Wahlen in Deutschland

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Berlino10
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Re: Wahlen in Deutschland

Beitrag von Berlino10 »

GIN hat geschrieben: Es geht den Arbeitslosen und Rentnern in Frankreich viel besser. Es gibt natürlich Ausnahmen wie in Paris, aber so lebt es sich mit dem neuen Präsidenten viel besser. Wer nichts machen möchte, lebt in Frankreich nun sogar viel besser als früher.

Ob das so angestrebt werden sollte ..?
Es ist sicher so, dass man auch bei uns die Schere zwischen arm und reich wieder in die andere Richtung bewegen sollte … zumal ja nicht nur das "untere" Viertel deutlich schlechter gestellt wurde (prekäre Arbeit, Lohndumping,..) sondern es auch den mittleren beiden Vierteln deutlich besser gehen müsste, wenn man kalte Progression oder unsere Reallohnstagnation zB mit den Reallohnsteigerungen in Holland, GB oder Skandinavien vergleicht, da haben wir auf 10-20% im letzten Jahrzehnt verzichtet, das sind bei 3.000 netto zwischen 300 und 600 EUR weniger im Monat, die ins obere Viertel gewandert sind, sei es durch Steuersenkungen bzw. -wegfall, Bankenrettungen, gestiegene Steuerflucht, Industriesubventionen, niedrige Kapitalertragssteuer, AGS, …
Der Anteil der Lohnsteuern von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, am Gesamtsteueraufkommen in Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten extrem gestiegen, von 13,6 Prozent auf 24,4 Prozent. Dagegen ist der Anteil der veranlagten Einkommensteuer hauptsächlich von Selbständigen, von Gewerbetreibenden und Vermietern von 14,1 Prozent auf 5,6 Prozent deutlich zurückgegangen, sog. "Reichensteuern" bewegen sich Richtung 0.
Der Anteil der Umsatzsteuer ist von 23,3 Prozent auf 33,1 Prozent sehr deutlich angestiegen. Konsumsteuern machen überhaupt schon knapp 50% aus. Alles vom breiten Volk zu bezahlen, während hohe Einkommen, Vermögen als einzige sehr deutlich begünstigt wurden … vergleichsweise tragen sie viel viel weniger bei.
Aber einfache linke Umverteilung zu Lasten der Leistungserbringer ist keine Lösung, sie macht den Kuchen nur insgesamt kleiner.
Kapital sollte wieder deutlich gerechter berücksichtigt werden und nicht nur Arbeit oder unternehmerische Leistung.
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GIN
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Re: Wahlen in Deutschland

Beitrag von GIN »

Stimme voll zu, ich bin auch für die Kapitalsteuer, Vermögenssteuern und Erbschaftssteuer mit Ziel der Entlastung von Familien und Leistungsträgern.Frankreic macht aber der falschen Weg, die Sozialisten haben die "Manager" als Feinde erkannt und besteuern gerade "Einkommen" und nicht Vermögen.
kamensky
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Re: Wahlen in Deutschland

Beitrag von kamensky »

@GIN

Betreffend Vermögenssteuern und Kapitalsteuer gehe ich mit Ihnen einig, jedoch mit der Erbschaftssteuer eher weniger, denn haben Sie sich schon einmal überlegt wie oft dieses Geld (meist liquides Vermögen, Liegenschaften usw.) vom Erblasser zuvor versteuert wurde? Rheinfolge: Einkommenssteuer, ab 100`000 CHF je nach KT unterschiedlich berechnet weiter als Vermögenssteuer und möglicherweise bei einer Investition noch der Kapitalertragssteuer unterliegend. M. E. wird, oder wurde der Fiskus durch den Erblasser schon genügend, oder genug berücksichtigt, so dass meiner Meinung nach eine Erbschaftssteuer ungerechtfertigt ist. Soll(en) der/die Erbnehmer durch den Fiskus bestraft werden, für das vorsorgliche sparen, haushälterisches verwalten und denken und agieren des Erblassers?
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.
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GIN
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Re: Wahlen in Deutschland

Beitrag von GIN »

