Das ewige Thema: Zweierlei Maß - Russland / USA

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Admix
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Das ewige Thema: Zweierlei Maß - Russland / USA

Beitrag von Admix »

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dossier/1992509/
2012 war ein Jahr mit Präsidentschaftswahlen in zwei weltpolitisch bedeutenden Staaten - Russland im März, die USA im November. Wie wird über die Kandidaten vor dem Hintergrund der politischen Verhältnisse vor Ort in deutschen Medien berichtet?
Der Direktlink zum Radiostück:
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/drad ... 892fb2.mp3
bauplan
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Re: Das ewige Thema: Zweierlei Maß - Russland / USA

Beitrag von bauplan »

Also um mal Dietrich vorwegzugreifen. "Das ist doch alles Verschwörungstheorie."
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Admix
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Re: Das ewige Thema: Zweierlei Maß - Russland / USA

Beitrag von Admix »

Und dieser soeben erschienene Artikel passt bestens zum Thema:

http://www.aktuell.ru/russland/kommenta ... f_606.html
Sönke Paulsen, Berlin. Merkel empfängt Putin, aber rechte Wärme kommt nicht auf, auch nicht in den Medien. Ein starker russischer Führer ist Deutschland nicht geheuer – und der deutschen Leit-Macht USA sogar lästig. Eine Analyse...
Nikolaus
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Re: Das ewige Thema: Zweierlei Maß - Russland / USA

Beitrag von Nikolaus »

Na, ich hoere heute abend bei dradio mal rein, das braucht ja etwas mehr Zeit ... :)
Aber unserem zweiten Russlandweisen, Gunnar, kann ich noch zuvorkommen: "Wir sind hier im Russlandforum; hier geht es allein um Russland. Was sollen hier solche unpassenden Vergleiche mit den Vereinigten Staaten!? Hier braucht es eine feste Meinung, unbeleckt von Informationen, basta. Nicht passende Fakten sind geeignet anzupassen oder noch besser ganz zu ignorieren. Alles andere ist die Sprache des Kremls, d.h. des Boesen an sich auf Erden!" :)
Andy
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Re: Das ewige Thema: Zweierlei Maß - Russland / USA

Beitrag von Andy »

Wen wundert das eigentlich? Ist Russland nicht schon immer (und ganz sicher seit dem ersten Weltkrieg) für Deutsche ein Land, dass man ob seiner vermeintlichen oder tatsächlichen Rückständigkeit eigentlich nicht wirklich mag? Nur wenige reisten und reisen nach Russland. Die meisten auch nur um die Peterhof und die Eremitage zu sehen. Ein kurzes Aufflammen von Interesse in den neunuzigern hat uns wenige Expats nach Russland verschlagen, das war es aber auch schon. Alle meiner Generation haben irgendwelche Drähte in die USA, alle waren schon einmal da. Die Beziehungen zwischen den USA und (West-) Deutschland sind einfach auch auf persönlicher Ebene sehr eng. Mit Russland haben nur ganz wenige etwas am Hut.
Es ist daher nicht verwunderlich, dass per se in der deutschen Bevölkerung kein Interesse an engeren Beziehungtn zu Russland besteht. Damit auch kein Handlungsbedarf (plus persönliches Desinteresse von Politikern). Und Russland-Bashing trifft den allgemeinen Nerv der Deutschend und wird gerne gelesen. Daher wird es gedruckt. Und kommt bloss nicht mit der Rechts- und Linksaussentheorie von der begrenzten Souveränität Deutschlands wie in dem aktuell.ru Artikel.
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bella_b33
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Re: Das ewige Thema: Zweierlei Maß - Russland / USA

Beitrag von bella_b33 »

Andy hat geschrieben:Ein kurzes Aufflammen von Interesse in den neunuzigern hat uns wenige Expats nach Russland verschlagen
*Hand hebt*
Hier sind nicht Alle Expats ;)

Gruß
Silvio
Wer sein Gewicht halten will, der muss auch mal grillen wenn er keinen Hunger hat!
Gunnar
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Re: Das ewige Thema: Zweierlei Maß - Russland / USA

Beitrag von Gunnar »

