Flucht vor dem deutschen Bildungssystem

Wer nicht wie ein Elefant ins Glashaus trampeln möchte, hat hier die Möglichkeit dezent auf sich aufmerksam zu machen. (ist keine Pflichtveranstaltung) Herzlich Willkommen!
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Axel Henrich
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Re: Flucht vor dem deutschen Bildungssystem

Beitrag von Axel Henrich »

scandec hat geschrieben:zwei Drittel Schweinefleisch und ein Drittel Speck durch den Fleischwolf haut und mitsamt paar Eiern und den nötigen Gewürzen in Naturdarm [...] Die Gewürzmischung gibts im Netz und die anderen Zutaten überall.
Macht ihr das mit gekaufter Gewuerzmischung, z.B.: Roster-Mischung, oder Eier, Milch, Salz, Pfeffer, Majoran und Knoblauch nach Geschmack?
Rezept z.B.: http://www.chefkoch.de/rezepte/17547107 ... wurst.html

-ah-
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bella_b33
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Re: Flucht vor dem deutschen Bildungssystem

Beitrag von bella_b33 »

scandec hat geschrieben: Hier ist noch ein Thüringer, der beim Wort Thüringen natürlich sofort die Bratwurst denkt - und an den legendären Born-Senf aus Erfurt (wo ich aufgewachsen bin). Hier in Stockholm kriegt man das verständlicherweise auch nicht - aber wenn man zwei Drittel Schweinefleisch und ein Drittel Speck durch den Fleischwolf haut und mitsamt paar Eiern und den nötigen Gewürzen in Naturdarm füllt, hat man original Thüringer Roster! Das machen wir immer im Winter.
Die Gewürzmischung gibts im Netz und die anderen Zutaten überall. Eure Freunde und Nachbarn werden euch nach der nächsten Grillparty aus der Hand (fr)essen!
Hi Nachbar,
EF ist gleich um die Ecke....keine 20km bis zum Ortsschild von der alten Heimat im UH Kreis. Ja, Fleischwolf braucht man hier eh schon, das Hackfleisch aus dem Supermarkt ist leider ungenießbar bei uns.

Sorry fürs OT
Wer sein Gewicht halten will, der muss auch mal grillen wenn er keinen Hunger hat!
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Norbert
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Re: Flucht vor dem deutschen Bildungssystem

Beitrag von Norbert »

m5bere2 hat geschrieben:
saransk hat geschrieben:Einer der Gründe, welcher uns daran hindert endgültig rüberzuziehen ist das russische Bildungssystem.
Mein "großer" kommt nächstes Jahr in die Schule, und ich möchte ihm nicht alle zukünftigen Wege verbauen.
Ich würde behaupten, dass meine Studenten in Nowosibirsk meinen ehemaligen Studenten in Berlin und Jena einiges voraus haben. Meiner Erfahrung nach können sich die Produkte des russischen Bildungssystems zumindest in Mathematik und den Naturwissenschaften weltweit sehen lassen (was sie dann auch tun, weil sie im Ausland oft besser bezahlt werden, aber mir ist die bessere Bezahlung es nicht wert, die Familie zu opfern).

Solange man etwas "hartes" studiert, ist man hier gut aufgehoben. Jetzt können wir natürlich die alte Schlammschlacht "Humanitärwissenschaften" gegen "Naturwissenschaften" beginnen. ;-)
Widerspruch! Die Grenze ist zwischen Theoretikern und Praktikern. Theoretische Informatiker und Mathematiker - die findet man in Russland. Aber wo sind die Ingenieure, die ein Auto konstruieren können? Wo sind die Informatiker, die eine Produktionslinie automatisieren können? Wo sind die Bauingenieure, die eine Straße projektieren können? So etwas kann der russische Bildungsmarkt leider nur sehr begrenzt hervorbringen. Zum einen fehlt es an der Ausrüstung, zum anderen an den Lehrmethoden.

Ich habe hier in Vorlesungen für Verkehrsingenieure gesessen: Da steht der Dozent vorn, liest aus seinem Buch vor und alle müssen Wort für Wort mitschreiben. Machen sie dies nicht, werden sie gefragt, warum. HILFE! Selbst mitdenken und die Studenten zu eigenständigen Lösungsanssätzen zu motivieren - Fehlanzeige.

Diplomarbeiten an diesen Universitäten wären bei uns in Dresden maximal als Hausarbeit eines einzelnen Faches durchgegangen! Da wurden ein paar Bücher gelesen und abgeschrieben - fertig.

Ehrlich, so ein Studium möchte ich meinen Kindern ersparen.
m5bere2 hat geschrieben:Aber das wissenschaftliche System in Deutschland ist absolut familienfeindlich: sämtliche meiner deutschen Kollegen sind alleinstehend, leben über zehn Jahre vom Partner getrennt, oder einer der Partner gibt die wissenschaftliche Laufbahn auf. Da sitzen wir doch lieber zusammen in sibirischer Verbannung als dieses Theater in Deutschland mitzumachen. ;-)
Das hat in meinen Augen nichts mit dem wissenschaftlichen System zu tun, sondern ist das Schicksal aller Arbeitsbereiche. Welcher Arbeitgeber stellt automatisch auch den Ehepartner an? Ich kenne keine Branche, die da wirklich anders ist. (Und selbst in Nowosibirsk ist ja Deine Frau nicht sofort im wissenschaftlichen Bereich untergekommen, oder?)

