kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Hier findest Du Insiderinformationen zum mittel- oder langfristigen Aufenthalt in Russland die Dir helfen das Leben in Russland zu meistern. Du lebst (noch) nicht in Russland? Dann könnte dieses Unterforum für Dich besonders interessant sein, damit Du von unseren Erfahrungen profitierst. Expats are welcome!
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Wladimir30
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von Wladimir30 »

m1009 hat geschrieben:Bei Dir, hinterm Wald, doch sicher nur 20 Rubel... ;)
30, evtl. auch ein bisschen mehr, sind es in Wladimir selbst. Stimmt, bei uns in Sudogda ca. 23-25.
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Wladimir30
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von Wladimir30 »

GIN hat geschrieben:Wir machen die ukrainische Buchhaltung in der Schweiz. Zahlen eine gute Person. Vorarbeiten natürlich in Kiew. Lohnt sich. Die weissrussische und russische Buchhaltung machen wir in Riga. Vorarbeiten und Nacharbeiten von einfachen Kräften in Moskau und Minsk. Klappt ganz gut. In Berlin gibt's auch gute Möglichkeiten, etwas teurer als in Riga.
So hiel hin und her, Vorarbeiten, Hauptarbeit, Nacharbeiten? So viel Aufwand ist es bei uns nicht. Wir haben es auch probiert, dass die wesentliche Arbeit in DEU gemacht wird. Hat nicht geklappt, weil jeden Monat was anderes war, was man mal kurz in der Produktion nachfragen muss, oder im Labor etc. Das geht vor Ort eben doch einfacher. Wir geben in Excel die Daten aus der russ. Buchführung ein, haben die vielen Daten, die in den IFRS Bericht rein müssen, in 1C aber nicht geführt werden, in eigenen Tabellenblättern, fügen diese Daten dann so weit es geht per Formel, sonst per Hand, hinzu, und leiten dann die gesamten Dokumente, die benötigt werden, in der entsprechenden Form ab. Das sind 3 Tage intensive Arbeit für zwei Leute. Funktioniert mittlerweile auch ganz gut.
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GIN
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von GIN »

Wladimir30 hat geschrieben:
GIN hat geschrieben:Wir machen die ukrainische Buchhaltung in der Schweiz. Zahlen eine gute Person. Vorarbeiten natürlich in Kiew. Lohnt sich. Die weissrussische und russische Buchhaltung machen wir in Riga. Vorarbeiten und Nacharbeiten von einfachen Kräften in Moskau und Minsk. Klappt ganz gut. In Berlin gibt's auch gute Möglichkeiten, etwas teurer als in Riga.
So hiel hin und her, Vorarbeiten, Hauptarbeit, Nacharbeiten? So viel Aufwand ist es bei uns nicht. Wir haben es auch probiert, dass die wesentliche Arbeit in DEU gemacht wird. Hat nicht geklappt, weil jeden Monat was anderes war, was man mal kurz in der Produktion nachfragen muss, oder im Labor etc. Das geht vor Ort eben doch einfacher. Wir geben in Excel die Daten aus der russ. Buchführung ein, haben die vielen Daten, die in den IFRS Bericht rein müssen, in 1C aber nicht geführt werden, in eigenen Tabellenblättern, fügen diese Daten dann so weit es geht per Formel, sonst per Hand, hinzu, und leiten dann die gesamten Dokumente, die benötigt werden, in der entsprechenden Form ab. Das sind 3 Tage intensive Arbeit für zwei Leute. Funktioniert mittlerweile auch ganz gut.
wir hatten das riesige Glück das wir nur eine Handelsholding sind und meine Frau so Outsourcing beruflich macht. Wir haben in eine Database implementiert. Kosteneinsparungen sind enorm. Schlechte Kommunikation mit den Aussenstellen vorbei. Diese Excellei mit Fehlern ist vorbei. Das hat nur Probleme erzeugt
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GIN
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von GIN »

m1009 hat geschrieben:In der Ruestung werden halt andere Loehne bezahlt. Ist hier in Nizhny Novgorod nicht anders. Liebherr Aerospace und das ehemalige Werk 112 liegen hier bei uns auch ueber Durchschnitt.

Geh von Tagil 60km Richtung Norden. Krasnouralsk. Habe dort einen Zulieferer, die Ing.'s aus dem Konstr. Buero gehen bestenfalls mit 30 nach Haus.
30 000 sind lächerlich. Ich empfehle Abwanderung.
In Taschkent kenne ich Ingenieure die gehen mit 2000 Euro Netto nach Hause. Arbeiten nicht im Bereich Rüstung verkaufen sich aber besser. Kenne ein ganzes Team das aus Taschkent abgeworben wurde und nun im Gebiet Leningrad arbeitet. Löhne zwischen 60 000 und 100 000 Rubel. Alles Ingenieure aus den UdSSR Zeiten.. ich denke man sollte die Mobilität mit der Zeit in Russland walten lassen. Wenn man kein Werk mehr machen kann weil es keine Leute gibt, dann steigen auch massiv die Löhne. Diese Logik funktioniert überall.
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Wladimir30
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von Wladimir30 »

GIN hat geschrieben: wir hatten das riesige Glück das wir nur eine Handelsholding sind und meine Frau so Outsourcing beruflich macht. Wir haben in eine Database implementiert. Kosteneinsparungen sind enorm. Schlechte Kommunikation mit den Aussenstellen vorbei. Diese Excellei mit Fehlern ist vorbei. Das hat nur Probleme erzeugt
Freut mich wirklich für Euch. Herzlichen Glückwunsch.

