LISTWJANKA - BAIKALSEE
Die beiden Tage werden für kleinere Wanderungen, etc. genutzt, auch ein Ausflug zur „Baikalbahn“ in Port Baikal gegenüber von Listwjanka auf der anderen Seite der Angara (dorthin gelangt man mittels 20-minütiger Schifffahrt) steht auf dem Programm.
Schiff Listwjanka – Port Baikal

Bahnhof Port Baikal:

Wanderung auf den Gleisen der „Baikalbahn“.

Ostanovka punkt km 79 (Haltepunkt km 79)

Ein einziges Haus befindet sich in der Nähe der Haltestelle...
In Russland gibt es übrigens viele Haltestellen, die keinen Namen haben, man braucht nur auf http://fahrplan.oebb.at/bin/oebb.w02/stboard.exe/dn? mal „ost?“ als Suchbegriff eingeben...
Dorfidylle in Listwjanka

Am Baikalsee:

Das Wetter während der drei Tage am Baikalsee war eigentlich recht passabel, zeitweise war es zwar bewölkt, geregnet hat es aber nicht. Die Temperaturen kagen tagsüber zwischen 20 und 25 Grad.
Di 30.7.2002
Linienbus Listwjanka (7:00) - Irkutsk (ca. 8:30)
IRKUTSK
am Nachmittag Abfahrt mit dem Zug:
Irkutsk Passaschirskij (km 8584) 11:35 (MZ = 16:35 Ortszeit) (D 9IJ)
im Zug: Irkutsk - Zima
Heute beginnt die Rückreise. Zunächst geht es nach Irkutsk, diesmal mit dem Linienbus. Die Tragflächenboote sind primär für Ausflügler konzipiert, deshalb fahren sie erst am Nachmittag nach Irkutsk. Wir wollen aber bereits in der Früh losfahren, damit bis zur Abfahrt unseres Zuges um 16:35 noch Zeitz für eine kurze Stadtbesichtigung bleibt.
Vor der Abfahrt (7:00) in Listwjanka:

Beim Bus handelt es sich um einen alten Ikarus-Bus. Nach gut 90 Minuten über eine relativ gut ausgebaute Landstraße sind wir am Busbahnhof in Irkutsk.
An einem Kiosk kaufen wir uns eine Tageskarte der örtlichen Verkehrsbetriebe und mit der Straßenbahn geht es zunächst zum Bahnhof, wo wir unsere Rucksäcke bei der Gepäckaufbewahrung deponieren.
Tageskarte in Irkutsk – Preis: 8 Rubel (ca. 0,25 Euro)

ÖPNV in Irkutsk:




Nach einer kurzen Stadtbesichtigung (Fussgängerzone, Stadtmuseum, Oper (siehe Bild), etc.) bleibt noch ein bisschen Zeit sich den Bahnhof näher anzusehen.
Er wurde vor kurzem vorbildlich renoviert:
Straßenseite:

Warteraum:

Gleisseite:

Mit dem „firmenij poezd“ Nr. 9 „Baikal“ geht es dann um 16:35 Ortszeit los nach Jekaterinburg.

Obwohl wir nur bis Jekaterinburg fuhren, hatten wir eine Reservierung bis Moskau, da das System keine Reservierung nur bis Jekaterinburg ausspucken wollte:

