Visum verweigert - was nun?
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AlexanderG
- Grünschnabel
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Visum verweigert - was nun?
Hallo zusammen,
ich stecke zur Zeit in einigen Schwierigkeiten was meine geplante Russlandreise Ende Mai für ein paar Tage angeht.
Ausgangslage: Ich bin 1989 in der Saratow-Oblast geboren (Russlanddeutscher) und 1995 nach Deutschland ausgesiedelt. Ich habe in all den 20 Jahren hier in der BRD nie einen russischen Pass beantragt (weil bis jetzt nie gebraucht). Nun entschied ich mich, zum ersten Mal in 20 Jahren, Ende Mai nach Russland für ein paar Tage zu fahren.
Tickets nach Moskau habe ich schon Anfang Februar gebucht und bin dann sofort zum Generalkonsulat gefahren, um alle meine Unterlagen zwecks Überprüfung meiner russ. Staatsangehörigkeit, abzugeben um mir so anschließend den Pass ausstellen zu lassen. Ich dachte mir: Warum soll ich denn 100€ für ein Visum blechen, wenn ich doch einen Pass bekommen kann. Schließlich bin ich dort doch geboren und lebte dort bis 1995. Also hingefahren nach Bonn und Dokumente zur Überprüfung abgegeben. Ich habe - zugegebenermaßen naiv - fest damit gerechnet, innerhalb dieser dreieinhalb Monate werde ich schon meinen Pass bekommen, so lange kann das ja nicht dauern.
Pustekuchen! Als es schon Mitte April war, wurde ich langsam nervös und ich erfuhr im Nachhinein, das wird sich noch über mehrere Monate ziehen, bis ich meinen Pass bekomme. Dumm gelaufen, dachte ich. Also versuchte ich mir ein Visum zu holen, dürfte ja machbar sein, denn noch steht ja gar nicht fest, ob die Überprüfung positiv ist und ich überhaupt russischer Staatsbürger bin. Also hab ich zwecks Visumbeschaffung einem Visadienst meine Unterlagen abgegeben.
Nach langem Warten dann am 12.05., also letzte Woche dann der Anruf vom Visadienst: Das Visum wurde Ihnen verweigert!
Aber die Dame vom Visadienst sagte mir noch am Telefon, es gäbe noch Hoffnung, ich könnte mit ihr zusammen noch in derselben Woche zum Generalkonsulat nach Bonn zwecks persönlichem Gespräch hinfahren, damit ich meine Situation nochmal schildern kann und vielleicht doch noch es irgendwie es schaffen kann, ein Visum zu bekommen. Also fuhr ich letzte Woche wieder nach Bonn zum Generalkonsulat um persönlich zu klären, was dieser Mist soll. Dort wurde mir mitgeteilt, ich bekomme kein Visum, weil ich in ihrem "System" und bei den Behörden in Russland bereits als ein russischer Staatsbürger registriert bin. Visum werde ich also nicht bekommen, weil sowas kriminell wäre, wie mir gesagt worden ist.
Moment mal dachte ich, wenn die zu mir sagen ich sei bereits russischer Staatsbürger und das bei denen also schon feststeht, dann war die Staatsangehörigkeits-Überprüfung ja erfolgreich und ich bin russischer Staatsbürger. Aber wo bleibt dann mein russischer Pass? Und wieso wurde ich, wie mir damals im Generalkonsulat zugesichert wurde, nicht darüber informiert, dass ich jetzt die russische Staatsangehörigkeit habe?
Meine Frage an das Forum, weiß jemand von euch, was ich in dieser Situation tun kann? Es kann doch nicht sein, dass ich während der ganzen Zeit, die die brauchen, um mir einen Pass auszustellen, nicht "ausreisbar" bin. Vorläufige Pässe werden ja keine ausgestellt, wie ich erfhur. Wäre es vielleicht möglich, mir irgendein anderes Dokument zuzuschicken, welches ich am Flughafen in Moskau vorzeigen könnte, welches meine russische SA bescheinigt? Oder kann ich jetzt die Reise endgültig knicken?
Danke im Voraus für eure Antworten.
ich stecke zur Zeit in einigen Schwierigkeiten was meine geplante Russlandreise Ende Mai für ein paar Tage angeht.