kamensky hat geschrieben:@GIN

Betreffend Vermögenssteuern und Kapitalsteuer gehe ich mit Ihnen einig, jedoch mit der Erbschaftssteuer eher weniger, denn haben Sie sich schon einmal überlegt wie oft dieses Geld (meist liquides Vermögen, Liegenschaften usw.) vom Erblasser zuvor versteuert wurde? Rheinfolge: Einkommenssteuer, ab 100`000 CHF je nach KT unterschiedlich berechnet weiter als Vermögenssteuer und möglicherweise bei einer Investition noch der Kapitalertragssteuer unterliegend. M. E. wird, oder wurde der Fiskus durch den Erblasser schon genügend, oder genug berücksichtigt, so dass meiner Meinung nach eine Erbschaftssteuer ungerechtfertigt ist. Soll(en) der/die Erbnehmer durch den Fiskus bestraft werden, für das vorsorgliche sparen, haushälterisches verwalten und denken und agieren des Erblassers?
Für mich ist eine Erbsteuer eine Gerechtigkeitsfrage in einem Land mit einem grossen Anteil von "Neubürgern". Etwa 1/3 der Bevölkerung der heutigen Bundesrepublik Deutschland sind Nachfahren von Personen die nach 1973 ins Land gekommen sind. DDR Bürger sind eingeschlossen, da sie keine Möglichkeit hatten in den 50er, 60er und 70er Jahren Vermögensstrukturen im heutigen Wirtschaftssystem aufzubauen. Der Deutsche Mittelstand verwandelt sich momentan in Dynastien und erstickt Möglichkeiten sich von Unten nach Oben zu bringen. Um Dynastien nicht entstehen zu lassen brauch es die Erbschaftssteuer. Nicht auf das Haus oder für den Kleinbürger sondern auf die Betriebsanteile um den "Anderen" eine Chance zu geben mit diesem Geld neue Firmen zu gründen. Man kann ja bei den Erben bis zur Zahlung dieser Steuern 5 bis 15 Jahren Zeit einräumen, aber am Ende sollte die Kohle sein die sein Vorfahr und nicht er selber erwirtschaftet hat. Dieses Geld könnte Manager zur Verfügung gestellt werden um einen Betrieb zu übernehmen usw..
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Re: Wahlen in Deutschland

Beitrag von Berlino10 »

GIN hat geschrieben: Der Deutsche Mittelstand verwandelt sich momentan in Dynastien und erstickt Möglichkeiten sich von Unten nach Oben zu bringen. Um Dynastien nicht entstehen zu lassen brauch es die Erbschaftssteuer. Nicht auf das Haus oder für den Kleinbürger sondern auf die Betriebsanteile um den "Anderen" eine Chance zu geben mit diesem Geld neue Firmen zu gründen. Man kann ja bei den Erben bis zur Zahlung dieser Steuern 5 bis 15 Jahren Zeit einräumen, aber am Ende sollte die Kohle sein die sein Vorfahr und nicht er selber erwirtschaftet hat. Dieses Geld könnte Manager zur Verfügung gestellt werden um einen Betrieb zu übernehmen usw..

Ja, das heutige Erbrecht bedeutet soziale Ungerechtigkeiten fortzuschreiben, es führt zu leistungslosen Bereicherung, es hebelt Chancengleichheit weiter aus. Heute entscheidet schon viel mehr das Vermögen der Eltern als etwa individuelle Talente über den Erfolg der Kinder.
Eine Gefahr für die Demokratie und die soziale Marktwirtschaft!

Das heutige Erbrecht fördert aber eben auch die Gefahr der dauerhaften und suboptimalen Vermögenskonzentration in unserem Land. Der Markt als Steuerung des Vermögenseinsatzes ist ausgeschaltet, der fehlende Markt und die Leistungslosigkeit des Erbes ist so zudem eine wachsende Gefahr für Innovationskraft, Produktivität unserer Wirtschaft.

Die neuen Regeln zur Erbschaftssteuer ab 2009 wurden durch die starke Vermögens-Lobby bei den Wirtschaftsliberalen durchgeboxt. Sie legen ein veraltetes Familienmodell zugrunde, erfordern zusätzliche bürokratische Kontrollen und begünstigen durch ihre geringe Progression hohe Vermögen.

Desweiteren gibt es erhebliche Gerechtigkeitsdefizite. Man will vermeiden, betriebliche Substanz zu besteuern - eigentlich ein guter Wille - nur wenn zum Beispiel 100 Wohnungen im Privatvermögen vererbt werden, kann eine hohe Erbschaftsteuer anfallen. Werden aber 400 Wohnungen in einem Immobilienunternehmen vererbt, kann die Erbschaftsteuer nahezu vollständig vermieden werden, wird Privatvermögen in eine Cash-GmBH eingebracht, bleibt es ebenfalls weitgehend unangetastet.
Ein Irsinn, zumal nur 10% der Erbschaftssteuern aus Betriebsvermögen erbracht wird. Erbschaften werde in DEU nur zu etwa 5% besteuert, das Steueraufkommen erreicht nicht einmal 1/4 der Tabaksteuer.

Ganz vermeiden kann man Ungerechtigkeiten nicht. Ich bin aber dafür, Erbschaften in die Einkommensteuer einzubeziehen, gleichzeitig aber hohe Freibeträge zu gewähren. Das schafft mehr Gerechtigkeit, mehr Chancengleichheit, liegt näher am wirtschaftlichem Optimum, und es reduziert einen neuen bürokratischen Balast, wie er bei Erbschafts- und Vermögenssteuern grundsätzlich nicht zu vermeiden ist.
kamensky
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Re: Wahlen in Deutschland

Beitrag von kamensky »

