Referendum Donezk

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klaupe
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von klaupe »

Dietrich hat geschrieben:Wo wir ja zwischendurch mal wieder bei abgehörten Telefongesprächen waren...
Fragen wir mal bei NSA nach, die wissen das genau! :lol:
Tatsächlich kann man im Moment keiner Seite mehr glauben. Da wird aus lauter Verzweiflung mit den übelsten Tricks gearbeitet. Am nächsten Tag stellt sich dann alles wieder total anders dar.

Sinnvoller und realistischer scheint mir der Hinweis, dass die Aktivisten zwar einige Schlüsselpositionen besetzt halten und ihre Autonomie wollen, aber es an der Infrastruktur fehlt und vermutlich auch an Unterstützung durch breite Teile der Bevölkerung.

Zufällig kenne ich Donezk ziemlich gut, auch die bisher gezeigten Gebäude und Plätze. Ich finde aber keinerlei Hinweis auf Aktivitäten im weiteren Stadtgebiet. So weit ist diese Donbass-Republik scheinbar noch nicht vorgedrungen. Eine Freundin (ethn. Russin), die fast im Zentrum wohnt (5 min. Fußweg zum "Pulverfass"), versicherte mir, dass in ihrer Umgebung fast nichts von der "neuen Zeit" zu spüren ist und man weiß, welche Plätze man besser meiden sollte. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind schon seit längerer Zeit entsprechend umgeleitet und die Verärgerung in der Bevölkerung, aber auch die Furcht ist groß, wobei der Ärger zu überwiegen scheint, denn die Flüche sind deftig!

Ich habe eher die Ahnung, dass diese Abstimmung eher eine riesige Blamage wird, die auch Putin indirekt trifft. Daher empfiehlt (oder befielt) er wohl, diese Vorstellung abzublasen. Wenn jetzt wieder mal mysteriöse "Selbstverteidigungstruppen" ohne Hoheitsabzeichen auftauchen, um das Referendum "abzusichern", weiß doch jeder, woher der Wind weht.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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Dietrich
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von Dietrich »

klaupe hat geschrieben:Daher empfiehlt (oder befielt) er wohl, diese Vorstellung abzublasen.
Glaubst du wirklich, dass Putin das gesagt hat, weil er irgendwie "hoffte" oder auch nur befürchtete, dass es befolgt wird?
Das Putin uns "degenerierte Westler" gernenach Strich und Faden verar..., hat man doch schon an seinen dreisten Lügen zu den grünen Männchen auf der Krim gesehen.
Wie heißt es so schön: Fool me once - shame on you, fool me twice - shame on me.

Welcher normal denkende Mensch glaubt dem denn noch? Putin weiß GENAU, wie die ständig mit seinen Geheimdienstleuten in Verbindung stehenden "Volksräte", "Bürgermeister" und wie sie sich alle nennen auf seinen Vorschlag reagieren sollen und werden. Da er nicht in die Ostukraine einmarschieren kann ohne seinem land den wirtschaftlichen Dolchstoß zu verpassen, nutzt er jetzt eben die Chance, aller Welt zu beweisen oder besser "weiß zu machen", dass er doch gar keinen Einfluß auf die Separatisten hat.

Und weil er das dann später als "Verhandlungsmasse" einsetzen möchte, genau deshalb geht jetzt auch die Ubergangsregierung in Kiew gegen die Separatisten vor. Um sich selbst Verhandlungsmasse zu schaffen. Einen (kurzzeitigen) Waffenstillstand oder ein (Teil)rückzug ist ein gewichtiges Wort, wenn man es bei Verhandlungen in die Wagschale werfen kann. Besonders dann, wenn die Separatisten in vielen Städten bereits mit dem Rücken zur W and stehen.
Bisher fehlte der ukrainischen Seite nämlich jegliche "Verhandlungsmasse", während Putin und seine Mannen kräftig Tatsachen geschaffen haben.

Das ist nicht unbedingt ein Gutheißen des ukrainischen Militäreinsatzes aber gemeinsam mit dem Wissen wie Putin gegen deratige Separatisten in Russland vorgehen würde, kann ich diese Handlungen Kiews durchaus verstehen. Ich meine den Militäreinsatz und NICHT den Vorfall in Odessa, nur damit man mir da nicht wieder irgendwas andichten möchte!
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von kamensky »

Dietrich hat geschrieben:
klaupe hat geschrieben:Daher empfiehlt (oder befielt) er wohl, diese Vorstellung abzublasen.
Glaubst du wirklich, dass Putin das gesagt hat, weil er irgendwie "hoffte" oder auch nur befürchtete, dass es befolgt wird?
Das Putin uns "degenerierte Westler" gernenach Strich und Faden verar..., hat man doch schon an seinen dreisten Lügen zu den grünen Männchen auf der Krim gesehen.
Wie heißt es so schön: Fool me once - shame on you, fool me twice - shame on me.

