Firma in Russland eröffnen - Erste Schritte?

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Carlos

Firma in Russland eröffnen - Erste Schritte?

Beitrag von Carlos »

Hallo,

zur Zeit besitze ich eine Firma hier in Deutschland und möchte aber nun eine russische Firma eröffnen, da mir unter anderem die Russische Gesetzgebung für unser Firmenprojekt mehr zusagt, als die Deutschen Gesetze.
Ausserdem hat unsere Firma in der Ukraine und Russland mehr Erfolg bisher als in Deutschland. Nun möchte ich mir die Sache mal genauer anschauen, was nötig ist, um in Russland als Deutscher eine Firma eröffnen zu können.

Hat da jemand schon Erfahrungen oder vielleicht ein paar Tips, was als Erstes gemacht werden muss?

Gruß Carlos
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Zejtnot
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Re: Firma in Russland eröffnen - Erste Schritte?

Beitrag von Zejtnot »

Wir hatten das Thema hier sehr oft. Was soll es denn für eine Firma sein? AG, GmbH, ...? Willst Du einen Strohmann als Direktor oder Dich selbst mit Arbeitsgenehmigung?

Nutze mal die Suchfunktion, gebe "OOO" (GmbH) oder "Firmengründung" ein.
Carlos

Re: Firma in Russland eröffnen - Erste Schritte?

Beitrag von Carlos »

Danke für die Antwort.

Gibt es denn auch solch verschiedene Firmenformen in Russland wie AG, GbR, GmbH und so weiter?

Im Prinzip reicht ein Firmenstatus der einer Kleinfirma entspricht. Wichtig wäre für uns erstmal das Ziel zu erreichen, dass für uns nur noch die russischen Gesetze gelten. Gearbeitet wird weiterhin erstmal von Deutschland aus über Internet. Wenn uns nun diese russische Gesetzgebung die Vorteile verschafft, die wir mit der Deutschen Gesetzgebung nicht erreichen können oder die teurer sind, dann möchte ich womöglich auch umsiedeln nach Russland. Ich verstehe schon gut Russisch, bin aber noch hier und da am Grammatik lernen.

Deshalb, was für eine Geschäftsform würdest du da denn vorschlagen? Waren verkaufen wir keine, ein Gebäude muss auch nicht gemietet werden, Konto kann gerne auch in Deutschland geführt werden vorerst. Wir möchten einfach nur unter russischem Recht stehen weil wir mit dem deutschen Recht absolut nicht zufrieden sind, dies ist einfach total überreguliert und blockierend für unser Projekt. Wir haben ein Internetprojekt und möchten einfach nicht, dass sich der Deutsche Staat da einmischt. Ich hatte mal für eine Russische Firma gearbeitet und habe mitbekommen wie locker dort die Gesetze sind und dir mehr Freiheit geben. Diese Freiheit brauchen wir auch, sonst kommt unser Projekt nicht 100% zur Geltung und wird an der Weiterentwicklung gehindert.

Hoffe du kannst mir daher noch ein paar Tips geben.
Vielleicht findet sich ja auch zufällig hier jemand, der das ganze schon hinter sich hat mit Firma in Russland anmelden und seine Erfahrungen etwas schildern kann. Wäre super!
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manuchka
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Re: Firma in Russland eröffnen - Erste Schritte?

Beitrag von manuchka »

Für Kleinfirmen kommen vor allem zwei Formen in Betracht:
1. Privatunternehmer
2. OOO (GmbH)

Als Privatunternehmer kann ein Ausländer sich jedoch erst registrieren, wenn er mindestens eine Aufenthaltserlaubnis hat, und das ist - nach russischem Recht - alles andere als einfach zu erreichen. Selbst Deutsche mit russischem Ehepartner müssen eine langwierigen Prozess durchlaufen, bis sie eine AE bekommen. Diese Variante fällt also weg.

OOO ist da schon eher eine Möglichkeit, die kann auch ein Ausländer gründen, aber der Ausländer muss dann - wenn er auch in der OOO arbeiten will - in jedem Fall über die Firma eine Arbeitserlaubnis beantragen und danach ein Arbeitsvisum, auch langwierig, aber leider erforderlich.
Auch wenn du meinst, ihr braucht kein Büro etc. - mindestens eine juristische Anschrift für die Registrierung braucht ihr doch, und natürlich auch ein Bankkonto in Russland. Wenn ihr dann in DE tätig sein wollt als russische Firma, wird das auch nicht so einfach - im Normalfall muss eine Firma (meine ich) bei Tätigkeit im Ausland eine Repräsentanz oder Niederlassung aufmachen, dann kommt Steuerrecht etc. dazu, und in Russland nimmt man Anti-Geldwäsche-Vorschriften sehr ernst, gerade im internationalen Zahlungsverkehr.

