Deutsch-russische Hochzeit, ein Rat gesucht.

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Anonymous

Deutsch-russische Hochzeit, ein Rat gesucht.

Beitrag von Anonymous »

Guten Tag alle!

Ich brauche Information ueber deutsch-russische Hochzeit . Vielleicht koennte mir jemand helfen, wer damit schon zu tun hatte, ich meine naturlich mit der deutsch-russischen Hochzeit. Ich habe einige Fragen und freue mich auf eure Antworten! Also , erstens: wo ist es besser eine Hochzeit (ofizieler Teil) zu machen? 2. Wie Dauert die ganze Gschichte mit notwendigen Dokumenten? 3. Wie sieht es dann mit Visum aus? Ist dann nach der Hochzeit moeglich ein Jahresmultivisum fuer Russland und fuer Deutschland fuer jeden Ehepartner (je nachdem was wer braucht:-)) zu machen? Was muss man dafuer machen und bezahlen? 4. Wie war Ihre Hochzeit? :) Sonstige Ratschlaege.

Vielen vielen Dank!
Liebe Gruesse,
Maria.
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Dietrich
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Beitrag von Dietrich »

Also zumindest zum Thema Visum kann ich dir helfen:

Fuer den russischen Ehepartner:
Solange man nicht in Deutschland lebt, kann man in der Botschaft ein Jahresvisum erstellen lassen. Das Visum selbst ist umsonst, man bezahlt aber 20 Euro fuer die Verpflichtingserklaerung (Einladung). Mit diesem Visum kann man sich dann90 Tage pro Halbjahr in Deutschland aufhalten. Zu den Kosten sollte man noch die Versicherung erwaehnen, die der russische Ehepartner abschliessen muss.
Wenn man in D lebt, dann gibt es natuerlich eine Aufenthaltsgenehmigung, die recht problemlos zu bekommen ist.

Fuer den deutschen Ehepartner:
Lebt man nicht in Russland, so darf man sich, wie alle Anderen fuer teures Geld ein Jahresvisum ueber eine Agentur besorgen. Kosten zwischen 400 und 500 Euro (Einladung plus Botschaft).
Lebt man in Russland, so kann man eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Nach diversen veterinaermedizinischen Untersuchungen und diversen anderen Dokumenten pruefen die dann noch 5-6 Monate. Zuerst erhaelt man eine temporaere (Vremennoe, Gueltigkeit 3 Jahre), kann nach einem Jahr aber dann die permanente (vid na schitelstvo, Gueltigkeit 5 Jahre) beantragen. Wobei man natuerlich wieder nachweisen muss, das man gesunder ist als 95% der Russen.... und nochmal 6 Monate warten natuerlich!


Wo man heiraten sollte:
Was die Dokumente betrifft, am besten in Moskau. Wenn man eine deutsche Meldebescheinigung (mit Apostille) hat und eine beglaubigte Uebersetzung des deutschen Reisepasses, dann kann man sich zur Hochzeit anmelden und nach 4 Wochen kann man dann heiraten.
(War man schon mal verheiratet, dann braucht man u.U. noch mehr Dokumente....

Dietrich
Anonymous

Beitrag von Anonymous »

Hallo Dietrich!

Vielen Dank!

Also wirklich wahr Buerokratie..... Und Zeit und Geld. Was soll man sonst machen wenn man zusammen sein will?:)

Du hast geschrieben, es ist besser in Moskau zuheiraten. Hast du damit gemeint in Russland oder meinst du genau die Stadt Moskau? denn ich komme z.B aus St. Petersburg.
Das ist aber schoen 500 Euro fuer ein Visum. .. Medizinische Untersuchung...

Danke dir!
LG, Maria.
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Dietrich
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Beitrag von Dietrich »

Ich sagte "Moskau", weil hier auf jeden Fall die Meldebescheinigung ausreicht. Andere Staedte verlangen u.U. ein Ehefaehigkeitszeugnis. Und dafuer musst du in D die gleichen Dokumente vorlegen, die du dort auch fuer die Hochzeit brauchst.
In dem Fall ist es dann naemlich egal, ob du in RU oder in D heiratest.

In Petersburg reicht aber vielleicht auch die Meldebescheinigung. Muesstest du das zustaendige SAGS mal fragen.

Die medizinischen Untersuchungen sind echt Klasse! So nah an einer Infizierung mit Tubercoulose wie im ortlichen "Dispanser" war ich wahrscheinlich im Leben noch nicht.....
Und natuerlich kann man die Untersuchungen nur in den dafuer vorgesehenen Dispansern machen - und natuerlich haben die meisten keine eigene Kasse und man darf nach dem ersten Besuch noch mal zur Sperbank - die natuerlich NICHT direkt nebenan ist!

Kurz gesagt "ein grosser Spass"!

Dietrich
Bephep

Beitrag von Bephep »

Ich selbst bin nicht betroffen aber kenne mehrere Ehen die zwischen Russinnen und Deutschen geschlossen wurden.

