Geschäftsmann in Botschaft
Verfasst: 10 Jun 2024, 11:01
https://www.spiegel.de/ausland/russland ... eef673c0ae
Kurzfassung: Deutscher Geschäftsmann wurde von ehemaligem Geschäftspartner angezeigt, bei einem internen Verkauf wäre der Partner unrechtmäßig benachteiligt worden. Die Anzeige wurde ewig nicht beachtet, dann hat der Geschäftspartner noch irgendwas mit Nawalny ergänzt und ein Prozess kam ins Rollen. Nach längerer U-Haft war der Angeklagte dann im Hausarrest. Auf der Fahrt zur finalen Urteilsverkündung ist er abgebogen, zur Botschaft gefahren und da über den Zaun geklettern. Nach mehrstündigen Gesprächen mit den Diplomaten ist er wieder raus aus der Botschaft, hat sich gestellt und wurde nun zu Haft und Geldstrafe verurteilt. Die Botschaft musste ihm klar machen, dass er in dieser Situation keinen diplomatischen Schutz bekommen kann. Er sagt nun, er war aus gesundheitlichen Gründen nicht im Gericht.
Ich fand diese Meldung aus mehreren Aspekten interessant:
1. Eine deutsche Botschaft liefert angeklagte Deutsche nach Russland aus. Ich dachte immer, Deutschland liefert eigene Staatsbürger maximal in befreundete Länder aus - dies gilt wohl aber nur bei Aufenthaltsort in Deutschland, nicht jedoch in einer deutschen Botschaft. Im Artikel heißt es, ein Botschaftsasyl gäbe es in dieser Form nicht.
2. Dieser Fall ist der erste Fall eines Deutschen, der in meinen Augen wirklich ein "Opfer" der russischen Rechtswillkür sein könnte. Beim Cannabis-Gummibärchen-Deutschen war ja aktive Dummheit im Spiel. Hier hingegen klingt es mir danach, dass sich irgendein ehemaliger Geschäftspartner nicht ausreichen gewürdigt fühlte und nun die Muskeln spielen lässt. Das ist natürlich reine Spekulation, aber die Beschreibung klingt in diese Richtung.
Der zweite Punkt hat mich wirklich nachdenklich gemacht. So eine Anklage ist ganz schnell geschrieben, da reicht ein Vorwurf, man hätte eine Ausschreibung falsch gemacht, einen Vertrag unrechtmäßig geschlossen, bei der Übertragung von Anteilen unter Geschäftspartnern den Marktpreis bewusst falsch geschätzt, etc. pp. Da muss nicht einmal ein ehemaliger Geschäftspartner verärgert sein - das kann jede beliebige Person, die ein Zeichen setzen will, in die Wege leiten.
Kurzfassung: Deutscher Geschäftsmann wurde von ehemaligem Geschäftspartner angezeigt, bei einem internen Verkauf wäre der Partner unrechtmäßig benachteiligt worden. Die Anzeige wurde ewig nicht beachtet, dann hat der Geschäftspartner noch irgendwas mit Nawalny ergänzt und ein Prozess kam ins Rollen. Nach längerer U-Haft war der Angeklagte dann im Hausarrest. Auf der Fahrt zur finalen Urteilsverkündung ist er abgebogen, zur Botschaft gefahren und da über den Zaun geklettern. Nach mehrstündigen Gesprächen mit den Diplomaten ist er wieder raus aus der Botschaft, hat sich gestellt und wurde nun zu Haft und Geldstrafe verurteilt. Die Botschaft musste ihm klar machen, dass er in dieser Situation keinen diplomatischen Schutz bekommen kann. Er sagt nun, er war aus gesundheitlichen Gründen nicht im Gericht.
Ich fand diese Meldung aus mehreren Aspekten interessant:
1. Eine deutsche Botschaft liefert angeklagte Deutsche nach Russland aus. Ich dachte immer, Deutschland liefert eigene Staatsbürger maximal in befreundete Länder aus - dies gilt wohl aber nur bei Aufenthaltsort in Deutschland, nicht jedoch in einer deutschen Botschaft. Im Artikel heißt es, ein Botschaftsasyl gäbe es in dieser Form nicht.
2. Dieser Fall ist der erste Fall eines Deutschen, der in meinen Augen wirklich ein "Opfer" der russischen Rechtswillkür sein könnte. Beim Cannabis-Gummibärchen-Deutschen war ja aktive Dummheit im Spiel. Hier hingegen klingt es mir danach, dass sich irgendein ehemaliger Geschäftspartner nicht ausreichen gewürdigt fühlte und nun die Muskeln spielen lässt. Das ist natürlich reine Spekulation, aber die Beschreibung klingt in diese Richtung.
Der zweite Punkt hat mich wirklich nachdenklich gemacht. So eine Anklage ist ganz schnell geschrieben, da reicht ein Vorwurf, man hätte eine Ausschreibung falsch gemacht, einen Vertrag unrechtmäßig geschlossen, bei der Übertragung von Anteilen unter Geschäftspartnern den Marktpreis bewusst falsch geschätzt, etc. pp. Da muss nicht einmal ein ehemaliger Geschäftspartner verärgert sein - das kann jede beliebige Person, die ein Zeichen setzen will, in die Wege leiten.