GIN hat geschrieben: Es geht den Arbeitslosen und Rentnern in Frankreich viel besser. Es gibt natürlich Ausnahmen wie in Paris, aber so lebt es sich mit dem neuen Präsidenten viel besser. Wer nichts machen möchte, lebt in Frankreich nun sogar viel besser als früher.
Ob das so angestrebt werden sollte ..?
Es ist sicher so, dass man auch bei uns die Schere zwischen arm und reich wieder in die andere Richtung bewegen sollte … zumal ja nicht nur das "untere" Viertel deutlich schlechter gestellt wurde (prekäre Arbeit, Lohndumping,..) sondern es auch den mittleren beiden Vierteln deutlich besser gehen müsste, wenn man kalte Progression oder unsere Reallohnstagnation zB mit den Reallohnsteigerungen in Holland, GB oder Skandinavien vergleicht, da haben wir auf 10-20% im letzten Jahrzehnt verzichtet, das sind bei 3.000 netto zwischen 300 und 600 EUR weniger im Monat, die ins obere Viertel gewandert sind, sei es durch Steuersenkungen bzw. -wegfall, Bankenrettungen, gestiegene Steuerflucht, Industriesubventionen, niedrige Kapitalertragssteuer, AGS, …
Der Anteil der Lohnsteuern von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, am Gesamtsteueraufkommen in Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten extrem gestiegen, von 13,6 Prozent auf 24,4 Prozent. Dagegen ist der Anteil der veranlagten Einkommensteuer hauptsächlich von Selbständigen, von Gewerbetreibenden und Vermietern von 14,1 Prozent auf 5,6 Prozent deutlich zurückgegangen, sog. "Reichensteuern" bewegen sich Richtung 0.
Der Anteil der Umsatzsteuer ist von 23,3 Prozent auf 33,1 Prozent sehr deutlich angestiegen. Konsumsteuern machen überhaupt schon knapp 50% aus. Alles vom breiten Volk zu bezahlen, während hohe Einkommen, Vermögen als einzige sehr deutlich begünstigt wurden … vergleichsweise tragen sie viel viel weniger bei.
Aber einfache linke Umverteilung zu Lasten der Leistungserbringer ist keine Lösung, sie macht den Kuchen nur insgesamt kleiner.
Kapital sollte wieder deutlich gerechter berücksichtigt werden und nicht nur Arbeit oder unternehmerische Leistung.