Nikolaus hat geschrieben:Na, ich hoere heute abend bei dradio mal rein, das braucht ja etwas mehr Zeit ... :)
Aber unserem zweiten Russlandweisen, Gunnar, kann ich noch zuvorkommen: "Wir sind hier im Russlandforum; hier geht es allein um Russland. Was sollen hier solche unpassenden Vergleiche mit den Vereinigten Staaten!? Hier braucht es eine feste Meinung, unbeleckt von Informationen, basta. Nicht passende Fakten sind geeignet anzupassen oder noch besser ganz zu ignorieren. Alles andere ist die Sprache des Kremls, d.h. des Boesen an sich auf Erden!" :)
Schön, Nikolaus, das hast Du wieder einmal prächtig und mit der Dir so sehr liegenden Objektivität zusammengefasst :lol:

@Andy: Sehe ich ganz ähnlich. Man darf auch nicht vergessen, dass es die Amis und nicht die Russen waren, die Deutschland nach WW2 zu dem verholfen haben was es heute ist. Liegt ja nichtmal 70 Jahre zurück, da ist klar, dass viele da eine Dankbarkeit verspüren, insbesondere die die das selbst miterlebt haben. Nachdem zunächst nach dem Morgenthau Plan auch Westdeutschland durch großflächige Demontage von Industrieanlagen zu einem Agrarstaat degradiert werden sollte wurde dieses Vorhaben von den Amis verworfen und der Marshal Plan umgesetzt, der zu dem allen bekannten Wirtschaftswunder West führte. Während also die Amis den Westdeutschen zu Wohlstand und Demokratie verhalfen haben die Sowjets im großen Stil Reparationen aus ihren Gebieten gezogen und eine Diktatur installiert.
Das ist natürlich Vergangenheit aber es bleibt eben im Kollektivgedächtnis und lässt sich erst vergessen, wenn die alten Strukturen wirklich beseitigt sind.

Während die DDR durch das Stasiunterlagengesetz und andere Arten der offensiven Auseinandersetzung mit den dunklen Seiten der SED Diktatur lange zurückzuliegen scheint wird man im Russland von heute mit einem ehemaligen KGB Offizier an seiner Spitze und einer großen gesellschaftlichen Intransparenz bezüglich alter Seilschaften leider noch tagesaktuell an die alte Diktatur erinnert.... Wie soll man da hurra schreien?
bauplan
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Re: Das ewige Thema: Zweierlei Maß - Russland / USA

Beitrag von bauplan »

Gunnar hat geschrieben:Nachdem zunächst nach dem Morgenthau Plan auch Westdeutschland durch großflächige Demontage von Industrieanlagen zu einem Agrarstaat degradiert werden sollte wurde dieses Vorhaben von den Amis verworfen und der Marshal Plan umgesetzt, der zu dem allen bekannten Wirtschaftswunder West führte.
Das hat Deutschland wohl eher Churchill zu verdanken, der hat sich massiv gegen den Morgenthauplan gestellt. Ausserdem war bereits der kalte Krieg im Gange und man brauchte die Westzonen als Aufmarschgebiet und Puffer.
Oder glaubst du, die Amis haben das gemacht, weil sie uns so lieben und toll finden? Da siehst du Politik wohl doch etwas naiv, wie klein Erna.
Warum hat es denn Anfang der 50er kein geeintes Deutschland gegeben? Solltest du eigentlich wissen.
Gunnar hat geschrieben: Russland von heute mit einem ehemaligen KGB Offizier an seiner Spitze und einer großen gesellschaftlichen Intransparenz bezüglich alter Seilschaften leider noch tagesaktuell an die alte Diktatur erinnert.... Wie soll man da hurra schreien?
Nun, das Geheimdienstler hohe politische Positionen vom Präsidenten bis Aussenminister innehaben ist wohl doch im Westen auch gang und gebe. Einen Qualitativen Unterschied zu CIA udn KGB kann ich da nicht unbedingt erkennen.
Gunnar
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Re: Das ewige Thema: Zweierlei Maß - Russland / USA

Beitrag von Gunnar »

bauplan hat geschrieben: Das hat Deutschland wohl eher Churchill zu verdanken, der hat sich massiv gegen den Morgenthauplan gestellt. Ausserdem war bereits der kalte Krieg im Gange und man brauchte die Westzonen als Aufmarschgebiet und Puffer.
Oder glaubst du, die Amis haben das gemacht, weil sie uns so lieben und toll finden? Da siehst du Politik wohl doch etwas naiv, wie klein Erna.
Warum hat es denn Anfang der 50er kein geeintes Deutschland gegeben? Solltest du eigentlich wissen.
Also ob das Churchill zu verdanken ist bezeifle ich mal, ich denke der Umschwung begründete sich eher in der aufkommenden Truman Doktrin, wonach Staaten unterstützt werden sollten.