GIN hat geschrieben:
kamensky hat geschrieben:@GIN

Betreffend Vermögenssteuern und Kapitalsteuer gehe ich mit Ihnen einig, jedoch mit der Erbschaftssteuer eher weniger, denn haben Sie sich schon einmal überlegt wie oft dieses Geld (meist liquides Vermögen, Liegenschaften usw.) vom Erblasser zuvor versteuert wurde? Rheinfolge: Einkommenssteuer, ab 100`000 CHF je nach KT unterschiedlich berechnet weiter als Vermögenssteuer und möglicherweise bei einer Investition noch der Kapitalertragssteuer unterliegend. M. E. wird, oder wurde der Fiskus durch den Erblasser schon genügend, oder genug berücksichtigt, so dass meiner Meinung nach eine Erbschaftssteuer ungerechtfertigt ist. Soll(en) der/die Erbnehmer durch den Fiskus bestraft werden, für das vorsorgliche sparen, haushälterisches verwalten und denken und agieren des Erblassers?
Für mich ist eine Erbsteuer eine Gerechtigkeitsfrage in einem Land mit einem grossen Anteil von "Neubürgern". Etwa 1/3 der Bevölkerung der heutigen Bundesrepublik Deutschland sind Nachfahren von Personen die nach 1973 ins Land gekommen sind. DDR Bürger sind eingeschlossen, da sie keine Möglichkeit hatten in den 50er, 60er und 70er Jahren Vermögensstrukturen im heutigen Wirtschaftssystem aufzubauen. Der Deutsche Mittelstand verwandelt sich momentan in Dynastien und erstickt Möglichkeiten sich von Unten nach Oben zu bringen. Um Dynastien nicht entstehen zu lassen brauch es die Erbschaftssteuer. Nicht auf das Haus oder für den Kleinbürger sondern auf die Betriebsanteile um den "Anderen" eine Chance zu geben mit diesem Geld neue Firmen zu gründen. Man kann ja bei den Erben bis zur Zahlung dieser Steuern 5 bis 15 Jahren Zeit einräumen, aber am Ende sollte die Kohle sein die sein Vorfahr und nicht er selber erwirtschaftet hat. Dieses Geld könnte Manager zur Verfügung gestellt werden um einen Betrieb zu übernehmen usw..
@GIN

Möglicherweise haben Sie übersehen, dass meine Meinung eigentlich auf die Schweiz fokusiert war. ;)
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Re: Wahlen in Deutschland

Beitrag von GIN »

kamensky hat geschrieben:
GIN hat geschrieben:
kamensky hat geschrieben:@GIN

Betreffend Vermögenssteuern und Kapitalsteuer gehe ich mit Ihnen einig, jedoch mit der Erbschaftssteuer eher weniger, denn haben Sie sich schon einmal überlegt wie oft dieses Geld (meist liquides Vermögen, Liegenschaften usw.) vom Erblasser zuvor versteuert wurde? Rheinfolge: Einkommenssteuer, ab 100`000 CHF je nach KT unterschiedlich berechnet weiter als Vermögenssteuer und möglicherweise bei einer Investition noch der Kapitalertragssteuer unterliegend. M. E. wird, oder wurde der Fiskus durch den Erblasser schon genügend, oder genug berücksichtigt, so dass meiner Meinung nach eine Erbschaftssteuer ungerechtfertigt ist. Soll(en) der/die Erbnehmer durch den Fiskus bestraft werden, für das vorsorgliche sparen, haushälterisches verwalten und denken und agieren des Erblassers?
Für mich ist eine Erbsteuer eine Gerechtigkeitsfrage in einem Land mit einem grossen Anteil von "Neubürgern". Etwa 1/3 der Bevölkerung der heutigen Bundesrepublik Deutschland sind Nachfahren von Personen die nach 1973 ins Land gekommen sind. DDR Bürger sind eingeschlossen, da sie keine Möglichkeit hatten in den 50er, 60er und 70er Jahren Vermögensstrukturen im heutigen Wirtschaftssystem aufzubauen. Der Deutsche Mittelstand verwandelt sich momentan in Dynastien und erstickt Möglichkeiten sich von Unten nach Oben zu bringen. Um Dynastien nicht entstehen zu lassen brauch es die Erbschaftssteuer. Nicht auf das Haus oder für den Kleinbürger sondern auf die Betriebsanteile um den "Anderen" eine Chance zu geben mit diesem Geld neue Firmen zu gründen. Man kann ja bei den Erben bis zur Zahlung dieser Steuern 5 bis 15 Jahren Zeit einräumen, aber am Ende sollte die Kohle sein die sein Vorfahr und nicht er selber erwirtschaftet hat. Dieses Geld könnte Manager zur Verfügung gestellt werden um einen Betrieb zu übernehmen usw..
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Möglicherweise haben Sie übersehen, dass meine Meinung eigentlich auf die Schweiz fokusiert war. ;)
In der Schweiz verfolge ich die Politik nur als Beobachter. VIeles was ich aber in der Schweiz erlebe könnte man in Deutschland umsetzen, der Punkt Erbschaftssteuer gehört nicht dazu.
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