Und es war auch nie anders - wenn nicht der Zufall hilft, steckt ein Ehepartner beruflich meist zurück. Früher ist halt die Frau meist einfach Hausfrau geblieben.
m5bere2 hat geschrieben:Göthe
Dass Du Dir als Thüringer traust, den Goethe mit Ö zu schreiben! (Immerhin ist das h noch drin.) Wärest Du nicht schon in Sibirien, wäre das ein Grund für die Verbannung aus der Heimat.
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Re: Flucht vor dem deutschen Bildungssystem

Beitrag von m5bere2 »

Norbert hat geschrieben:Theoretische Informatiker und Mathematiker - die findet man in Russland. Aber wo sind die Ingenieure, die ein Auto konstruieren können? Wo sind die Informatiker, die eine Produktionslinie automatisieren können? Wo sind die Bauingenieure, die eine Straße projektieren können?
Na in den Westen gezogen. ;-)
Das hat in meinen Augen nichts mit dem wissenschaftlichen System zu tun, sondern ist das Schicksal aller Arbeitsbereiche. Welcher Arbeitgeber stellt automatisch auch den Ehepartner an?
Das ist sicher richtig, es geht ja auch nicht direkt um den gleichen Arbeitgeber. Außerhalb der Wissenschaft sind die Chancen doch relativ hoch, dass Partner in der gleichen Branche zumindest in der selben Stadt arbeiten können.
Und selbst in Nowosibirsk ist ja Deine Frau nicht sofort im wissenschaftlichen Bereich untergekommen, oder?)
Nun, im August begann die aktive Suche seit Ende September ist sie Dozent an zwei Unis. Sie hatte noch Angebote von zwei Instituten, die sie aber ausgeschlagen hat, weil wir unsere Tochter noch nicht abgeben wollten.
Dass Du Dir als Thüringer traust, den Goethe mit Ö zu schreiben! (Immerhin ist das h noch drin.)
Immerhin hieß sein Opa so. ;-)
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Norbert
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Re: Flucht vor dem deutschen Bildungssystem

Beitrag von Norbert »

m5bere2 hat geschrieben:Das ist sicher richtig, es geht ja auch nicht direkt um den gleichen Arbeitgeber. Außerhalb der Wissenschaft sind die Chancen doch relativ hoch, dass Partner in der gleichen Branche zumindest in der selben Stadt arbeiten können.
Zwei Informatiker finden auch in Deutschland in derselben Stadt einen Job. Wenn es aber theoretische Informatik sein muss, dann ist es ein Problem. Aber wenn Du Dich als Jurist auf ein ganz bestimmtes Metier orientierst, wirst Du dasselbe Problem haben.

Insofern ist Novosibirsk einfach ein Sonderfall - weil hier jede Fakultät eine eigene Uni darstellt und es zudem noch über 20 Institute gibt.
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Re: Flucht vor dem deutschen Bildungssystem

Beitrag von m5bere2 »

Norbert hat geschrieben:Insofern ist Novosibirsk einfach ein Sonderfall - weil hier jede Fakultät eine eigene Uni darstellt und es zudem noch über 20 Institute gibt.
Das ist in Berlin aber auch so. Das Problem ist doch, dass in Berlin eben (aus einem mir unverständlichen Grund) jeder arbeiten möchte und in Nowosibirsk eben nicht jeder. ;-)

Übrigens wäre es auch in Tomsk kein Problem gewesen, für uns beide an der gleichen Uni zu arbeiten. So ein großer Sonderfall ist Nowosibirsk da nicht. Tomsk gefällt mir auch besser, für Nowosibirsk sprach hier einfach, dass hier viele international vernetzte Wissenschaftler sind, während Tomsk auf meinem Gebiet ein Dorf ist. Aus Nowosibirsk habe ich gute Chancen, irgendwann wieder in die westliche Wissenschaft zurückzukehren, aus Tomsk weniger gute.
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Re: Flucht vor dem deutschen Bildungssystem

Beitrag von saransk »

Norbert hat geschrieben:Ich habe hier in Vorlesungen für Verkehrsingenieure gesessen: Da steht der Dozent vorn, liest aus seinem Buch vor und alle müssen Wort für Wort mitschreiben. Machen sie dies nicht, werden sie gefragt, warum. HILFE! Selbst mitdenken und die Studenten zu eigenständigen Lösungsanssätzen zu motivieren - Fehlanzeige.

Diplomarbeiten an diesen Universitäten wären bei uns in Dresden maximal als Hausarbeit eines einzelnen Faches durchgegangen! Da wurden ein paar Bücher gelesen und abgeschrieben - fertig.
Dies deckt sich in etwa mit den Erfahrungen, welche unsere "große" erst im letzten Jahr an der Uni in Saransk machen musste.
Unreife Studenten, die nicht in der Lage oder willens sind selbst zu denken und selbstherliche Dozenten, welche meinen, sie wären kurz vor der Wahl in den Olymp.
Hinzu wäre noch gekommen, daß sie mit dem gewählten Fach (Englisch auf Lehramt) nur in Russland eine Chance auf Anstellung gehabt hätte.

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Re: Flucht vor dem deutschen Bildungssystem

Beitrag von GIN »

m5bere2 hat geschrieben:
inorcist hat geschrieben:Auch wenn ich die gewählte Überschrift "Flucht vor dem deutschen Bildungssystem" irgendwie ein wenig krass finde.
Aber das wissenschaftliche System in Deutschland ist absolut familienfeindlich: sämtliche meiner deutschen Kollegen sind alleinstehend, leben über zehn Jahre vom Partner getrennt, oder einer der Partner gibt die wissenschaftliche Laufbahn auf. Da sitzen wir doch lieber zusammen in sibirischer Verbannung als dieses Theater in Deutschland mitzumachen. ;-)

Toll das mit der Familienfeindlichkeit. In meinem Bekanntenkreis ist das ähnlich. Ein Dozent meinte einmal das eine wissenschaftliche Karriere in Deutschland besser wirkt als ein Präservativ.
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