Ich würde mir generell das russische Recht nicht allzu einfach vorstellen - auf den ersten Blick gibt es vielleicht mehr Freiheiten, auf der anderen ist alles sehr bürokratisch (viel mehr Papierkram als in DE, speziell für Personalkram, Buchhaltung etc.) Fühlst du dich im russischen Recht so bewandert, dass du dir zutraust, Verträge (inkl. Arbeitsverträge) und Zahlungsverkehr und alles Drum und Dran dem russischen Recht zu unterstellen? Dann muss auch alles in russischer Sprache passieren... entweder hast du gute Leute in der Firma, die das übernehmen, oder einen Haufen Kosten für Rechtsanwälte, Übersetzer... (nicht für die Gründung, sondern für die laufende Tätigkeit).

Hier noch ein paar Links zu Themen, die wir in der Richtung bereits im Forum hatten:
http://www.forum.aktuell.ru/viewtopic.p ... 19&p=55232
http://www.forum.aktuell.ru/viewtopic.p ... 01&p=55517
http://www.forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=22&t=8202
Du erntest, was du säst.
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Zejtnot
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Re: Firma in Russland eröffnen - Erste Schritte?

Beitrag von Zejtnot »

Ich stimme Manuchka vollkommen zu. Eine OOO mit vereinfachtem Steuersystem erschiene mir für Euch das Richtige. Jedoch ist dies mit sehr viel Papierkram verbunden - viel mehr, als man sich das als Deutscher vorstellen kann.

Nur um ein Beispiel zu nennen: Ich muss beispielsweise bis Ende 2008 für alle Mitarbeiter eine Urlaubsplanung für 2009 machen. Diese muss ich dann per Anordnung in Kraft setzen, unbedingt noch im Dezember 2008. Wenn ein Mitarbeiter dann 2009 zu einem anderen Zeitpunkt Urlaub machen will, als ich das nun "geplant" habe, muss er einen Antrag mit Begründung schreiben und ich muss wiederum eine Anordnung zur Abänderung des Urlaubsplans machen. Wenn er dann in den Urlaub fährt, macht er noch einen Antrag auf den konkreten Urlaub im speziellen und ich mache eine dementsprechende Anordnung. Die Buchhaltungsagentur (Kostenpunkt 300 Euro im Monat) muss das Urlaubsgeld am ersten Urlaubstag auszahlen und alle dafür notwendigen Papiere vorbereiten. Das Urlaubsgeld muss in Kalendertagen berechnet werden, obwohl man im Normalfall ja an Arbeitstagen freinimmt (und nicht am Wochenende).

Dies ist ein Beispiel von hunderten ... dasselbe gilt für Brandschutz, für Krankengeld, für den Jahresabschluss, für Überweisungen aus dem Ausland, für Lohnzahlungen, für Steuern, für Krankenversicherung, für Rentenfond, für Arbeitsverträge. Kein einziger Schritt ist unkompliziert. Nur weil vielleicht zwei deutsche Gesetze dämlich sind, würde ich mir in keinem Fall freiwillig 20 dämliche russische Gesetze aufbürden.

Wenn doch, dann solltest Du Dir entweder eine Agentur und einen Strohmann als Direktor suchen, um Deine Firma aufzumachen. Ansonsten wirst Du locker zwei Monate mit all dem Papierkram vor Ort in Russland beschäftigt sein.
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manuchka
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Re: Firma in Russland eröffnen - Erste Schritte?

Beitrag von manuchka »

Zwei Monate Papierkram ist dabei noch eine sehr günstige Prognose.
Du erntest, was du säst.
Carlos

Re: Firma in Russland eröffnen - Erste Schritte?

Beitrag von Carlos »

Hallo nochmal und danke für die Antworten.

