Wie man leicht nachlesen kann, ist die kritisierte Kultureinrichtung, wie die meisten bedeutenden staatlichen Kultureinrichtungen, direkt dem foederalen Ministerium fuer Kultur untergeordnet, nicht den regionalen Behoerden. U.a. deshalb informierte "meine", durchaus oppositionelle Nachrichtenagentur rbc.ru wohl, dass der entlassene Direktor keine formal rechtliche Handhabe gegen seine Entlassung sieht.
Ich kann auch nicht erkennen, warum nicht Leute, die meinen, dass ihre religioesen Gefuehle durch eine "kuenstlerische" Verhohnepiepelung von Jesus verletzt werden, dies nicht auf einem Meeting oder sonstwo oeffentlich ausdruecken sollten. Ich wundere mich auch nicht, wenn diese Leute die Meinung der ganz ueberwiegenden Mehrzahl der Bevoelkerung repraesentieren (natuerlich haben die auch nur von den fuer sie anstoessigen Szenen gehoert). Und ich verstehe auch, dass es auf Unverstaendnis stoesst, wenn hierfuer "ihre" Steuergelder verbraten werden. Irgendwie erinnert es doch auch an die Mohammed-Karikaturen, und wozu das fuehren kann, wenn dann Fanatiker die Kontrolle ueber sich verlieren, haben wir ja erst kuerzlich erlebt. Und der russische Staat versucht da mit relativ milden Mitteln vorzubeugen. Angemessen - nicht angemessen, klug oder bloed, weiss der Teufel. Dass da eine Reihe liberaler Kuenstler eine andere Meinung vertritt, war vorhersehbar... Na und! Solange alles in einem friedlichen, "demokratischen" Rahmen bleibt ...
Wie staende eigentlich Richard Wagner zu solch einer Inszenierung?


