Gunnar hat geschrieben:
Für die USA will ich hier aber ohenhin nicht sprechen, nur für Europa, und da werden m.E. keine Ölkriege geführt, jedenfalls nicht von Deutschland und schon gar nicht gegen Russland.
Da sollte man den langen Arm des transatlantischen Bündnisses nicht unterschätzen. Speichelleckerei gewisser europäischer Staaten den USA gegenüber die in Unterwürfigkeit mündet ist da schon gegeben.
Auch Deutschland hat da seinen Platz.
Nicht umsonst schrieb Kissinger 1991:
„es kann in niemandes Interesse liegen, wenn sich Deutschland und Rußland gegenseitig als Hauptverbündete betrachten. Wenn sich beide Mächte zu nahe kommen, besteht die Gefahr der Hegemonie.“
Damit war die Stossrichtung der Amerikaner klar. Unsere Kanzlerin Angela Merkel beruft sich immerhin gern auf ihre mentale Nähe zum Friedensnobelpreisträger.
Und auch die deutsche Presse ist in das transatlantische Bundnis mit eingebunden. In den Grundsätzen, Werten und Leitlinien
der Axel Springer AG, die jeder Journalist, der dort arbeitet unterschreiben muss, steht unter Artikel 3 die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika.
Soviel zur Pressefreiheit in Deutschland und dem vorauseilenden Gehorsam der USA gegenüber.
Gunnar hat geschrieben:Bedeutungsvoller ist da sicher eher, dass man keine wirklich guten und engen Wirtschaftsbeziehungen aufbauen kann, wenn Korruption und Rechtsunsicherheit einen Risikofaktor darstellen.
Das sehen deutsche Wirtschaftsmanager dann wohl doch deutlich differenzierter.
Bereits vor Jahren wies der Sprecher der deutschen Wirtschaft Klaus Mangold im Petersburger Dialog auf den gemeinsamen verstorbenen Freund Peter Boehnisch hin, der bereits vor Jahren Pressevertreter verzweifelt fragte: Warum quält ihr Russland so?
Die deutsche Wirtschaft hat eher Probleme mit der deutschen negativen Berichterstattung über Russland als mit Russland selber. Seit Jahren steigen die Umsatzzahlen und am Russlandgeschäft hängen nach Aussagen der deutschen Wirtschaft bereits mehrere 100.000 Arbeitsplätze in Deutschland und ein Umsatzvolumen 2 stelligen Milliarden welches von Jahr zu Jahr steigt.
Aber hier ging es ja um den Menschenrechtler Chodorkowski und seine arme geschundene Seele.