Im Prinzip möchte ich natürlich nicht eine kompliziertere Buchhaltung und mehr Verwaltung, aber wenn dieser Zusatz an Büroarbeit dazu führt, das wir für unser Firmen-Internet-Projekt auch Bereiche benutzen können, die in Deutschland einfach zu teuer wären, dann würden wir diese extra Buchhaltung auch aufnehmen.

Zum Beispiel nenne ich da nur die GEMA in Deutschland. Hat Russland soetwas auch?

Auf unserem neuen Internet-Projekt können registriere Benutzer unter anderem Musik hochladen. Aktuell streitet die GEMA mit Google über Youtube, da dort auch Musikvideos vorhanden sind. Die GEMA möchte 12 Cent pro angeschautem Video erhalten, etwa 5,4 russische Rubel.

Das ist einfach zu teuer für unsere Firma, und auch Youtube sagt es wäre zu teuer und bekam verboten in Deutschland Musikvideos über ihre Plattform zu zeigen.

Ich möchte einfach nicht, dass unser Projekt durch eine solche Mafia wie die GEMA blockiert oder verhindert wird oder uns in den Ruin treibt. Das wäre auch noch ein Grund für unsere Firma nach Russland zu wechseln, oder wie läuft das in Russland? Gibt da auch eine solche GEMA(Musik)behörde?
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Zejtnot
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Re: Firma in Russland eröffnen - Erste Schritte?

Beitrag von Zejtnot »

Carlos hat geschrieben:wie läuft das in Russland? Gibt da auch eine solche GEMA(Musik)behörde?
Russland ist noch kein Mitglied in der WTO und muss das weltweite Copyright-Recht also nicht anerkennen. Bislang konnte man daher an jeder Ecke Raubkopien kaufen und etliche Internetportale erlaubten den quasi kostenlosen Download von Musik, Filmen und Software.

Inzwischen zieht Russland die Regeln an - in Novosibirsk wurden in letzter Zeit massiv DVD-Kioske geschlossen und viele offizielle Webseiten haben ihre Filmangebote auf P2P-Lösungen umgestellt, um nicht haftbar gemacht werden zu können.

Ich denke also die Flucht nach Russland wird sich für Euch nicht mehr lohnen - bis ihr alles aufgebaut habt, wird auch in Russland auf Lizenzen geachtet. Dazu kommt, dass ihr als Ausländer für die Polizei ein gefundenes Fressen wärt - die Polizei wird im Rahmen der WTO-Bemühungen offensichtlich gedrängt, ab und zu ein paar Raubkopierer dingfest zu machen. Der russische Raubkopierer weiß sicherlich, wem er Geld zustecken muss, damit es nicht ihn erwischt. Weißt Du das??

Fazit: Ich würde mich als Deutscher niemals in solche Sphären in Russland begeben!
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GIN
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Re: Firma in Russland eröffnen - Erste Schritte?

Beitrag von GIN »

Zejtnot hat geschrieben:
Carlos hat geschrieben:wie läuft das in Russland? Gibt da auch eine solche GEMA(Musik)behörde?
Russland ist noch kein Mitglied in der WTO und muss das weltweite Copyright-Recht also nicht anerkennen. Bislang konnte man daher an jeder Ecke Raubkopien kaufen und etliche Internetportale erlaubten den quasi kostenlosen Download von Musik, Filmen und Software.

Inzwischen zieht Russland die Regeln an - in Novosibirsk wurden in letzter Zeit massiv DVD-Kioske geschlossen und viele offizielle Webseiten haben ihre Filmangebote auf P2P-Lösungen umgestellt, um nicht haftbar gemacht werden zu können.

Ich denke also die Flucht nach Russland wird sich für Euch nicht mehr lohnen - bis ihr alles aufgebaut habt, wird auch in Russland auf Lizenzen geachtet. Dazu kommt, dass ihr als Ausländer für die Polizei ein gefundenes Fressen wärt - die Polizei wird im Rahmen der WTO-Bemühungen offensichtlich gedrängt, ab und zu ein paar Raubkopierer dingfest zu machen. Der russische Raubkopierer weiß sicherlich, wem er Geld zustecken muss, damit es nicht ihn erwischt. Weißt Du das??

Fazit: Ich würde mich als Deutscher niemals in solche Sphären in Russland begeben!
dann geht er eben nach Abchasien und macht es dort weiter :-))))))) die werden noch lange nicht in der WTO sein genau wie Russland
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