Armut in Russland

Hier findest Du Insiderinformationen zum mittel- oder langfristigen Aufenthalt in Russland die Dir helfen das Leben in Russland zu meistern. Du lebst (noch) nicht in Russland? Dann könnte dieses Unterforum für Dich besonders interessant sein, damit Du von unseren Erfahrungen profitierst. Expats are welcome!
m1009

Re: Armut in Russland

Beitrag von m1009 »

in den letzten 1,5-2 Jahren um ca. 30-35% gestiegen
.

Da hast noch mit spitzer Feder gerechnet....

Mein persoenlicher Leader ist Ikea Kaffee.... vor 1,5 Jahren 169 Rub, mittlerweile 299....
Zement von 280 (M500) auf 350.
gebrannte Tonziegel (No-Name, Made in RUS) von 9 auf 17 bis 22 Rub....
Frisch-Milch gibts kaum noch unter 50 Rub.
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Zejtnot
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Re: Armut in Russland

Beitrag von Zejtnot »

Ich habe das Thema mal aufgeräumt, die gesamte Farben-Diskussion ist nun hier: http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=36&t=18974

Dabei ist leider auch folgende Antwort von Silvio mit in den neuen Thread gewandert:
bella_b33 hat geschrieben:
m1009 hat geschrieben:Mein Schwiegervater ist im letzten Jahr in Rente gegangen.

42 Jahre gearbeitet, weisses Gehalt, kein Veteran, kleiner Zuschlag, aufgrund einiger Jahre in der Urananreicherung und Ruestungsindutstrie taetig.

18.000 Rub Rente...
Nicht schlecht. Die 9trub, welche ich nannte bekommt meine Schwiegermutter und 2 andere im Bekanntenkreis. Dazu muss aber gesagt werden, daß in Mordowien die Löhne für Angestellte generell recht niedrig sind im Vergleich zu ander Oblasten. Die zu Arbeitszeiten vielleicht auch nur das 1,5 fache verdient und kommen schon mit der Rente klar. Ich weiß auch nicht, wer hier wie sein Geld ausgezahlt bekam, nach sowas frag ich nicht.
kamensky
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Re: Armut in Russland

Beitrag von kamensky »

Evgenij hat geschrieben:
....... dennoch sprechen die Fakten eindeutig über die Lage.
http://www.finmarket.ru/main/article/4335968
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.
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Evgenij
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Re: Armut in Russland

Beitrag von Evgenij »

Schöner Artikel:
[...]
"По ее мнению, экономика не будет расти высокими темпами до тех пор, пока в России сохраняется расслоение общества. Первый замминистра финансов, выступая на форуме, назвала бедность еще одним из главных вызовов для страны. "Нам нужно действовать и создавать условия, чтобы бедность искоренить как факт",- подчеркнула она."

Natürlich hat Russland "vieles" verschlafen und nach wie vor in vielen Punkten (zB Effektivität etc.) den anderen Ländern nun hinterherhinken muss..,
die strukturellen Veränderungen (in der Ökonomie) können aber ebenso wenig von heute auf morgen stattfinden..,
eines ist sicher - dass Russland auch um die Verschiebung der Altersgrenze "nach hinten" bei den Pensionären nicht mehr (in naher Zukunft) drum herum kommen kann.

Die incentives (am Rande) aber wie bspw. "материнский капитал" halte ich pers. aber ebenso für eingeschränkt wirkungsvoll (das deutsche Modell ist da viel effektiver), denn dieses ist mit vielen (anderen, auch negativen) Neben-/Übertragungseffekten behaftet.

Sollte man sich vlt. auch hin und wieder die Statistik mit den Toten auf den ("schlechten") Straßen durch Verkehrsunfälle in Russland zu Gemüte führen lassen ?!!

Ich meine, fast der ganze (linke) Ökonomen-Flügel in der russ. Regierung (und Umfeld) sind mit den (Lehr-)Büchern aus dem Commonwealth bzw. den USA "großgeworden" (in De ist aber auch ähnlich) und eine Sache irgendwie nicht einsehen möchten oder wollen, dass eben nicht alle dort entstandenen oder anzuwendenden theoretischen Modelle auch eins-zu-eins (zumindest bisher noch nicht - da diese evtl.. nicht "zeitgemäß" für Ru sind) auf Russland übertragbar sind (sein dürfen).
Und Russland eher versuchen sollte, "seinen" eigenen Weg bei der Sache zu suchen und finden.

Aber natürlich sollte man eben auch auf profunde und wirksame (wenn auch "ältere") Modelle sich zu Rate ziehen (dürfen) bzw. sich auch mal an ähnliche (erfolgreiche) (Welt-)Wirtschaften orientieren oder anlehnen.

