Lohn und Gehalt - wer nimmt wer gibt

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Magdeburg-Moskva
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Einsatz von Praktikanten, Rabotat' za perspektivu

Beitrag von Magdeburg-Moskva »

Dave hat geschrieben:
Bauleiter hat geschrieben:Der betriebswirtschaftlich denkende Chef nimmt den nächsten Prakti und erzählt dem auch wieder was von Perspektiven.
Ach was, das trifft doch höchstens bei Kleinstfirmen zu wo der Praktikant als billige Arbeitskraft missbraucht wird. Niemand wird aber langfristig gesehen durch den Einsatz von Praktikanten ein riesen Geld verdienen.
Ich hoffe, folgendes ist eine Ausnahme, Dave, tebe vidnee: Ein Bekannter arbeitet für eine Übersetzungsfirma, in der hauptsächlich Studenten und Praktikanten für Hungerlohn schuften (mit der mehr als vagen Aussicht auf eine Festanstellung). Der Juniorchef fährt Jaguar.
Dave hat geschrieben:Einziger Erfolgsgarant = 100% motivierte Mitarbeiter...
Hoffentlich kapieren das die Firmen. (Oder bei dem o. a. Unternehmen ist die benannte vage Aussicht auf Festantellung schon Motivaten :evil:)
Dave hat geschrieben:Ein Praktikum, z.B. im Bereich Architektur oder Medizin (wo es gem. Studienplan vorgeschrieben ist) soll Freude bereiten, Interesse wecken, ...
Dieser Sinn der Praktika ist mittlerweile leider bei vielen verloren gegangen: In vielen Unternehmen sind Praktikanten festeingeplante Arbeitskräfte.

Ergo, Dave, ich hoffe, mehr Leute würden in diesem Zusammenhang auf Sie/dich hören.

Aber wahrscheinlich hat Bauleiter Recht, so lange es
  • irgendwelche Förderprogramme für - ich nenne es so - Hungerlohn-ABM in ihren verschiedenen Formen gibt,
  • Hochschulen beinahe inflationär Praktika (die selten viel bringen) promoten
  • und der Gesetzgeber vom Arbeitsrecht her Praktika bis zu 6 Monaten zulässt (wieso angesichts der sonstigen Regulierungswut nicht maximal 3?),
wird sich daran wenig ändern.
Dave
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Re: Einsatz von Praktikanten, Rabotat' za perspektivu

Beitrag von Dave »

Magdeburg-Moskva hat geschrieben:Ich hoffe, folgendes ist eine Ausnahme, Dave, tebe vidnee: Ein Bekannter arbeitet für eine Übersetzungsfirma, in der hauptsächlich Studenten und Praktikanten für Hungerlohn schuften (mit der mehr als vagen Aussicht auf eine Festanstellung). Der Juniorchef fährt Jaguar.
Das ist leider keine Ausnahme, was denkst Du* wie das in vielen Architekturbüros läuft. Und da ist ein Praktikum gem. Studiengang Vorschrift. Das wird dann erbarmungslos ausgenutzt. Hungerlohn bezahlen aber dem Bauherren gem. HOAI den vollen Tarif berechnen...

Ich versuche da für Transparenz einzustehen und bin der Überzeugung, dass man nur so langfristig Geschäfte machen kann. Die sichern zwar kurzfristig keine neue Leasing-Karre, machen aber nachhaltig Sinn.

Freundliche Grüsse

Dave

*= ich glaube wir können aufgrund des geringen Altersunterschiedes beim Du bleiben, auch wenn sich vielleicht unsere Wege mal in geschäftlicher Hinsicht kreuzen würden...
"Es wird immer gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht."
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Langhof
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Beitrag von Langhof »

Ach was, das trifft doch höchstens bei Kleinstfirmen zu wo der Praktikant als billige Arbeitskraft missbraucht wird.
Leider trifft das nicht immer auf kleine Firmen zu. Mir ist aus meinem Kommilitonenumfeld ein Fall bekannt in dem eine große Ölfirma Praktikantenstellen an Absolventen vergibt. Diese werden max. ein Jahr eingestellt. Jetzt haben es sogar mal 2 geschafft, mit dem ergebnis das jeder ein halbes Jahr bleiben darf. Das Brisante daran ist, dass eine von beiden schon mal ein Praktikum da gemacht hat.
Aber was tut man nicht alles für Referenzen in der Bewerbung.