Ausgangslage: Ich bin 1989 in der Saratow-Oblast geboren (Russlanddeutscher) und 1995 nach Deutschland ausgesiedelt. Ich habe in all den 20 Jahren hier in der BRD nie einen russischen Pass beantragt (weil bis jetzt nie gebraucht). Nun entschied ich mich, zum ersten Mal in 20 Jahren, Ende Mai nach Russland für ein paar Tage zu fahren.
Tickets nach Moskau habe ich schon Anfang Februar gebucht und bin dann sofort zum Generalkonsulat gefahren, um alle meine Unterlagen zwecks Überprüfung meiner russ. Staatsangehörigkeit, abzugeben um mir so anschließend den Pass ausstellen zu lassen. Ich dachte mir: Warum soll ich denn 100€ für ein Visum blechen, wenn ich doch einen Pass bekommen kann. Schließlich bin ich dort doch geboren und lebte dort bis 1995. Also hingefahren nach Bonn und Dokumente zur Überprüfung abgegeben. Ich habe - zugegebenermaßen naiv - fest damit gerechnet, innerhalb dieser dreieinhalb Monate werde ich schon meinen Pass bekommen, so lange kann das ja nicht dauern.
Pustekuchen! Als es schon Mitte April war, wurde ich langsam nervös und ich erfuhr im Nachhinein, das wird sich noch über mehrere Monate ziehen, bis ich meinen Pass bekomme. Dumm gelaufen, dachte ich. Also versuchte ich mir ein Visum zu holen, dürfte ja machbar sein, denn noch steht ja gar nicht fest, ob die Überprüfung positiv ist und ich überhaupt russischer Staatsbürger bin. Also hab ich zwecks Visumbeschaffung einem Visadienst meine Unterlagen abgegeben.
Nach langem Warten dann am 12.05., also letzte Woche dann der Anruf vom Visadienst: Das Visum wurde Ihnen verweigert!
Aber die Dame vom Visadienst sagte mir noch am Telefon, es gäbe noch Hoffnung, ich könnte mit ihr zusammen noch in derselben Woche zum Generalkonsulat nach Bonn zwecks persönlichem Gespräch hinfahren, damit ich meine Situation nochmal schildern kann und vielleicht doch noch es irgendwie es schaffen kann, ein Visum zu bekommen. Also fuhr ich letzte Woche wieder nach Bonn zum Generalkonsulat um persönlich zu klären, was dieser Mist soll. Dort wurde mir mitgeteilt, ich bekomme kein Visum, weil ich in ihrem "System" und bei den Behörden in Russland bereits als ein russischer Staatsbürger registriert bin. Visum werde ich also nicht bekommen, weil sowas kriminell wäre, wie mir gesagt worden ist.
Moment mal dachte ich, wenn die zu mir sagen ich sei bereits russischer Staatsbürger und das bei denen also schon feststeht, dann war die Staatsangehörigkeits-Überprüfung ja erfolgreich und ich bin russischer Staatsbürger. Aber wo bleibt dann mein russischer Pass? Und wieso wurde ich, wie mir damals im Generalkonsulat zugesichert wurde, nicht darüber informiert, dass ich jetzt die russische Staatsangehörigkeit habe?
Meine Frage an das Forum, weiß jemand von euch, was ich in dieser Situation tun kann? Es kann doch nicht sein, dass ich während der ganzen Zeit, die die brauchen, um mir einen Pass auszustellen, nicht "ausreisbar" bin. Vorläufige Pässe werden ja keine ausgestellt, wie ich erfhur. Wäre es vielleicht möglich, mir irgendein anderes Dokument zuzuschicken, welches ich am Flughafen in Moskau vorzeigen könnte, welches meine russische SA bescheinigt? Oder kann ich jetzt die Reise endgültig knicken?
Danke im Voraus für eure Antworten.
- Zejtnot
- Globaler Moderator

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Re: Visum verweigert - was nun?
Ich befürchte, dass Du nur durch Darlegung sehr wichtiger Gründe direkt im Generalkonsulat die Ausgabe Deines russischen Passes beschleunigen kannst. Eine einfache Urlaubsreise dürfte aber vermutlich nicht ausreichen.
Wenn es menschlich äußerst wichtige Gründe gäbe - beispielsweise ein Treffen mit einem schwerkranken nahen Angehörigen, etc., dann findet sich auch im Konsulat ein schneller Weg. Aber das Beispiel zeigt, dass nur die gebuchten Tickets für eine Reise zu den eigenen Wurzeln unter Umständen kein Grund sind, dass das Konsulat die Behördenwege beschleunigt.