Außerdem solche Modelle wie Deficit spending in Verbindung mit Public-private-Partnership zB (sofern Ru derzeit ohnehin nicht sehr verschuldet ist und einigermaßen mit den aufgesparten Reserven nun gut "fahren" kann) könnten durchaus ihre positive Wirkung auf Russland entfalten (diese Idee [generell] vertritt übrigens auch einer von den deutschen Ökonomie-Professoren namens Hr. Bofinger von der Würzburger Uni).
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Re: Armut in Russland

Beitrag von m5bere2 »

Evgenij hat geschrieben: Die incentives (am Rande) aber wie bspw. "материнский капитал" halte ich pers. aber ebenso für eingeschränkt wirkungsvoll (das deutsche Modell ist da viel effektiver), denn dieses ist mit vielen (anderen, auch negativen) Neben-/Übertragungseffekten behaftet.
Findest du? Wie misst man denn den Effekt vom Materinski Kapital? Also wenn es um neue Kinder und Geburten geht, dann habe ich in Deutschland selten so viele Kinder und große Familien gesehen wie in Nowosibirsk...

Hier laufen jetzt schon wieder nur Kugeln draußen rum, inklusive meiner Frau. Und Einzelkinder sind die Ausnahme, eher hat eine Familie drei als nur ein Kind. ;)
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Evgenij
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Re: Armut in Russland

Beitrag von Evgenij »

m5bere2 hat geschrieben: Findest du? Wie misst man denn den Effekt vom Materinski Kapital? Also wenn es um neue Kinder und Geburten geht, dann habe ich in Deutschland selten so viele Kinder und große Familien gesehen wie in Nowosibirsk...

Hier laufen jetzt schon wieder nur Kugeln draußen rum, inklusive meiner Frau. Und Einzelkinder sind die Ausnahme, eher hat eine Familie drei als nur ein Kind. ;)
Ich meinte damit nicht die "Erst"-Erfolge (Statistik), sondern ausschließlich Nebeneffekte betreffend.., samt vielen weitreichenden (Spät-)Folgen.
Ich meine ein Kind zu zeugen ist wohl keine Genieleistung vonnöten (durch eine Frau zu gebären ist schon wieder was anderes).
Nur nach der Geburt muss das Kind irgendwie noch "durchgefüttert" bzw. durchs Leben gebracht sein (samt Bildung - kann es bis ins 20-25 Lj reichen).
Und wie viele fühlen sich nun/dann dazu verleitet "Hauptsache zwei Kinder wg. der Kohle kriegen" und dann aber nicht imstande sind sie weiter großzuziehen?!!
Natürlich betrifft es mehr oder weniger die Familien aus der unteren Einkommensschicht (und es sind hierzulande viele davon), und bei denen es oft zu sog. falschen Anreizen kommen kann (ich nenne sowas miss-incentives), denn nach dem sie sich in so eine Lage (mehr oder wen. durch/mit Hilfe des Staates) gebracht haben, wissen die meisten nicht mehr wohin damit (mit dem Kind), wobei natürlich die Möglichkeit diese Unterstützung gleich für "alles", sprich nach Belieben zu verwenden, nicht gibt, doch für manch einen wird es erst später bewußt.

Somit können (oder entstehen erst garnicht) Familien schnell zu Bruch gehen, da nicht stemmbar, und als mögl. Folgen:
-> Mutter alleinerziehend -> schlechte Chancen fürs Kind eine gute Bildung/Arbeit zu bekommen -> kommt vom "guten" (Lebens-)Weg ab
-> läuft der Gefahr bereits als "erwachsen" Säufer/Fanatiker/Psychopath/Drogenabhängiger/Mörder/Terrorist (auch als Autokiller, klar bei gebildeten Großkindern ist es auch nicht völlig auszuschließen, aber die W'keit ist dafür geringer) zu werden.

Und was hat man dann letzendlich für die Allgemeinheit/ Gesellschaft (russische) geschafft??

Natürlich glücklich sind damit/umso mehr/ (mit diesem Kapital) nur die Familien, die ohnehin Kinder wollten (pos. Korrelation) und/oder gleich auch noch die Verantwortung dafür spüren, aber auch finanziell es stemmen können.

