Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

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Saboteur
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Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von Saboteur »

Also ganz ehrlich, wer jedwede Veraenderungen/Verbesserungen in Russland leugnet, oder ignoriert, hat se doch nicht mehr alle. Так?...
...
okay, vllt bin ich bisslübers Ziel hinausgeschossen aber das es materielle Verbesserungen gibt ist keine Frage aber es gibt eben auch Verschlechterungen und Stillstand und das Gegeneinander aufzurechnen finde nicht gut -also nach dem Motto, ja das und das läuft nicht so gut aber...

Ich bin eben eigentlich für eine Versachlichung der Diskussion und zu der gehört eben zu benennen was gut ist, was mittel ist und was schlecht ist und so weiter ohne in eine bestimmte Ecke gedrängt zu werden bzw "ja aber" zu hören oder n Verweiß woanders hin... weißt du was ich meine`?
помню айнц цвай полицай. все там с ума сходили. Под самогон...
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Apollo
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Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von Apollo »

domizil hat geschrieben:... ich versuche mal Ihren Gedankengang nachzuvollziehen:
1. Die existierende "sogenannte Opposition" ist keine richtige Opposition
2. Möglicherweise sich entwickelnde Opposition wird sofort im Keim erstickt
3. Den Beweis hierfür finden wir u.a. in Berichterstattungen der Tagesschau und deutscher Zeitungen, also von deutschen Journalisten die vor Ort arbeiten und alles ganz genau wissen.
Ich hoffe ich habe alles richtig verstanden.
Uwe Niemeier
Die Punkte 1 und 2 sind treffend, diese Mechanismen kann man in allen ehemaligen Republiken beobachten.
Kontrollierte, gesteuerte Opposition, und Huerden bei der Gruendung neuer Parteien, i.d.R. bereits bei der Registrierung.
Durch die Eigenbeobachtung hat sich dann auch Punkt 3 relativiert.

Ein weiteres Problem, die in weiten Teilen uneinige vorhandene "freie" Opposition.
Wo ist das Bernsteinzimmer versteckt ?

http://stjgfb.blogspot.de/
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Axel Henrich
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Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von Axel Henrich »

Saboteur hat geschrieben:... weißt du was ich meine?
Ehrlich gesagt nicht wirklich ... ;) aber eher in dem Sinne, dass es fuer deine Kritik nicht wirklich eine Alternative gibt ...
Saboteur hat geschrieben:Ich bin eben eigentlich für eine Versachlichung der Diskussion
Versachlichung einer Diskussion zu politischen Themen ...? Da gelingt wohl eher die Quadratur des Kreises ;)

Nein mal ehrlich, wenn Jemand permanent negativ ueber Russland schreibt, dann liest man manchmal mit einem Schmunzeln drueber weg und manchmal moechte, muss und sollte man auch bestimmte Aussagen etwas gerade ruecken. Wenn dann derjenige noch einen draufsetzt und/oder versucht seine Aussage mit halbseidenen, leicht widerlegbaren, "Argumenten" zu begruenden, wird es haarig. Wenn das ueber einen laengeren Zeitraum passiert, machst du irgendwann die Schublade auf und beendest die Diskussion kurzfristig. Alternative, ohne zutun deines Gegenuebers ...? Nicht wirklich!

-ah-
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Axel Henrich
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Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von Axel Henrich »

Apollo hat geschrieben:Ein weiteres Problem, die in weiten Teilen uneinige vorhandene "freie" Opposition.
... und genau hier lag wohl IMHO das Problem von Prochorow. Er sagt zwar: "...призвал сторонников «выйти из этого кукольного прокремлевского проекта", aber wenn man zu Prochorow im russischen mal ein bischen rumliest, bekomme zumindest ich den Eindruck, dass nicht unbedingt Putin/Medwedjew selber [2], sondern u.a. die Hoerigkeit der Parteifuehrung fuer ihn zum Problem wurde. Denn auch bei seinen neuen Projekten moechte er sich auch weiterhin mit der Kremlfuehrung absprechen: "он сообщил, что уже сегодня позвонит «президенту и премьеру с просьбой о встрече»" [...] «После этого я переговорю с руководством страны, и можно будет спокойно начать формировать общественное движение, а потом займемся политической партией»

http://www.forbes.ru/ekonomika/vlast/73 ... razdvoilos
auch interessant:
[2] http://www.gazeta.ru/politics/elections ... 8997.shtml