Bezüglich der Antragsfrist: Als Ausländer hier in Russland muss ich laut Gesetz sechs Monate (!) auf eine Aufenthaltsgenehmigung warten, die komplett vor Ort in ganzen zwei Behörden bearbeitet wird, die ständig im Kontakt stehen. In der Praxis funktioniert es inzwischen in zwei Monaten, aber in der Vergangenheit habe ich wirklich fünf Monate und zwei Wochen gewartet. Wenn Du dies nun mit dem Aufwand in Deinem Fall vergleichst - Abfrage Deiner Daten am letzten Wohnort, Prüfung im Standesamt (Geburtsurkunde), Abfrage im Polizeiregister ... alles aus einem fremden Land heraus (mit Postlaufzeiten von normal zwei bis sechs Wochen) - so etwas funktioniert natürlich definitiv nicht in drei Monaten.
Mal laut und juristisch unverbindlich gedacht: Du kannst ein weißrussisches Visum beantragen, nach Minsk fliegen und dann mit dem Zug nach Russland fahren. An dieser Grenze gibt es in den meisten Fällen keine Kontrollen und da Du bereits Russe bist, wäre es auch kein Verstoß gegen Visaregeln. Aber ich würde das dennoch nicht riskieren.
Wenn es menschlich äußerst wichtige Gründe gäbe - beispielsweise ein Treffen mit einem schwerkranken nahen Angehörigen, etc., dann findet sich auch im Konsulat ein schneller Weg. Aber das Beispiel zeigt, dass nur die gebuchten Tickets für eine Reise zu den eigenen Wurzeln unter Umständen kein Grund sind, dass das Konsulat die Behördenwege beschleunigt.
Bezüglich der Antragsfrist: Als Ausländer hier in Russland muss ich laut Gesetz sechs Monate (!) auf eine Aufenthaltsgenehmigung warten, die komplett vor Ort in ganzen zwei Behörden bearbeitet wird, die ständig im Kontakt stehen. In der Praxis funktioniert es inzwischen in zwei Monaten, aber in der Vergangenheit habe ich wirklich fünf Monate und zwei Wochen gewartet. Wenn Du dies nun mit dem Aufwand in Deinem Fall vergleichst - Abfrage Deiner Daten am letzten Wohnort, Prüfung im Standesamt (Geburtsurkunde), Abfrage im Polizeiregister ... alles aus einem fremden Land heraus (mit Postlaufzeiten von normal zwei bis sechs Wochen) - so etwas funktioniert natürlich definitiv nicht in drei Monaten.
Ausreisen kannst Du ja mit Deinem deutschen Pass. Nur nicht nach Russland einreisen.AlexanderG hat geschrieben:Es kann doch nicht sein, dass ich während der ganzen Zeit, die die brauchen, um mir einen Pass auszustellen, nicht "ausreisbar" bin.
Mal laut und juristisch unverbindlich gedacht: Du kannst ein weißrussisches Visum beantragen, nach Minsk fliegen und dann mit dem Zug nach Russland fahren. An dieser Grenze gibt es in den meisten Fällen keine Kontrollen und da Du bereits Russe bist, wäre es auch kein Verstoß gegen Visaregeln. Aber ich würde das dennoch nicht riskieren.
Re: Visum verweigert - was nun?
Nur als Beispiel, meine Frau und ich haben letzten Juli geheiratet. Ihren neuen Reisepass mit neuem Nachnamen hatte sie erst im Dezember bekommen - also ganze fünf Monate später.AlexanderG hat geschrieben:Es kann doch nicht sein, dass ich während der ganzen Zeit, die die brauchen, um mir einen Pass auszustellen, nicht "ausreisbar" bin.
Ist aber auch in Deutschland nicht immer besser. Bis vor wenigen Jahren musste man als in der Schweiz lebender Deutscher bis zu acht Monate auf seinen neuen Reisepass warten. Ich kenn Leute, die sich genau aus dem Grund wieder zeitweise in Deutschland angemeldet haben.
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AlexanderG
- Grünschnabel
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Re: Visum verweigert - was nun?
Vielen Dank euch Beiden für die schnellen Antworten.
Scheint so, als hätte ich mit meinen erhofften dreieinhalb Monaten ziemlich utopisch geträumt.
@Zejtnot: Verstehe ich dich richtig, du bist ein in Russland lebender (ausgewanderter) Deutscher?