Beim Rest bin ich mir echt nicht sicher, ob dieser "Erfolg" nicht mit einem zu "hohen Preis" (später) verbunden worden wäre.. (wozu "Leiden" fortpflanzen lassen).
Es ist eben eine ständige/dauerhafte Unterstützung (wie zB in Deutschland mit Kindergeld) nötig. Warum dann die Deutschen es trotzdem nicht machen, ist wiederum eine andere Frage (müsste auch dazu wiss. Untersuchungen geben).
Ich meine aber -, sie wären zu gebildet und/oder mitunter auch zu "egoistisch"

Nachtrag: es werden hierzulande traditionell mehr Kinder (gesellschaftlich/geschichtlich) mehr Kinder in die Welt gesetzt, als zB in Deutschland der Fall ist, und zwar (natürlich) auch ohne jeglichen Anreize
Zuletzt geändert von Evgenij am 01 Aug 2016, 17:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Armut in Russland

Beitrag von Zejtnot »

Ich finde Kinder sind eine Frage der Lebensideale und Geld schafft keine Anreize, mehr Kinder in die Welt zu setzen. Und in Deutschland entscheidet sich auch kaum jemand wegen des hohen Kindergeldes für Kinder oder wegen zu wenig Kindergeld gegen Kinder - meine Meinung. Auch die Leute, die in Russland ein zweites Kind wegen dem Mütterkapital in die Welt setzen, sind wohl eher in Schichten zu suchen, in denen Kinder nicht unbedingt aufwachsen sollten.

Kinder bedeuten ganz andere Einschränkungen als den finanziellen Aspekt - deswegen will man entweder Kinder oder will nicht. Und in Deutschland wollen eben zu viele Leute nicht oder viel zu spät ... . Egoismus oder Egozentrik spielen da sicher rein.
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Re: Armut in Russland

Beitrag von m5bere2 »

Zejtnot hat geschrieben:Auch die Leute, die in Russland ein zweites Kind wegen dem Mütterkapital in die Welt setzen, sind wohl eher in Schichten zu suchen, in denen Kinder nicht unbedingt aufwachsen sollten.
Das denke ich nicht, ganz davon abgesehen, dass nicht alle finanziell schlecht dastehenden Schichten ein schlechtes Umfeld für Kinder sind. Geldmangel haben schließlich nicht nur arbeitslose ungebildete Alkoholiker.

Ich kann mir z.B. gut vorstellen, dass eine Familie ein Kind hat, ein zweites gerne hätte, aber aus Wohnraummangel vielleicht davon absieht. Und dann hilft das Mutterkapital vielleicht bei der Entscheidung, weil man ja dann Zuschuss für Wohnraumvergrößerung bekommen kann.

Man macht quasi nicht das zweite Kind wegen des Mütterkapitals, sondern das Mütterkapital ermöglicht einem einen Wunsch.

In Deutschland hat das Kindergeld hingegen wenig Effekt, glaube ich. Da ist die Einstellung sowieso "erstmal ordentlich Geld verdienen, ein Haus und einen Porsche kaufen, und wenn man dann abgesichert ist, Kinder kriegen"... (Zitat eines ehemaligen Studienkollegen) ... auf dem Weg zu Haus und Porsche sind Kinder natürlich selbst mit Kindergeld eher hinderlich. ;)
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Re: Armut in Russland

Beitrag von Evgenij »

m5bere2 hat geschrieben:[...] sowieso "erstmal ordentlich Geld verdienen, ein Haus und einen Porsche kaufen [...]
Eh.., ich will aber auch einen Porsche fahren..!!
Zu meiner Bescheidenheit, muss ich Euch aber mal eingestehen, bereits einen gefahren zu haben - wenn auch nur kurze Zeit (leider) (ein alter Bekannter von mir hatte früher einen)
Und glaubt mir, dieses Erlebnis hat bei einem 22-jährigen Burschen tiefe Spuren hinterlassen.
Bin zwar eher ein kleiner Audi-fan (meine Oma sagte zu uns früher so oft: "horch mol"), aber bei einem Porsche bin sehr wohl bereit fremdzugehen ;)
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Re: Armut in Russland

Beitrag von Zejtnot »

m5bere2 hat geschrieben:Ich kann mir z.B. gut vorstellen, dass eine Familie ein Kind hat, ein zweites gerne hätte, aber aus Wohnraummangel vielleicht davon absieht. Und dann hilft das Mutterkapital vielleicht bei der Entscheidung, weil man ja dann Zuschuss für Wohnraumvergrößerung bekommen kann.
Von aktuell 420.000 Rubel bekommt man aber nicht einmal ein zusätzliches Zimmer auf dem Wohnungsmarkt. Dazu kommt, dass man das Kapital nicht für Investitionen in Bauobjekte stecken kann (nur in fertige Wohnungen), etc. Auch die Prozedur und die Fristen teilweise so langwierig, dass nochmals 50.000 für die Makler und Versicherungen drauf gehen, die während der mehrmonatigen Formalien den Kauf absichern (Eigene Erfahrung sowie Erfahrung von Bekannten). Also eine kurzfristig nutzbare Hilfe für die wachsende Familie stellt es kaum dar.

Die Verwendung für Bildungsangebote existiert auch eher auf dem Papier, da viele Angebote nicht die nötige Lizenz vorweisen können.

Aber davon abgesehen ist es natürlich dennoch eine sinnvolle Förderung der breiten Masse, allemal besser als irgendwelche Milliarden in nichtfunktionierenden Technoparks.
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