-ah-
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Zejtnot
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Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von Zejtnot »

Also grundsätzlich finde ich es schade, dass diese Rochade nun durchgeführt wird. An sich hat Medwedew gute Impulse gegeben, in irgendeinem russischen Journal stand letztens als Einschätzung (frei übersetzt): Obwohl im die Hände gebunden sind, versucht er alles anzupacken, wo er noch rankommt. Ich empfinde schon eine gewisse Modernisierung in seiner Amtsperiode - in den Behörden stehen nun Computer, für den Pass kann man sich elektronisch anmelden, ebenso für die Technosmotr (als es sie noch gab). Es ist ja nicht so, dass es bis 2008 keine PCs gegeben hätte - aber erst mit Medwedew kamen die in der russischen Verwaltung an.

Vielleicht ist die Rochade so doch etwas näher an der Realität - Putin ist die glänzendere Figur für öffentliche Auftritte, für Außenpolitik und so weiter. Medwedew ist jener, der die langweiligen, aber dennoch nötigen Dinge anpackt. Im Grunde ist der Wechsel eigentlich nur eine Anpassung an die Realität.

Aber dennoch finde ich es ein trauriges Schauspiel - denn allein die Hörigkeit, dass bei über 1000 Delegierten nur eine Gegenstimme kommt und diese dann auch noch in lächerlicher Weise angegriffen wird, kotzt mich an. Dies erinnert zu sehr an alte Zeiten. (Ja, auch in deutschen Parteien werden Kandidaten meist mit über 90 Prozent aufgestellt und bekommen 15 Minuten Applaus - aber eine gewisse innerparteiliche Kritik ist dennoch erlaubt. Hier offensichtlich nicht.)

Zur Diskussion hier: Die Politik der letzten 10 Jahre halte ich im großen Maßstab für gelungen. Schulden wurden abgebaut und Investitionen in die Infrastruktur wurden nicht in Boomzeiten gemacht - wo wären denn die Preise für Neubauten gelandet, wenn es im gleichen Zeitraum noch ein Infrastrukturpaket gegeben hätte?! Das Schimpfen über die Wirtschaftspolitik kann ich auch nicht nachvollziehen: die Autoindustrie wurde erfolgreich angelockt, auch auf moderne Technologien wie Nanotechnik versucht man aufzuspringen - wobei das zugegeben eine eher peinliche Show ist. Aber wie soll man es sonst angehen.

Kritik gibt es natürlich ausreichend, da muss man auch meiner Meinung nach dringend anpacken: Die Korruption muss dringend in den Griff bekommen werden - das Geld für das Bolschoi Teatr und Sochi war faktisch alle, bevor der erste Ziegel gesetzt wurde. Die Struktur von Edinnaja Rossija ist ein schlechter Scherz - ein Sammelbecken korrupter Nichtskönner. Ich habe selber entfernte Freunde, die sich dort nur für ihren persönlichen Vorteil engagieren, weil sie es anders zu nichts bringen. Aber wer wirklich schlau ist, lässt aus persönlichem Stolz die Finger von der Bande.

