Kunstschätze für Transporte vorzubereiten. Durch seine eigene Schwester hatte mein Vater also schon Kenntnisse über Kunstschätze und Bernsteinzimmer gehabt. Also, ganz bestimmt schon im Krieg, und eben nicht erst ab 1966. Und dann durch seinen Vater. Dr. Robert Stein der war befreundet mit Dr. Carl Goerdeler, mit Gerhart Hauptmann und vielen anderen. Über eine Begegnung 1944 in Rauschen, im Sommerhaus von Goerdeler, berichtete mein Vater. Dort bei einem verschwiegenen Treffen wurde beschlossen gegen die verantwortlichen Nazis, wie Erich Koch und Horst Frank Spionage zu betreiben, Sie über den im Baltikum, der Ukraine und Rußland stattfindenden Plünderungen von Kunst- und Kulturschätzen zu bespitzeln. Doch, diese Berichte meines Vaters sind wohl richtig. Ich konnte die Bekanntschaft und Freundschaft zwischen meinem Opa und Goerdeler bestätigen. Es gibt von anderen Ostpreußen darüber Berichte. Über seine Zeit als Soldat, gibt mein Vater nur Auskunft in wenigen Aufzeichnungen, aber er will mehr zufällig dabeigewesen sein als im Januar 1945 im Samland auf insgesamt 8 LKW`wertvolle Kunstschätze transportiert wurden, auch Teile des Bernsteinzimmers. Ja, mit diesem Bericht, er Georg Stein hätte Teile des Bernsteinzimmers in den Tagen des 27/28. Januar 1945 selber in Kisten verpackt gesehen, und in diesem Bericht benennt er dann auch noch eine Einheit, die diesen Transport durchführte, die Einheit `Herzog`, und bei dieser Einheit sei er als Soldat gewesen, also nicht nur seine Schwester und sein Vater, nein auch erselber hätte seine Begegnung mit dem Bernsteinzimmer im 2. Weltkrieg gehabt. Mit seiner Einheit Herzog transportierte er also die Ladung dieser Kolonne nach dem Ort Heiligenkreuz, und mit dieser Einheit mußte er im März 45 bei Heiligenbeil sich den Russen ergeben, und war dann nach seinen Schilderungen bis 1948 in Russischer Gefangenschaft in Asien, bei Samakant, in Usbekistan.

Also, die Familie Stein aus Grünhain ist richtig, So um 1910 zog mein Opa, mit Familie nach Königsberg.

Diese Begebenheit in Ostpreußen vor dem Krieg,
Dr.Robert Stein ärgert eine Gräfin in der Öffentlichkeit, wurde in der Familie so gut wie gar nicht wahrgenommen. Erst durch diese Familienforschung fand ich die Berichte darüber. Ach so war das. Mein Opa war so frech eine Gräfin, nein,

die Gräfin des Ostpreußischen Adels schlecht hin,

öffentlich ans "„Bein zu Pinkeln"

Und dann „bändelt“ sein eigener Sohn, Wilhelm, nach dem Krieg gleich, am Anfang seiner Suche nach dem Bernsteinzimmer, 1967 eben mit dieser Gräfin Döhnhoff an. Seltsam eben das diese Bekanntschaft bis zu seinem Tod hielt. Mein Opa hätte sich wohl geschämt und ganz sicher hat er sich im Grab mehrmals unruhig bewegt. Ja auch dieses Verschweigen, besser man redet nicht drüber, ist eine wirklich merkwürdige Geschichte. Vielleicht von Wilhelms Seite verständlich, mit der Gräfin hatte er ja auch gleich ein sehr wichtiges Forum, Die „Zeit“. Und die Gräfin war die Herausgeberin dieser Zeitung. Trotzdem, es bleiben Zweifel und Fragen.

Ich finde es wichtig diese Vorkriegsgeschichte
wenigstens zu wissen und hier diese Berichte zu zeigen.

Alle Personenbezogene Daten sind auch richtig. Was hatte mein Vater dann zu verschleiern?