Trumann 1947:
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Weltgeschichte muss fast jede Nation zwischen alternativen Lebensformen wählen. Nur zu oft ist diese Wahl nicht frei. Die eine Lebensform gründet sich auf den Willen der Mehrheit und ist gekennzeichnet durch freie Institutionen, repräsentative Regierungsform, freie Wahlen, Garantien für die persönliche Freiheit, Rede- und Religionsfreiheit und Freiheit von politischer Unterdrückung. Die andere Lebensform gründet sich auf den Willen einer Minderheit, den diese der Mehrheit gewaltsam aufzwingt. Sie stützt sich auf Terror und Unterdrückung, auf die Zensur von Presse und Rundfunk, auf manipulierte Wahlen und auf den Entzug der persönlichen Freiheiten. Ich glaube, es muss die Politik der Vereinigten Staaten sein, freien Völkern beizustehen, die sich der angestrebten Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch äußeren Druck widersetzen
Da war der Marshall Plan schlichtweg konsequent. Du hast auf jeden Fall Recht, dass die Amis das nicht aus purer Nächstenliebe gemacht haben sondern als Schutzpolitik für ihr eigenes Land verstanden haben. Aus meiner Sicht ist das aber weder per se verwerflich noch schmälert es das (aus meiner Sicht positive) Ergebnis.
Nun, das Geheimdienstler hohe politische Positionen vom Präsidenten bis Aussenminister innehaben ist wohl doch im Westen auch gang und gebe. Einen Qualitativen Unterschied zu CIA udn KGB kann ich da nicht unbedingt erkennen.
Nun, in Deutschland ist es nicht gang und gäbe! Mir wäre auch neu, dass die Amis ähnlich der Stasi oder dem KGB die eigenen Bürger in einem so verheerenden Maße bespitzelt, protokolliert und repressiven Maßnahmen unterzogen hätten. Wenn z.B. ein Scientologe zum amerikanischen Präsident würde dann würde das auch (und zwar zu Recht) zu größter Skepsis führen. Schon im letzen Wahlkampf konnte man das ja bei dem Mormonen Mitt Romney beobachten!
bauplan
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Re: Das ewige Thema: Zweierlei Maß - Russland / USA

Beitrag von bauplan »

Gunnar hat geschrieben:
Also ob das Churchill zu verdanken ist bezeifle ich mal, ich denke der Umschwung begründete sich eher in der aufkommenden Truman Doktrin, wonach Staaten unterstützt werden sollten.
Um genau zu sein waren es Chrchill und Anthony Eden die den Morgenthauplan zu Fall brachten. Trumandoktrin war später.

Und die Wiedervereinigung Anfang der 50er haben Adenauer und die Amis versaut.
Das man sich hinterher ein willfähiges Volk geschaffen hatte, zeigte sich ja dann auch die nächsten Jahrzehnte. Wie waren die Amis dann auf einmal sauer, dass Deutschland nicht mit wehenden Fahnen den illegalen Irakkrieg mitmachte. Undankbares Volk.
Gunnar hat geschrieben: Nun, in Deutschland ist es nicht gang und gäbe! Mir wäre auch neu, dass die Amis ähnlich der Stasi oder dem KGB die eigenen Bürger in einem so verheerenden Maße bespitzelt, protokolliert und repressiven Maßnahmen unterzogen hätten. Wenn z.B. ein Scientologe zum amerikanischen Präsident würde dann würde das auch (und zwar zu Recht) zu größter Skepsis führen. Schon im letzen Wahlkampf konnte man das ja bei dem Mormonen Mitt Romney beobachten!
Das Problem ist, dass man Inlands und Auslandsgeheimdienste immer zusammenschmeisst. Der CIA, dürfte nicht im Inland arbeiten, der BND auch nicht, der SWR auch nicht. Der FSB darf, der hirnrissige Verfassungsschutz auch und die Amis haben eine komplette Sammlung von Geheimdiensten, die überall arbeiten.
Faktisch machen aber alle irgendwie alles. Daher sehe ich bei einen US-Präsidenten der CIA-Chef war keinen qualitativen Unterschied zu einer KGB-Vergangenheit. Vor allem, weil die in der Auslandsabteilung war.
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