Es ist also eine zwiespältige Geschichte. Die Show war schlecht, aber die Idee dahinter kann ich nicht grundsätzlich verteufeln.
pippie hat geschrieben:Wenn man Komfort braucht, sind das schon Wohlstandssorgen. Ich würde mich auch freuen, wenn in Deutschland der öffentliche Nahverkehr so dicht ausgebaut wäre, wie hier. Da bräuchte ich nicht die neuesten Busse. Ein paar mehr am Tag oder überhaupt einer würden mir völlig reichen!
Also Moment, ihr vergleicht Äpfel mit Birnen. Es gibt Stadtteile von Novosibirsk, da fährt der letzte Privatbus um 20:00. Staatliche Busse wurden weitestgehend abgeschafft. (Die Privatbusse sind technisch schlecht gewartet, Arbeitsschichten von 14 Stunden normal - das Risiko für die Fahrgäste unglaublich hoch.) In jenem Dorf, wo wir unsere Datscha haben, gab es nie einen Bus - die nächstgelegende Elektrischka ist 12 km zu Fuß (am Wochenende im Sommer kann man auf dem Anhänger eines Traktors die ersten 8 km fahren). Diese Elektritschka fährt fünfmal am Tag - 5:30, 8:30, 14:00, 18:00, 20:00. Der Zug am Vormittag wurde vor vier Jahren abgeschafft. Alternativ kann man noch 5 km laufen, wo es eine stündliche Busverbindung mit einmal umsteigen gibt. Das Dorf ist ganze 60 km von Nowokusnjezk entfernt - eine Stadt mit 700.000 Einwohnern!

Vergleich in Deutschland: In einem vergleichbaren Mini-Dorf bei Mönchengladbach, wo meine Ex-Freundin wohnte, gab es eine Anruflinientaxi, welches zehnmal am Tag angeboten wurde (zum normalen Bustarif). In Dresden haben alle Stadtteile bis 22:45 einen 15-Minuten-Takt, bis 0:45 alle 30 Minuten, dann über die Nacht alle 70 Minuten. Es gibt ein gut koordiniertes Nachttreffen aller Straßenbahnen und Busse, so dass man in einer halben bis dreiviertel Stunde von jedem Stadtteil in jeden anderen gelangt. Alle Verkehrsmittel sind sauber, technisch zuverlässig und die Arbeitskräfte haben nie Schichten über 8 Stunden, unter Beachtung von Lenkpausen.

Fazit: Sowohl der Anschluss kleiner Dörfer als auch der Stadtverkehr ist in Russland im Vergleich zu Deutschland in meinen Augen eine Katastrophe! (Einzig wenn ich die Berliner S-Bahn mit der Moskauer U-Bahn vergleiche, gewinnt Russland. 8) )
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Sibirier
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Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von Sibirier »

Zejtnot hat geschrieben:In jenem Dorf, wo wir unsere Datscha haben, gab es nie einen Bus - die nächstgelegende Elektrischka ist 12 km zu Fuß (am Wochenende im Sommer kann man auf dem Anhänger eines Traktors die ersten 8 km fahren). Diese Elektritschka fährt fünfmal am Tag - 5:30, 8:30, 14:00, 18:00, 20:00. Der Zug am Vormittag wurde vor vier Jahren abgeschafft. Alternativ kann man noch 5 km laufen, wo es eine stündliche Busverbindung mit einmal umsteigen gibt. Das Dorf ist ganze 60 km von Nowokusnjezk entfernt - eine Stadt mit 700.000 Einwohnern!
Da hast Du eine bessere Verbindung wie ich in dem Dort von rd. 4.000 Einwohnern in dem ich zuletzt in DE gewohnt habe, das war nur 70 km von Bremen entfernt.... ;)

Heute wohne ich 90 km von Moskau entfernt in einem Dorf von 1.500 Einwohnern. Der 1. Bus fährt glaube ich morgens um 4:00 Uhr; der letzte so gegen 23:30 Uhr...

Aber ich denke, es ist müßig einzelne Standorte "heraus" zu picken....

Ich habe mal eine Zeitlang rd. 150 km von Moskau gearbeitet. Dort gab es 1999/2000 rd. 12 Kindergärten und man wollte 3 schließen, weil keine Kinder da waren. Arbeitslosigkeit war bei rd. 15%. Dort wurden dann 5(!) Fabriken (darunter auch Tchibo) gebaut (wo vielleicht bei jeder Fabrik rd. 500 Arbeitsplätze geschaffen wurden). Vor 4 Jahren, war dort Arbeitslosigkeit fast 0%, Kindergärten gab es nun 15 und 3 weitere in Bau, weil einfach zu viele Kinder auf einmal dort waren. Die Straßen der Stadt wurden saniert, ein großes Sportzentrum gebaut....