In dem Dokument, das wir 1987 auffanden, steht als Geburtsort Strehlen und als Geburtsdatum der 27.03.1922 eingetragen. Dort sind auch Meldedaten eingetragen. Danach war mein Vater also schon am 04.11.1946 in Egestdorf, bei Hannover gemeldet. Über diese Karteikarte konnte ich dann über die zuständigen Meldeämter folgendes ermitteln. Vom 04.11.1946 bis zum 02.01.1947 war Wilhelm Stein in Egestorf ( heute Barsinghausen ) gemeldet. Der damalige Zuzugsort ist nicht bekannt. Zum 02.01.1947 erfolgte eine Abmeldung nach Gr. Buchholz, in der Silberstr.17. Dort meldet sich mein Vater unter Wilhelm Stein, geb. 23.03.1923, Geburtsort Strehlen/Ostpreußen wieder an. Über diese Anmeldung dort bekam mein Vater dann nach 1949 Ausweispapiere, mit dem Geburtdatum 23.03.1923 und auch der Geburtsort blieb dann bei Stehlen/Ostpreußen. Denn mein Vater erzählte in unserer Familie immer das nach seiner Entlassung aus russischer Kriegsgefangenschaft 1948, ihm sämtliche Ausweispapiere von seiten der Russen abgenommen wurden, und er keine Papiere besaß.
Die Meldeakten von Barsinghausen geben weiter Auskunft, am 16.07.1947 zog mein Vater in die Hainstr. 25, Gr. Buchholz, und dann war mein Vater vom 17.10.1947 in einem GCLO Lager 470 in Hannover- Bemerode mit Meldestempel dort ansässig.1948 gibt es dann einen Meldeeintrag in Hermannsburg bei der Mission. Und in Hermannsburg lernte er dann ja meine Mutter kennen.
Sein Flüchtlingsausweis, ausgestellt am 10.03.1959, hat dann den Eintrag: Georg Wilhelm Stein, Geboren 23.03.23 - Geburtsort Strehlen/ Ostpreußen. Und in diesem Ausweis steht ständiger Aufenthalt im Bundesgebiet seit 03.01.1947.

Sehr spannend für mich, ich ermittle Daten davor, mit dem anderen Geburtdatum vom 27.03.1922 und dort steht auch nur Strehlen als Geburtsort.
Mir wurde vom Gemeindeamt in Barsinghausen die Möglichkeit gegeben die Lagerakten von dem Lager 470 einzulesen. Leider waren diese Akten nicht geordnet, man würde sich freuen wenn ich dort diese Akten aufarbeiten würde. Aber als ich fragte wieviel Akten das denn seien, und mir das Amt dort mitteilte ich müßte wohl über 20 Tausend ungeordnete Akten sichten, habe ich wirklich darauf verzichtet. Über den Ort Strehlen stellte ich dann Fragen. Also, der Ort befindet sich nicht in Ostpreußen, sondern in Schlesien. Vom Heimatverband der Schlesier bekam ich dann Auskunft. Ein Georg Wilhelm Stein ist dort nicht bekannt. Aber in dem Ort Strehlen sind vier Namen Stein eingetragen. Der Name Wilhelm Stein paßt zu keiner Familie dort. Mit diesem Ergebnis fuhr ich erst einmal nach Berlin zur WAST (Wehrmachtsauskunftstelle) dort konnte ich dann folgendes ermitteln: Vor dem 29.08.1944 ist mein Vater verwundet worden. Er trug eine Schulterverletzung und eine Bauchverwundung durch Kampfeinwirkungen sich zu. Es befinden sich dort Eintragungen von einer Behandlung in einem Lazarett in Memel, in Königsberg und in Apolda / Thüringen. Bei dem Versorgungsamt in Verden /Aller stellte mein Vater einen Antrag 1953 auf Kriegsversertenbezüge. Der letzte Eintrag ist vom 29.01.1962. Weil mein Vater nicht bereit war seine Militäreinheit zu benennen und keine Angaben machte wo er genau verwundet wurde, wurde sein Antrag in Verden abgelehnt. Seine benannte Einheit `Herzog` konnte ebenfalls nicht ermittelt werden. Nein es gibt keine weiteren Eintragungen über Wilhelm Stein bei der WAST.
Bei der WAST müßte mein Vater aber eigentlich aufzufinden sein. Also
bleibt die Frage erst einmal unbeantwortet, was machte eigentlich Wilhelm Stein so im 2. Weltkrieg genau?
Da gab es noch den Hinweis auf FREMDE HEERE OST. Vom Bundesnachrichtendienst wurde meine Anfrage negativ beantwortet. Ein Berliner Forscher dazu: Reinhard Gehlen gab weder den Amerikanern noch Konrad Adenauer Auskunft über seine Mitarbeiter bei FREMDE HEERE OST bekannt. Aber alle diese Unbekannten bekamen im 2. Weltkrieg gefälschte Ausweise. Sie behielten aber Ihr richtiges Geburtsdatum. Und, ehemalige Gehlen Mitarbeiter wurden in der Russischen und in der Amerikanischen Besatzungszone gejagt, aber nicht bei den Engländern. Das Lager 470 gehörte zum Bereich der Englischen Besatzungszone nach dem Krieg. Weiter kam ich erst einmal nicht. Keiner konnte mir weiterhelfen, und so beschloß ich nach Rußland zu reisen.