Welcher normal denkende Mensch glaubt dem denn noch? Putin weiß GENAU, wie die ständig mit seinen Geheimdienstleuten in Verbindung stehenden "Volksräte", "Bürgermeister" und wie sie sich alle nennen auf seinen Vorschlag reagieren sollen und werden. Da er nicht in die Ostukraine einmarschieren kann ohne seinem land den wirtschaftlichen Dolchstoß zu verpassen, nutzt er jetzt eben die Chance, aller Welt zu beweisen oder besser "weiß zu machen", dass er doch gar keinen Einfluß auf die Separatisten hat.

Und weil er das dann später als "Verhandlungsmasse" einsetzen möchte, genau deshalb geht jetzt auch die Ubergangsregierung in Kiew gegen die Separatisten vor. Um sich selbst Verhandlungsmasse zu schaffen. Einen (kurzzeitigen) Waffenstillstand oder ein (Teil)rückzug ist ein gewichtiges Wort, wenn man es bei Verhandlungen in die Wagschale werfen kann. Besonders dann, wenn die Separatisten in vielen Städten bereits mit dem Rücken zur W and stehen.
Bisher fehlte der ukrainischen Seite nämlich jegliche "Verhandlungsmasse", während Putin und seine Mannen kräftig Tatsachen geschaffen haben.

Das ist nicht unbedingt ein Gutheißen des ukrainischen Militäreinsatzes aber gemeinsam mit dem Wissen wie Putin gegen deratige Separatisten in Russland vorgehen würde, kann ich diese Handlungen Kiews durchaus verstehen. Ich meine den Militäreinsatz und NICHT den Vorfall in Odessa, nur damit man mir da nicht wieder irgendwas andichten möchte!
Ihr letzter Satz ist von enormer Gewichtigkeit, damit auch griechische Kultur"historiker" Ihr Statement korrekt verstehen. :lol:
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Dietrich
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von Dietrich »

kamensky hat geschrieben:Ihr letzter Satz ist von enormer Gewichtigkeit, damit auch griechische Kultur"historiker" Ihr Statement korrekt verstehen. :lol:
Noe, ich hatte da eigentlich eher andere im Sinne.......
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klaupe
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von klaupe »

Dietrich hat geschrieben:Das ist nicht unbedingt ein Gutheißen des ukrainischen Militäreinsatzes aber gemeinsam mit dem Wissen wie Putin gegen deratige Separatisten in Russland vorgehen würde, kann ich diese Handlungen Kiews durchaus verstehen. Ich meine den Militäreinsatz und NICHT den Vorfall in Odessa, nur damit man mir da nicht wieder irgendwas andichten möchte!
Was würde passieren, wenn in irgendeinem Land incl.Russland irgendwelche "Freiheitskämpfer" oder sonstige Demonstranten bewaffnet auftreten, randalieren, Straßen sperren und öffentliche Gebäude besetzen, ja sogar Geiseln nehmen?

Ich kann mir kaum ein Land vorstellen, wo das nicht sofort die staatlichen Ordnungshüter auf den Plan bringen würde.
In Deutschland wäre da ohne lange Vorwarnung oder gar Amnestieversprechen die GSG9 im Einsatz und der Spuk wäre ruckzuck beendet.
In Russland hat man auch mal ein Theater radikal "befreit" und ganz nebenbei noch "ein paar" Zivilisten in den Tod geschickt (so ganz aus Versehen).
Da wie dort und fast überall wird schon bei harmlosen Demos gezeigt, wo es lang geht und wo die Grenzen sind.

Die Ukrainer haben insofern total versagt, da die Ordnungskräfte in einem chaotische Zustand sind. Die passen perfekt in eine Anarchie! Da ist/war doch ein geordneter Einsatz überhaupt nicht möglich. Zudem würden hier oder einem anderen Land Polizisten bzw. Militär kaum erfolgreich überlaufen können. Da wäre eine Verfolgung wegen Befehlsverweigerung, Fahnenflucht, ggf. Landesverrat usw. aber schneller im Gange, als die rennen können. In einigen Staaten hätten sie vermutlich eine Kugel im Rücken, bevor sie die Straße überqueren können.