Auch in der Umgebung wo ich wohne, sind Fabriken gebaut worden, wie Samsung, Lotte (ich weiss nicht was die machen...) und diverse weitere. Samsung hat letztes Jahr dort erst erweitert, weiterhin wird dort eine weitere Metallverarbeitende Fabrik gebaut (Eigentümer mir bisher unbekannt). Direkt gegenüber meinem Haus wird jetzt ein riesiges Gewächshaus auf einer Fläche von über 10.000 qm gebaut und dort sollen dann rd. 100 Arbeitsplätze geschaffen werden (Investiert ein Holländer mit einem russ. Unternehmen zusammen).

Fakt ist für mich aber auch, in Russland muss noch einiges gemacht werden, Korruption bekämpft werden, auch noch weiter in die Infrastruktur investiert werden. Aber es geht nicht alles von heute auf morgen. Das das auch in DE nicht geht, wissen wir doch von unserer Wiedervereinigung. Warum haben die ostdeutschen Bundesländer noch die höchsten Arbeitslosenqouten, warum gibt es noch Tarife für Ost und West extra? Und nach 22 Jahren immer noch kein Ende in Sicht!

Das jetzige Regierungsgespann ist gerade mal so 11-12 Jahren dran. Was bis Ende der Jelzin-Ära war, gilt für mich nur als Ausbeutung Russlands, da ist m. E. nichts in Russland gemacht worden....
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....
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Zejtnot
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Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von Zejtnot »

Sibirier hat geschrieben:Da hast Du eine bessere Verbindung wie ich in dem Dort von rd. 4.000 Einwohnern in dem ich zuletzt in DE gewohnt habe, das war nur 70 km von Bremen entfernt.... ;)

Heute wohne ich 90 km von Moskau entfernt in einem Dorf von 1.500 Einwohnern. Der 1. Bus fährt glaube ich morgens um 4:00 Uhr; der letzte so gegen 23:30 Uhr...
Wir gehen einfach alle jeweils von den Leuchttürmen des ÖV aus: Moskau und Umland ist halt doch etwas anderes als das flache Land weiter weg! Ebenso ist Dresden dank der Verkehrsingenieure von der TU-Dresden ein Traum - in Wiesbaden ist der ÖV beispielsweise auch eine absolute Katastrophe!

Ansonsten gebe ich Dir absolut Recht - die Erneuerung Ostdeutschlands war sicher wesentlich einfacher als der Umbau Russlands, und dauert nun auch schon 20 Jahre.
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Sibirier
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Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von Sibirier »

Ich meine, hier mal auch ein kleiner Auszug, was dt.-russ. Firmen (die sich jetzt um einen Mittelstandspreis bewerben) in Russland investiert haben...

http://russland.ahk.de/fileadmin/ahk_ru ... lle_ru.pdf

Es müssen ja nicht gleich immer 100e von Millionen EUR sein....
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....
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Dietrich
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Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von Dietrich »

Zejtnot hat geschrieben: in Wiesbaden ist der ÖV beispielsweise auch eine absolute Katastrophe!
absolute Katastrophe?
Findest du?
Klar gibt es Verbesserungsvorschläge, aber sooo negativ würde ich das nicht ausdrücken. Bei uns im Vorort von Wiesbaden fahren eigentlich alle 20-30 Minuten Busse. Die Busse sind pünktlich, sauber und die Fahrer i.A. nett. Klar gibt es mal überfüllte Busse zu Stoßzeiten oder beim Weinfest, aber ansonsten findet man fast immer ein Plätzchen. Bei uns werden fast immer Gelenkbusse eingesetzt, die auch behindertengerecht sind.
In 15-20 Minuten ist man in der Innenstadt. An etlichen Einfallsstraßen gibt es Busspuren um den Stau morgens zu umfahren, etc.