Die Fehler durch die Arbeit mit Excel konnten beseitigt werden (zumindest zum großen Teil), indem ich mich fast ein Jahr lang durch die Excel- Formeln gekämpft hab. Da ist Excel einfach spitze. Nun läuft es. Der Vorteil dabei ist eine extreme Flexibilität, denn wir haben viele Besonderheiten, die sich immer wieder ändern und die wir mit auf dem Markt erhältlichen Programmen nicht in den Griff bekommen konnten. Ich mach nun mit einer Gehilfin das komplett allein und hab deshalb alle Buchungen im Blick. Auch ein Vorteil.
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von Wladimir30 »

GIN hat geschrieben: 30 000 sind lächerlich. Ich empfehle Abwanderung.
Bloß nicht, für mich als Arbeitgeber ist das doch gut.
Ich denke man sollte die Mobilität mit der Zeit in Russland walten lassen.
Wir sind mit unserem Werk in solch einem Kaff, da grausts der Sau. Wir haben z.B. vor einem Jahr einen neuen Technologen gesucht, aber alle potentiellen Kandidaten haben angesichts der Ortsumstände dankend abgelehnt.
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von GIN »

Wladimir30 hat geschrieben:
GIN hat geschrieben: 30 000 sind lächerlich. Ich empfehle Abwanderung.
Bloß nicht, für mich als Arbeitgeber ist das doch gut.

Ich denke man sollte die Mobilität mit der Zeit in Russland walten lassen.
Wir sind mit unserem Werk in solch einem Kaff, da grausts der Sau. Wir haben z.B. vor einem Jahr einen neuen Technologen gesucht, aber alle potentiellen Kandidaten haben angesichts der Ortsumstände dankend abgelehnt.
Ein guter Bekannter von mir produziert im Bereich Metall in Ostdeutschland. Ausgestorbenes Eck, kaum junge Leute. Er hat 800 000 Euro in die Hand genommen und einer super moderne Maschine gekauft. Ihm fehlte dann das Personal diese Maschine zu bedienen. Die Alten konnten/wollten es nicht, die Jungen existierten nicht, respektive die Schulungen waren zwecklos. Er musste die Maschine 2 Jahre stehen lassen ist zu einer Arbeitsmesse nach BW gefahren und fand drei ehemals ausgewanderte Fachkräfte. 2 konnte er werben zu vierfachen ortsüblichen Stundenlöhnen. Auch können sich die Fachkräfte die Organisation ihrer Schichten selber organisieren, Kindergartenplätze besorgt und die Lebenspartner der Herren wurde ebenfalls in der Firma angestellt. Seine Devise seit der Zeit... ich zahle so gut weil die Arbeiter mir so viel Geld bringen. Jetzt kauft er sich wieder eine 800 000 Euro Maschine und wird noch einmal das machen.
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von klaupe »

GIN hat geschrieben:Seine Devise seit der Zeit... ich zahle so gut weil die Arbeiter mir so viel Geld bringen
Betriebswirtschaftlich total vernünftig, aber die Einsicht hat es sehr schwer mit der allgemeinen Durchsetzung.

Ach, wie schön waren die Zeiten, als sich Arbeitgeber um Fachkräfte beworben haben und sich gegenseitig überboten.

Bei meinem ersten richtigen Job konnte ich mir noch den Chef aussuchen mit übertariflichen Zahlung, 14 Monatsgehältern, Nacht-, Sonn-/Feiertagszuschläge (+25 bis +100 % je nach Fest und Kombination), 4 Wochen Urlaub, Bildungsurlaub extra, Essenszuschuss, später dann auch noch Firmenwagen und betriebliche Lebensversicherung. Wenn ich so was heute erzähle, halten mich die Jüngeren für einen utopischen Spinner.

Allerdings musste ich dafür schon ordentlich etwas bieten, der hat also nicht draufgezahlt, sondern mit/an mir gut verdient.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von Wladimir30 »

GIN hat geschrieben:Ein guter Bekannter von mir produziert im Bereich Metall in Ostdeutschland. Ausgestorbenes Eck, kaum junge Leute. Er hat 800 000 Euro in die Hand genommen und einer super moderne Maschine gekauft. Ihm fehlte dann das Personal diese Maschine zu bedienen. Die Alten konnten/wollten es nicht, die Jungen existierten nicht, respektive die Schulungen waren zwecklos. Er musste die Maschine 2 Jahre stehen lassen ist zu einer Arbeitsmesse nach BW gefahren und fand drei ehemals ausgewanderte Fachkräfte. 2 konnte er werben zu vierfachen ortsüblichen Stundenlöhnen. Auch können sich die Fachkräfte die Organisation ihrer Schichten selber organisieren, Kindergartenplätze besorgt und die Lebenspartner der Herren wurde ebenfalls in der Firma angestellt. Seine Devise seit der Zeit... ich zahle so gut weil die Arbeiter mir so viel Geld bringen. Jetzt kauft er sich wieder eine 800 000 Euro Maschine und wird noch einmal das machen.
Glaub ich sofort! Ich hatte was ähnliches vorgeschlagen, als wir das Problem mit dem Technologen oder auch mit einer Fachkraft für Import/Export mit sehr guten Deutsch- und Englischkentnissen hatten. Begründung exakt dieselbe. Aber als ich das dem Mutterhaus vorgeschlagen hab, hiess es, dass ich nicht das gesamte Lohngefüge in der Gruppe durcheinander bringen kann und dass ich einfach nur schlecht suche.

Ziemlich frustrierend ist sowas dann.
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von GIN »

Wladimir30 hat geschrieben:Ziemlich frustrierend ist sowas dann.
verstehe ich. Ist so ne typisch Antwort die ins Nichts führt.
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