Bevor ich also nach Kaliningrad aufbrach hatte ich also diese Gedanken im Kopf.

Georg Stein hatte also, aus der Vergangenheit, Geheimnisse, die er sowohl seiner Familie, Deutschen Behörden und allen anderen, die mit Ihm nach dem Bernsteinzimmer forschten, nicht mitteilen wollen und wohl auch nicht können. Ob Personen aus seiner Umgebung davon etwas wußten, sei erst einmal dahingestellt.

Da war sein falsches Geburtsdatum. Die Möglichkeit seine Geburtsdaten zu korrigieren, war noch bei seiner Heirat 1950 gegeben. Danach wurde das schwieriger und später geradezu unmöglich.

Warum dieses Geheimnis um „Heiligenkreuz“? Als er 1967, am Anfang seiner Forschung, darüber schwieg könnte eine Erklärung darin finden: Er kannte den Ort wo einige Teile des Bernsteinzimmers lagerten, aber er wollte das ganze Zimmer auffinden.

Wer kannte seine mutmaßliche Zusammenarbeit mit „Fremde Heere Ost“, wer wußte davon ? Wenn das war ist, ja dann mußte er dies unbedingt verheimlichen. Der Bernsteinzimmer Forscher Georg Stein, ein ehemaliger Mitarbeiter von R.Gehlen. Das konnte er sich nicht leisten, schon wegen seiner Kontakte mit der „Zeit“. ( Oder Doch?)

Es gab Hinweise auf ein Konto in der Schweiz bei einer Bank, wo alle Dokumente über den Verbleib des Bernsteinzimmers und anderen Kunstschätzen eingelagert sei.

Es gibt noch mehr Ungereimtheiten, noch andere Rätsel. Je länger man sich mit dem Nachlaß beschäftigt, um so mehr Fragen tauchen auf.

Die Begegnung mit einem Einsiedler Mönch auf dem
Berg Atos. Sein Rat zu blutigen abscheulichen Ritualen.

Zum Glück bin ich keinen diesen Hinweisen wirklich gefolgt. Trotzdem war ich schon auf dem Weg in mystische Welten.

Von einem Kapitel wie, Bernsteinzimmer und Heiligenkreuz,
könnte ich noch andere aufschreiben. Alles Vorstellungswelten.

Aber das was ich so aufgeschrieben hatte, im laufe der Jahre, war ein richtiger Schritt gewesen, auch Ungereimtheiten zu Papier zu bringen. Ein kleiner Ausschnitt über den Begriff „Heiliges Kreuz“ sollte genügen.

Danach geht es also endlich los, mit meinen Berichten über Ostpreußen – Kaliningrad.





Das Bernsteinzimmer und „Heiligen Kreuz“

Das begann hauptsächlich in den Jahren ab 1982, wo mein Vater öfter mal den Begriff „Heiliges Kreuz“ in Verbindung mit dem Bernsteinzimmer fallen ließ Auf einer Reise 1984 im Harz, suchten wir nach den Ort der Kreuze, an der Grenze zur DDR. Von der Straße der 12 Kreuze sprach er.
Das Kreuzsymbol könnte auch den Hintergrund gehabt haben, das die Katholische Kirche in Ihren Klöstern in Bayern, Österreich, Italien und der Schweiz, im 2. Weltkrieg, Kunstschätze aus Rußland, dem Baltikum und der Ukraine aufbewahrte, verwahrte. Es gibt genügend Klöster dort in diesen Ländern mit dem Namen Heiligen Kreuz.
Es gab Begegnungen mit Mönchen nicht nur auf dem Berg Atos in Griechenland, sondern auch mit Mönchen aus den Katholischen Orden der Salisianer.( In Feldkirch)
Dann ist da die Sache mit der „Heiligen Kreuzkirche“ im Samland in Ostpreußen.
Sehr oft wird das Wort Heiligen Kreuz in Berichte hervorgehoben, mit den sogenannten Gänsefüßchen.
Man könnte den Eindruck gewinnen, der Begriff „Heiliges Kreuz“ könnte ein Code sein.
Unter einer Krypta einer alten Kirche liegen Teile des Bernsteinzimmers. Immer wieder der Hinweis auf die Kirche„Heiligen Kreuz“.
Wurde das Bernsteinzimmer von dort, im Januar1945, doch weiter transportiert. Möglicherweise über Frauenburg nach Thüringen und von dort über den „Heiligen Kreuzberg“ in die Schweiz und verschwand dort in ein geheimnisvolles Kloster?
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