Also eine "Katastrophe" sehe ich da nicht....
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)
Nikolaus
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Re: Medwedew schlägt Putin als Präsidenten vor

Beitrag von Nikolaus »

Dietrich hat geschrieben:Alle anderen Parteineugründungen die es auch nur irgendwie schaffen könnten, sich vom Kreml loszureissen und mehr als eine handvoll Russen auf sich aufmerksam zu machen, werden gleich im Keim erstickt oder schnell wieder auf Linie gebracht.
Das musste gerade erst Prokhorov mit seiner "gerechten Sache" feststellen.
http://www.tagesschau.de/ausland/wahlka ... nd100.html
Hast Du denn Deinen link auch gelesen? Du musst Dich dann schon entscheiden, ob Prochorow und die "Gerechte Sache" ein Projekt des Kremls waren oder ob er ein Opfer des Kremls ist ... :)
Aber Du weisst sicherlich, dass
- der Milliardaer Prochorow (woher ...) nicht die Partei gegruendet, sondern sich wohl mit Spenden ueber von ihm kontrollierten Firmen von etlichen Millionen dort sozusagen "eingekauft" hat und jetzt die "Kaufsumme" zurueckverlangt
- der Konflikt mit seinen Parteimitgliedern entstand, weil er darauf bestand, einen "Freund" auf die Parteiliste fuer die Dumawahlen zu setzen
- dieser ueberzeugte Demokrat, als er noch nicht vom Parteitag abgewaehlt worden war, den "ungehorsamen" Vorstand "seiner" Partei eben mal so entlassen hat und die Raedelsfuehrer aus der Partei ausgestossen hat :)
Da tritt nicht irgendein "Präsidentschaftskandidat" in den Ring und bildet eine Partei, ...
Genau das erwaegt aber wohl Prochorow, jetzt zu tun ... :)
Ich könnte ja einfach mal so "Nemzow" nennen. Aber das wäre nicht ehrlich, denn um eine Wahlempfehlung auszusprechen, da kenne ich weder ihn noch die Inhalte für die er steht, gut genug.
Da bist Du sicherlich im Recht. :) Doch Du weisst ja sicherlich,
- dass dieser lupenreine Demokrat viele Jahre ein Liebling von Jelzin war und in dieser Zeit mannigfaltige staatliche Aemter bekleidet hat, Duma-Abgeordneter, Gouverneur, Minister, ... zuletzt bis nach dem Default von 1998 war er Stellvertreter des Premiers
- dass er als Vertreter des Staates auch in strukturbildenden russischen Konzernen fungierte (Erdoel, Erdgas)
- ausser seiner Forderung "russische Beamte sollen mit russischen Autos fahren" :D wohl nichts bekannt wurde, was schliessen liesse, dass er fuer sein Volk gearbeitet hat
- dafuer nach der Devise "eine Hand waescht die andere" wohl eine Reihe krimineller Freunde gefoerdert hat ... zumindest gab es eine ganze Reihe Verfahren hierzu
Wenn ich meine russischen Bekannten und Freunde richtig verstehe, die durchaus nicht alle Putin-Enthusiasten sind, kommen fuer sie jedenfalls solche Praesidenten nicht in Frage ... :)
Und was die Belege betrifft, so muss man schon beide Augen fest zudrücken (oder einen Job bei Gasprom haben), um die nicht zu sehen:
http://www.tagesschau.de/ausland/borisnemzow100.html
http://www.sueddeutsche.de/politik/demo ... en-1.69993
Ach, weisst Du, natuerlich liebt "die Macht" nicht gerade die Aktionen der "Opposition", und wenn die aus PR-Gruenden oder fahrlaessig gegen die Regeln verstoesst, dann ist das ein gefundenes Fressen ... :)
http://vz.ru/politics/2011/1/28/464548.html
Aber das ist wohl ueberall so, auch in D. Ich kenne jedenfalls eine ganze Reihe Leute in D, die da "blaue Flecken" mitgenommen haben, ob sie da nun gegen Atomtransporte oder einen Bahnhof oder gegen Rechte demonstrierten ...
Ob man so etwas als "Ersticken der Opposition" bezeichnen kann!?
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