Guten Abend
Verfasst: 27 Mär 2014, 23:46
Schon lange beschäftige ich mich mit "Russen".
Begonnen hat es in Berlin mit dem Feindbild, das sich auf der anderen Seite der Mauer etabliert hatte. Allgemein waren es ja nicht die Sowjets, sonder "Russen", vielleicht wegen der vorherrschenden Sprache.
Später arbeitete ich im Tourismus. Da war der Weg in den Westen vorgegeben, aber irgendwie reizte mich auch die andere Seite, in der das Rot vorherrschte.
Nach Fachstudium und entsprechender Karriere kam mein Chef auf die Idee, "russische" Schiffe für die Veranstaltung von Kreuzfahrten zu Chartern.
Da ich mich "im Osten" etwas besser auskannte, als die Kollegen und als Hochseesegler auch von Wasser etwas verstand, wurde mir die Aufgabe übertragen, das alles zu organisieren. So hatte ich bald öfter im "sowjetischen" Odessa oder Leningrad zu tun und reiste auch mehrmals als Kreuzfahrtdirektor unter Hammer und Sichel, natürlich auch gelegentlich in sowjetische Häfen. Es war eine sehr stressige Erfahrung, denn da tickten die Uhren einfach anders. Aber irgendwie stellte sich doch der Erfolg ein. Immerhin, kapitalistische Touristen und sozialistische Gastlichkeit, das musste man passend machen und der Kunde ist ohnehin König. Auch ohne Sprachkenntnisse hatte ich bald einen recht guten Ruf bei der Reederei und konnte -- trotz strenger Aufsicht des KGB -- sogar Freunde gewinnen. Nach der Wende kamen etliche Freundschaften dazu.
Seit fast 10 Jahren mische ich mit bei "germany.ru", nicht einfach, da ich ja nur Deutscher bin und die russische Überlegenheit lässt man gerne spüren. Ich nehme es so, wie es ist, auch wenn der Frust gelegentlich überwiegt. Die aktuellen politischen Ereignisse (Ukraine) zu diskutieren macht dort aber wenig Spaß, da die putinorientierte Meinung, das Maß aller Dinge ist. Ich erlaube mir, mich da globaler zu informieren und sogar eine eigene Meinung zu haben. Freunde kann man so nicht gewinnen.
Privat ist die beste Frau der Welt natürlich --- Russin, aber nach einigen Jahren nahezu perfekt integriert und am Ort weitaus bekannter und beliebter als ich.
Mein erster Eindruck hier: Es erscheint mir ausgewogen! Manche Meinung teile ich nicht, anderen stimme ich zu. So lange die Diskussion respektvoll und fair verläuft, ist die bunte Mischung informativ und geeignet den eigenen Horizont zu erweitern.
Begonnen hat es in Berlin mit dem Feindbild, das sich auf der anderen Seite der Mauer etabliert hatte. Allgemein waren es ja nicht die Sowjets, sonder "Russen", vielleicht wegen der vorherrschenden Sprache.
Später arbeitete ich im Tourismus. Da war der Weg in den Westen vorgegeben, aber irgendwie reizte mich auch die andere Seite, in der das Rot vorherrschte.
Nach Fachstudium und entsprechender Karriere kam mein Chef auf die Idee, "russische" Schiffe für die Veranstaltung von Kreuzfahrten zu Chartern.
Da ich mich "im Osten" etwas besser auskannte, als die Kollegen und als Hochseesegler auch von Wasser etwas verstand, wurde mir die Aufgabe übertragen, das alles zu organisieren. So hatte ich bald öfter im "sowjetischen" Odessa oder Leningrad zu tun und reiste auch mehrmals als Kreuzfahrtdirektor unter Hammer und Sichel, natürlich auch gelegentlich in sowjetische Häfen. Es war eine sehr stressige Erfahrung, denn da tickten die Uhren einfach anders. Aber irgendwie stellte sich doch der Erfolg ein. Immerhin, kapitalistische Touristen und sozialistische Gastlichkeit, das musste man passend machen und der Kunde ist ohnehin König. Auch ohne Sprachkenntnisse hatte ich bald einen recht guten Ruf bei der Reederei und konnte -- trotz strenger Aufsicht des KGB -- sogar Freunde gewinnen. Nach der Wende kamen etliche Freundschaften dazu.
Seit fast 10 Jahren mische ich mit bei "germany.ru", nicht einfach, da ich ja nur Deutscher bin und die russische Überlegenheit lässt man gerne spüren. Ich nehme es so, wie es ist, auch wenn der Frust gelegentlich überwiegt. Die aktuellen politischen Ereignisse (Ukraine) zu diskutieren macht dort aber wenig Spaß, da die putinorientierte Meinung, das Maß aller Dinge ist. Ich erlaube mir, mich da globaler zu informieren und sogar eine eigene Meinung zu haben. Freunde kann man so nicht gewinnen.
Privat ist die beste Frau der Welt natürlich --- Russin, aber nach einigen Jahren nahezu perfekt integriert und am Ort weitaus bekannter und beliebter als ich.
Mein erster Eindruck hier: Es erscheint mir ausgewogen! Manche Meinung teile ich nicht, anderen stimme ich zu. So lange die Diskussion respektvoll und fair verläuft, ist die bunte Mischung informativ und geeignet den eigenen Horizont zu erweitern.