Bei der Botschaft wurde ein Visaantrag zum Heiraten gestellt,Dauer 3 Monate.

Weil sie in DE geheiratet haben mussten nur die Unterlagen besorgen und am Standesamt einen Dolmetscher mitbringen.

Eine Ehe ist in RU geschlossen und da gab es hinterher Probleme mit dem Kind der Frau.

Schau mal unter Visa,Einreisebestimmungen nach da ist ein Beitrag "Verdacht auf Scheinehe".

Nach allem was ich schon im Forum gelesen habe würde ich in Deutschland heiraten.
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Sibirier
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Beitrag von Sibirier »

Die Probleme mit dem Kind der Ehefrau ist aber kein Problem für die Heirat.... Denn da hat das Kind kein Einspruchsrecht.

Nur im Fall der Familienzusammenführung, d. h. Übersiedlung des Kindes ebenfalls nach Deutschland, hat der leibl. Vater ein Mitspracherecht...
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....
Anonymous

Beitrag von Anonymous »

Hallo zusammen,

ich habe gerade in Moskau geheiratet.

Ich habe aus Deutschland eine Ehefähigkeitsbescheinigung (gibt es beim Standesamt, 55,00 €) mit Apostille (13,00 €) und Übersetzung (15,00 €), sowie eine beglaubigte Kopie meines Reisepasses (1,00 €) mit Apostille (13,00 €) und Übersetzung (15,00 €) gebraucht. Man empfahl mir ausserdem einen internationale Geburtsurkunde. Die ebenfalls mit Apostille und Übersetzung. Hat im Standesamt aber keinen interessiert. Um dann sicher zu gehen haben wir alle Dokumente im russischen Konsulat "legalisieren" lassen. Das legalisieren kostete für alle Dokumente 120,00 €. Meine russische Frau brauchte nur ihren Paß. Die Legaliesierungskosten kann man sich aber sparen, wenn man die Übersetzung von einem Notar in Moskau machen lässt. Was der allerdings kostet weiß ich nicht.

Danach muß eine russische Apostille (300 Rubel) erstellt werden. Die müssen wir nun noch übersetzen lassen und gehen damit zum Ausländeramt in Deutschland. Dort wird die Aufenthaltserlaubnis meiner Frau dann umgeschrieben. Das war bisher alles unproblematisch und einfacher als erwartet. Ist nur ein elendes gerenne zu den Ämtern.

Wir haben uns für die Hochzeit in Moskau entschieden, weil es für mich einfacher war die Unterlagen für die Hochzeit zu besorgen. Meine Frau hätte alles über den Postweg von Deutschland aus in Moskau beantragen müssen, bzw. alles über Ihre Eltern regeln müssen. Das wäre sehr umständlich geworden. Und meine Schwiegereltern haben wir auch glücklich gemacht.
Magdeburg-Moskva
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Klärung Begriffe Beglaubigung./.Legalisation

Beitrag von Magdeburg-Moskva »

inselyeti hat geschrieben:Hallo zusammen,

ich habe gerade in Moskau geheiratet.
Herzlichen Glückwunsch!
inselyeti hat geschrieben:Ich habe aus Deutschland eine Ehefähigkeitsbescheinigung (gibt es beim Standesamt, 55,00 €) mit Apostille (13,00 €) und Übersetzung (15,00 €),
inselyeti hat geschrieben:
Off-Topic: Ist es nicht erschreckend, dass eine aufwändige und qualifizierte Sachverständigenleistung (Übersetzung) nur 2,00 EUR teurer sein soll als eine Verwaltungsgebühr, die nach deutschem Recht nur die faktischen Kosten der Verwaltungshandlung decken darf?!



inselyeti hat geschrieben:Um dann sicher zu gehen haben wir alle Dokumente im russischen Konsulat "legalisieren" lassen. Das legalisieren kostete für alle Dokumente 120,00 €.
Ohne dir persönlich zu nahe treten zu wollen: Ihr habt sicherlich die Übereinstimmung der Übersetzung mit dem Original beglaubigen lassen. Das ist recht teuer im russischen Konsulat.

Eine Legalisation ist etwas anderes. Dabei legalisiert das Konsulat des Staates, in dem die Urkunde verwendet werden soll, die letzte Unterschrift / das letzte Siegel auf der Urkunde. Erst dann kann die Urkunde im "Zielstaat" verwendet werden. Viele Länder haben die Legalisation durch das Apostille-Verfahren ersetzt.