Es ist schon verständlich, wenn auch absolut nicht entschuldbar, dass dann das Volk zur Selbstjustiz greift. Führen dann radikale Idioten das Kommando, wie in Odessa, ist die Katastrophe vorprogrammiert. Auch dafür muss Kiew die Verantwortung übernehmen, ohne wenn und aber und zwar für die Verbrechen beider Seiten, denn der Staat war nicht in der Lage oder bereit, die Situation unter Kontrolle zu bringen.
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_RGP_

Re: Referendum Donezk

Beitrag von _RGP_ »

Mal eine Frage an die in Rußland (oder ggf. sonstwo im Ausland) Lebenden:

In der hieisgen Presse wird sich (mal wieder) darüber mokiert, daß die Wahlurnen beim heutigen Referendum (genau wie auf der Krim) Glaskästen sind, und daß es deshalb gar nicht demokratisch sein könne, weil ja jeder sehen könnte, was auf dem eingeworfenen Zettel angekreutzt wurde.

Sind die Wahlurnen in Ukraine/Rußland (...anderen EX-UdSSR-Ländern) nicht immer durchsichtig?
(Und: Löst sich ukrainisches Papier auf, wenn man es einmal faltet?)

Ich bin mir nicht 100%ig sicher.

(Sicher bin mir hingegen, was man für Vorwürfe hören könnte, wenn es geschlossene Kästen wären. "'Da lagen schon Zettel drin...Da gab es eine zweite Öffnung'...hat ein @TmshnkFkPtn unserer Redaktion getwittert")

Im Kommentarbereich bei Tagesschau.de schrieb jemand, daß es auch in Frankreich üblich sei, gläserne Urnen zu verwenden.


In meinem Wahllokal (in D) gibt es einen großen Karton als Wahlurne, und einen aufgefalteten und auf einen Schultisch gestellten Karton als Wahlkabine.
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von klaupe »

_RGP_ hat geschrieben:In meinem Wahllokal (in D) gibt es einen großen Karton als Wahlurne, und einen aufgefalteten und auf einen Schultisch gestellten Karton als Wahlkabine.
Ob Pappe oder Glas ist eigentlich egal, hier jedenfalls. Die Pappen werden am Morgen öffentlich verschlossen und auch Öffnung und Auszählung sind öffentlich. Kannst ja mal zur Europawahl morgens und abends hingehen und es genau beobachten. Dazu gibt es hier die gute Sitte mit dem Umschlag, der Pflicht ist. Der Wahlhelfer (kann sich auch jeder dazu bewerben und wird auch gerne genommen, da stets Personalmangel), der die Wahlurne bewacht, darf keinen Zettel in den Schlitz lassen, der nicht im Umschlag steckt.
Somit könnten hier nur extrem geschickte Magier etwas manipulieren. Leider gibt es weitaus mehr Wahllokale, als Magier in Deutschland.
Pappkarton ist zudem recycelbar, die Glaskästen beanspruchen Lagerraum. Aber Russland ist ja groß, da gibt es genug Platz.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
_RGP_

Re: Referendum Donezk

Beitrag von _RGP_ »

*Ergänzung:

Daß das Referendum nach allen gängigen Standards durchgeführt wird, davon gehe übrigens auch nicht aus.
Allerdings sehe ich es als (legitimes) Protestwerkzeug gegen die kiewer Mischpoke und ihre aktuellen Machenschaften.
Anerkennen wird (und muß) man das Ergebnis nicht, aber aber als klaren Fingerzeig für die Unzufriedenheit im Osten muß man es ernstnehmen.
Mindestens mehr Unabhängigkeit im Rahmen einer starken Föderailisierung wird der einzige Weg sein, das Land zusammenzuhalten, wenn man nicht über noch mehr Leichen gehen und die "Terroristen" auf alle Zeit zu ihrem "Glück" zwingen will.
Denn Gras wird über die Massenmorde der letzten Wochen nicht so schnell wachsen.
m1009

Re: Referendum Donezk

Beitrag von m1009 »

....
Zuletzt geändert von m1009 am 15 Mai 2014, 18:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von Sibirier »

Wenn man die Ostukraine zwingen moechte, wird es dort nur noch mehr Terroranschlaege geben. Kiev wird dagegen machtlos sein. Das ist meine Meinung. Kiev sollte dort mit den Leuten an den runden Tisch vom Westen "gezwungen" werden. Das meinte ich auch mit Merkelreise, dort hin und vermitteln, zwischen beiden Parteien.

Wenn die ukrainische Uebergangsregierung in Kiev das im Osten weiter abtut, Terrorismus, nicht sprechen miteinander, usw. Wird sie die Ostukraine verlieren, obwohl ich vom Grund auf denke, dass sie zusammen bleiben wollen...Aber die Ostukrainer werden ohne Mitspracherecht bzw. Ein Teil Eigenstaendigkeit nicht aufgeben..
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....
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