Der Zug besteht ist folgendermaßen zusammengestellt:
Lok WL 65
Gepäckwagen
Wagen 1 – P, 54 Pl.
Wagen 2 – P, 54 Pl.
Wagen 3 – P neu, 54 Pl.
Wagen 4 – P neu, 54 Pl.
Wagen 5 – P neu, 54 Pl.
Wagen 6 – K, 36 Pl.
Wagen 7 – SV, 18 Pl.
Wagen 8 – K, 36 Pl.
Speisewagen
Wagen 9 – K, 36 Pl.
Wagen 10 – K, 36 Pl.
Wagen 11 – K, 36 Pl.
Wagen 12 – K, 36 Pl.
Wagen 13 – K, 36 Pl.
Wagen 14 – K, 36 Pl.
Wagen 15 – K, 36 Pl.
Wagen 16 – K, 36 Pl.
Wagen 17 – K neu, 36 Pl.
Wagen 18 – K neu, 36 Pl.
(neu: neuere in Russland gebaute Wagen, die anderen wurden noch in Ammendorf gebaut, siehe Foto oben)
Der Zug besteht also aus nicht weniger als 20 Wagen und bietet Platz für 720 Fahrgäste. Der Zug dürfte ist auch fast ausgebucht; als ich am 19.7. vor Reisebeginn via Internet die Verfügbarkeit der freien Plätze abcheckte, waren im ganzen Zug nur mehr 69 Plätze frei, wobei die Wagen 1 und 18 zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Reservierungssystem waren. Offenbar hat man sich aufgrund der Buchungslage entschieden, 2 zusätzliche Wagen anzuhängen.
Unsere Plätze befinden sich im Wagon 9 in der Mitte des Zuges unmittelbar hinter dem Speisewagen. Man merkt den Unterschied zu einem „skorij poezd“, denn die Waggons sind in deutlich besserem Zustand und alles wirkt sehr sauber (auch das WC). Ausserdem gibt es sogar so etwas wie die Reisebegleiter (Fahrplan) hierzulande.
Wir haben unser Abteil sogar für uns. Ansonsten befinde sich recht viele Ausländer im Zug, u.a. eine Familie aus Kalifornien (die zuvor schon in Listwjanka im gleichen Haus wie wir gewohnt haben – die Welt ist eben klein...), zwei Schweizer Studenten, die auf dem Rückweg von einem Auslandsjahr in Peking sind und ein Japaner, der mit dem Schiff von Japan nach Wladiwostok fuhr und jetzt auf dem Weg nach Europa ist...
Auch im Speisewagen ist das Publikum international, Engländer, Australier, zwei Luxemburgerinnen, die gerade auf der letzten Etappe ihrer Weltreise zurück nach Luxembourg sind, etc. - auf jeden Fall sehr interessante Leute.
Die Lok des langen Zuges in Zima:

Doppelregenbogen nach einem Gewitter:

Fahrt in den Sonnenuntergang:

Mi 31.7.2002
im Zug: Krasnojarsk - Mariinsk – Novosibirsk
Am Vormittag passieren wir wieder Krasnojarsk Zuerst geht es über den Jenissej:

Lokdepot Krasnojarsk:

Während des Bahnhofsrundganges bekomme ich einen Sonderzug mit Dampflok vor die Linse:

Über Mariinsk (Stromsystemwechselbahnhof) ....

....geht es dann weiter nach Nowosibirsk, das wir am Abend erreichen.

Do 1.8.2002
im Zug: Ishim - Tjumen - Jekaterinburg (vormals Swerdlowsk, Bahnhof heisst immer noch so)
- Swerdlowsk Passaschirskij (km 11958) 14:08 (MZ = 16:08 Ortszeit + 110' Versp.)
JEKATERINBURG
In der Nacht durchqueren wir das westsibirische Tiefland, das wir bei der Hinfahrt tagsüber passiert haben. Eher zufällig haben wir es so eingerichtet, dass wir jene Teilstrecken, die bei der Hinfahrt verschlafen wurden nun tagsüber zurückgelegt werden bzw. umgekehrt.
Am nächsten Morgen ergibt stellen mir mittels Kilometertafeln und Uhr fest, dass der Zug über Nacht offenbar über zweieinhalb Stunden Verspätung aufgerissen hat. Naja, auch egal, Zeit haben wir eh’ genug.
Während eines Aufenthaltes am späten Vormittag in Ischim begegnet uns ChS-2 648 mit Zug 376 von Nischnewartowsk nach Omsk.

Tjumen, der letzte Halt vor Jekaterinburg. Nun geht es 326 km ohne Halt (Fahrzeit 4:18) bis Jekaterinburg:

Swerdlowsk Passaschirskij (die Stadt heisst seit einigen Jahren wieder Jekaterinburg, der Bahnhof trägt aber noch den Namen aus der Sowjet-Zeit) erreichen wir schliesslich mit ca. 110 Minuten Verspätung. Hier treffe ich auch auf den Kurswagen Pjöngjang – Moskau (alle 14 Tage über Chabarowsk, zusätzlich gibt es einmal wöchentlich einen Kurswagen Pjöngjang – Moskau über China), der mit über 10000 km die längste umsteigefreie Bahnverbindung der Welt darstellt.
So kann man mit nur einmal Umsteigen von Wien nach Nordkorea fahren – wenn man will....