Laut dem Auswärtigen Amt ist eine Übersetzung eine Sachverständigen-Leistung und kann nicht apostilliert/legalisiert werden. Lediglich die Unterschrift des Übersetzers, aber nicht die Inhalte können legalisiert werden.
Ausnahme bilden Handlungen von Konsularbeamten, die mit entsprechenden Sprachkenntnissen die Übereinstimmung einer Übersetzung mit dem Original beglaubigen dürfen.
inselyeti hat geschrieben:Die Legaliesierungskosten kann man sich aber sparen, wenn man die Übersetzung von einem Notar in Moskau machen lässt. Was der allerdings kostet weiß ich nicht.
Dürften pro Urkunde auch so 12 - 20 EUR + ca. 5 - 8 EUR für den Notar werden.
inselyeti hat geschrieben: Danach muß eine russische Apostille (300 Rubel) erstellt werden. Die müssen wir nun noch übersetzen lassen und gehen damit zum Ausländeramt in Deutschland.
Bitte aber die ganze Urkunde :-)

Die Übersetzung ins Deutsche sollte unbedingt ein in Deutschland beeidigter / ermächtigter / öffentlich bestellter Übersetzer machen. Kann sein,dass die dt. Behörden die Übersetzungen/Notarisierungen russischer Übersetzer nicht akzeptieren (u. a. weil einem da manchmal die Haare zu Berge stehen). Somit würdet ihr doppelt bezahlen - für den Übersetzer in Russland und den Übersetzer in Deutschland.


Hab auch mal die Begriffe/Bezeichnungen erläutert, denn es kommt immer wieder zu Verwechselungen und Missverständnissen.

Grüße
M.-M.[/b]
Anonymous

Beitrag von Anonymous »

Danke für die Glückwünsche.

Die 13,00 Euro für die Apostille empfand ich als angemessen. Im Preis inkl. sind die Bearbeitung bei der Kreisverwaltung, Versand an das Innenministerium des Landes, Bearbeitung im Innenministerium und Rücksendung am mich. Heftig fand ich die 55,00 € für das Ehefähigkeitszeugnis. Wenn der Mitarbeiter im Standesamt meiner Stadtverwaltung in Normalgeschwindigkeit gearbeitet hätte, wäre er nach 5 Minuten fertig gewesen. Gebraucht hat er 20 Minuten. Und dabei hat er nur die Daten von meiner Frau und mir in den PC eingetippt und ausgedruckt.

Keine Sorge, Du trittst mir nicht zu nah. Es kann sein, dass es keine Legalisierung war. Die Konsularbeamtin hat es so genannt. Wichtig war für uns nur, dass die Mitarbeiter im Moskauer Standesamt vom Stempel des russischen Konsulates tief beeindruckt waren. Die Dokumente wurden ohne Nachfrage akzeptiert. Es gab sogar ein Lob für die einwandfreien Unterlagen. Und wer russische Behörden kennt, stimmt mir sicherlich zu, dass so etwas nicht zum üblichen Dialog in russischen Amtsstuben gehört. Von daher kann ich jedem der sicher gehen will nur empfehlen, die Unterlagen bereits im Konsulat in Deutschland prüfen zu lassen. Ich glaube das erleichtert den Papierkram in Russland.

Die Übersetzung der Heiratsurkunde und der Apostille sollte unbedingt von einer beeidigten Übersetzerin in Deutschland erfolgen.
Magdeburg-Moskva
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Beitrag von Magdeburg-Moskva »

inselyeti hat geschrieben:Die 13,00 Euro für die Apostille empfand ich als angemessen.
Hihi... Meinte eher, dass 15,00 EUR für eine derartige Übersetzung zu billig seien, gehöre ja selbst dieser ehrenwerten Zunft an.
Überlege mal, derjenige, der die Arbeit - Übersetzung - ausführt kriegt für sagen wir 1 Seite 15,00 EUR.
Der Konsularbeamte, der mal eben drüberfliegt, beglaubigt und das in ein Register einträgt, kassiert auch 15,00 EUR pro Seite.
Ergo kriegt doch der Übersetzer verhältnismäßig zu wenig.



inselyeti hat geschrieben:Heftig fand ich die 55,00 € für das Ehefähigkeitszeugnis. Wenn der Mitarbeiter im Standesamt meiner Stadtverwaltung in Normalgeschwindigkeit gearbeitet hätte, wäre er nach 5 Minuten fertig gewesen. Gebraucht hat er 20 Minuten.
Naja, Verwaltungsgebühren sind Mischpreise für unterschiedlichen Aufwand. Der nächste sieht den Beamten schuften und bemitleidet ihn fast, dass er dafür nur 55 EUR nehmen darf.
inselyeti hat geschrieben: Es gab sogar ein Lob für die einwandfreien Unterlagen. Und wer russische Behörden kennt, stimmt mir sicherlich zu, dass so etwas nicht zum üblichen Dialog in russischen Amtsstuben gehört.
Das ist doch die Hauptsache....
inselyeti hat geschrieben: Die Übersetzung der Heiratsurkunde und der Apostille sollte unbedingt von einer beeidigten Übersetzerin in Deutschland erfolgen.
Mehr Männer in Frauenberufe!!!
Es gibt auch männliche Übersetzer!!! :-) :wink:
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