Andererseits ist man als Hochschulabsolvent natürlich gewillt etwas zu machen und hat keinen Bock zu Hause "rumzuhängen"!
Das wichtigste sind ja Erfahrungen zu sammeln. ohne die hat auch ein Hochschulabsolvent leider nur wenige aussichten auf einen Job, es sei denn er ist Überdurchschnittlich oder hat einen gefragte Fachrichtung gewählt.
Deshalb nimmt man jede möglichkeit war um seinen Lebenslauf aufzubessern. Und die Firmen nehmen dankend an.

:cry:

Jens
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Beitrag von Magdeburg-Moskva »

Langhof hat geschrieben:Mir ist aus meinem Kommilitonenumfeld ein Fall bekannt in dem eine große Ölfirma Praktikantenstellen an Absolventen vergibt. Diese werden max. ein Jahr eingestellt.
Interessant oder besser bezeichnend ist, dass ich 2002 beim ersten Eruieren von Berufsaussichten noch so einiges von Traineeprogrammen gehört habe, aber mittlerweile im jobpilot (mittlerweile mag man es mit deutschem "j" aussprechen) fast nur noch Praktikantenstellen angeboten werden.
Soweit ich weiß, dürfen Praktika maximal 6 Monate dauern. Eigentlich der einzige gesetzlich Minimal-Vorschiebe-Riegel.
Langhof hat geschrieben:Andererseits ist man als Hochschulabsolvent natürlich gewillt etwas zu machen und hat keinen Bock zu Hause "rumzuhängen"!
Und nicht nur als solcher! Kann ich noch von Glück reden, dass die Selbstständigkeit durchaus machbar für mich ist.

"Prorwjomsja otwet' na 'pera'!"

:twisted:
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Bauleiter
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Beitrag von Bauleiter »

Klar Selbstständigkeit ist der einzige Weg aus so einer Situation, aber auch der gefährlichste. Gerade im Ausland. :?
Es kommt kein Schiff mehr die Wolga hoch, daß ist das entscheidende.
Bephep

Beitrag von Bephep »

Moskau ist ein teueres Plaster das weiss ich von einer Moskauerin.
Meine Freunde und Bekannten in einer (Gross) Stadt trauemen von einen solchen Einkommen.
Wenn ich Berufsanfaenger waere, wuerde ich es machen,ein Jahr in Moskau zu leben auch wenn es knapp ist,ist eine Erfahrung die man sonst nicht so schnell bekommt.
WG hin oder her ,mit sieben weiteren bei der Bundeswehr auf einen Zimmer war auch nicht einfach,aber zu ertragen.Komunalnj Quatierj ist auch nicht besser.
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Bauleiter
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Beitrag von Bauleiter »

Aber den Lebensstil eines Bettlers kann man auch in Deutschland haben, da muss man doch nicht so weit fahren. :roll:
Es kommt kein Schiff mehr die Wolga hoch, daß ist das entscheidende.
Dave
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Beitrag von Dave »

Dann hoffen wir alle, dass Du nie in die Lage kommen wirst betteln zu müssen. Aber da wirst Du in Russland hoffentlich einiges dazulernen.

Für mich war es schon irgenwie zum Kotzen, aus dem Restaurant zu kommen (ein paar teure Dollars verfressen zu haben) und dann ein paar obdachlosen, unterkühlten Mitmenschen bei -20° zu begegnen...

Wenn Du aber am erfrieren wärst, würde genau dieser jedoch aufstehen und Dich mit seiner Jacke zudecken...

Dave
"Es wird immer gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht."
Hermann Hesse
Gast

Re: Deutschlehrer (Die Schule Globus Moskau)

Beitrag von Gast »

bjrnwac hat geschrieben:
... nur zur Info, das russische Arbeitsrecht sieht einen gesetzlichen bezahlten Jahresmindesturlaub von 28 Kalendertagen vor...

lass lieber die Ru-Verfassung und den Obersten Gericht in Ruhe...
die Gesetze in der Sowjetunion waren noch besser (noch demokratischer und noch arbeitnehmerfreundlicher)...
war das Leben in der UdSSR dadurch besser als woanderes?

8)
Sportsfreund

Beitrag von Sportsfreund »

ich war das

8)
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