Was die Reisegründe angeht, nein, es ist nicht dringend, es sollte nur eine Urlaubsreise werden. Ein paar Angehörige wiedersehen und Russland zum ersten Mal im Leben mit "erwachsenen" Augen sehen.
Naja, das werden die Leute im Generalkonsulat Bonn mit Sicherheit nicht als triftigen Grund durchgehen lassen.
Scheint so, als hätte ich mit meinen erhofften dreieinhalb Monaten ziemlich utopisch geträumt.
@Zejtnot: Verstehe ich dich richtig, du bist ein in Russland lebender (ausgewanderter) Deutscher?
Was die Reisegründe angeht, nein, es ist nicht dringend, es sollte nur eine Urlaubsreise werden. Ein paar Angehörige wiedersehen und Russland zum ersten Mal im Leben mit "erwachsenen" Augen sehen.
Naja, das werden die Leute im Generalkonsulat Bonn mit Sicherheit nicht als triftigen Grund durchgehen lassen.
Re: Visum verweigert - was nun?
Einfach so als Tipp für später, fang einfach immer etwa ein Jahr vor dem Ablauf deiner Pässe an, die Unterlagen für den neuen Pass zusammenzutragen und zu recherchieren, was du brauchst. Irgendwas kann immer passieren, so dass man am Schluss in Zeitnot gerät.AlexanderG hat geschrieben:Scheint so, als hätte ich mit meinen erhofften dreieinhalb Monaten ziemlich utopisch geträumt.
- Zejtnot
- Globaler Moderator

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- Registriert: 30 Jun 2006, 11:25
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Re: Visum verweigert - was nun?
Ja, so könnte man es bezeichnen, wobei wir wohl alle den Begriff "ausgewandert" nicht sonderlich mögen. Erinnert an TV-Reportagen mit naiven Protagonisten.AlexanderG hat geschrieben:@Zejtnot: Verstehe ich dich richtig, du bist ein in Russland lebender (ausgewanderter) Deutscher?
Hier im Forum gibt es einige Deutsche, die dauerhaft in Russland leben - ob nun aus privaten oder beruflichen Gründen. Meist beides.
- bella_b33
- Ehrenmitglied

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Re: Visum verweigert - was nun?
Ja nee, so schlimm sind wir nun nicht. Trotzdem hab ich mit dem Begriff absolut kein Problem. Ich wohne nicht mehr in DE, bin also ausgewandertZejtnot hat geschrieben:wobei wir wohl alle den Begriff "ausgewandert" nicht sonderlich mögen. Erinnert an TV-Reportagen mit naiven Protagonisten.
Wer sein Gewicht halten will, der muss auch mal grillen wenn er keinen Hunger hat!
- Wladimir30
- Globaler Moderator

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- Wohnort: Celle / Wladimir
Re: Visum verweigert - was nun?
Auswandern klingt für mich wie eine einmalige Entscheidung, bei der meist noch viele/alle Brücken abgebrochen werden. So dass man dann sagen kann: So, nun bin ich ausgewandert. Ich bin immer öfter hergekommen, die Abstände zwischen den Aufenthalten wurden immer kürzer, die Dauer immer länger. Wo war dieser point of no return? Es gab ihn nicht.
Nach dem Kaffee ist vor dem Kaffee
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AlexanderG
- Grünschnabel
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- Registriert: 08 Feb 2015, 03:29
Re: Visum verweigert - was nun?
Naja, dann sag ich besser migriert
Aber eins muss ich euch, @Zejtnot und @bella_b33 ehrlich sagen, ich ziehe meinen Hut vor euch, wenn ihr freiwillig nach Russland fortgezogen seid. Vor allem bei den Menschen, die in den 90-ern dort hingezogen sind.
Habe bisher immer im Kopf gehabt, dass die Migrationsströme immer von Ost nach West gingen, aber schön zu hören, dass es auch anders geht.
Aber eins muss ich euch, @Zejtnot und @bella_b33 ehrlich sagen, ich ziehe meinen Hut vor euch, wenn ihr freiwillig nach Russland fortgezogen seid. Vor allem bei den Menschen, die in den 90-ern dort hingezogen sind.
Habe bisher immer im Kopf gehabt, dass die Migrationsströme immer von Ost nach West gingen, aber schön zu hören, dass es auch anders geht.
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m1009
Re: Visum verweigert - was nun?
Weil der Vorgang fliessend ist...Wo war dieser point of no return?
