Ist Saakaschwilli 'ne Marionette der Amis?

Das Politische Forum ist nur für "Debattanten" und Gäste sichtbar. Wer mitdiskutieren möchte, der muss sich der Gruppe der Debattanten anschließen. Eine Mitgliedschaft kann per PN an die Administratoren beantragt werden.
Benutzeravatar
Dietrich
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Beiträge: 7830
Registriert: 25 Feb 2004, 13:54
Wohnort: Wiesbaden

Beitrag von Dietrich »

Edik hat geschrieben: Dass bei der Bundesregierung einiges im Verborgenem bleibt, wird schon bei den Lösegeldzahlungen für Osthoff deutlich.
Dir waere also eine Offenlegung lieber, damit diverse Nachahmungstaeter gleich wissen, wieviel sie beruhigt von der deutschen Regierung fordern koennen?
Edik hat geschrieben:Die Frage nach der Unterstützung der Amerikaner im Irak wurde ebenfalls unter den Teppich gekehrt. Warum nur?
Weil es ganz gehoerig am Bild des Friedenskanzlers Schroeder gekratzt haette. Und deshalb haben sowohl die Gruenen (weil Fischer da als Aussenminister auch beteiligt war) als auch die SPD kein besonderes Interesse daran. Und da die CDU in der grossen Koalition zur Zeit auf die SPD angewiesen ist, ist man auch hier etwas vorsichtiger....

Und ansonsten wuerde ich in deiner Stelle mal eine Unterscheidung zwischen "Pressefreiheit" und "Objektivitaet" der Presse machen.
Das die Presse im Westen nicht immer unbedingt "Objektiv" ist, da stimme ich dir schon zu. Auch die schreiben gerne, was die Leute lesen wollen. Besonders wenn es um Russland geht.
Aber was die "Freiheit" der Presse angeht, da sehe ich durchaus noch grosse Unterschiede zwischen Russland und Deutschland/USA/etc.
Ich habe hier in den 2 1/2 Jahren noch keinen einzigen wirklich kritischen Bericht ueber Putin im russischen Fernsehen gesehen!! Dafuer aber schon hunderte Mal die "Putin macht Politik"-Show in der er mit irgendeinem Fuzzi an so einem kleinen Tisch sitzt, sich die Probleme anhoert und dann dem Menschen genau sagt, was zu tun ist. Was der natuerlich brav abnickt....

Dietrich
Benutzeravatar
Kultgrieche
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1292
Registriert: 14 Jan 2005, 09:29
Wohnort: Wiesbaden

Beitrag von Kultgrieche »

Oder Putin tut so, als hätte er keinen blassen Schimmer (wenn es sich um eine negative/kritische/unbequeme Angelegenheit handelt), und läßt sich an dem kleinen Schachtisch vor seinem Schreibtisch die Lage von seinem Minister genau erklären.

Und was die Pressefreiehit angeht: Die ist in Deutschland zwar stärker ausgeprägt als in Italien oder Russland, dafür aber Russland betreffend noch in Kalten-Krieg-Stereotypen verhaftet, einseitig und oberflächlich.
Edik

Beitrag von Edik »

waldmeister hat geschrieben:gaehn...

Dazu nur zwei diese 2 Kommentare, danach werde ich mich aus dieser "Diskussion" heraushalten:

Zum Thema Pressefreiheit/Meinungsfreiheit USA vs. RUS: Du solltest Dir vielleicht mal ueberlegen, ob in Russland Filme a la "Fahrenheit 9/11" oder "Syringia" moeglich waeren.

Und diese Aussage Deinerseits
Zur amerikanischen "Demokratie": sie kann ersten garnicht funktionieren, weil die Presse beeinflusst wird und ein Großteil der Senatoren bestechlich sind.
, die finde ich echt drollig... :D Klaaaar... weil ja die ganzen russischen Abgeordneten alle unbestechlich sind und die russische demokratie deswegen auch so gut funktioniert!!! Selten so gelacht...

Zur allgemeinen Information:
Ich habe nicht behauptet, Russland sei in Sachen Meinungsfreiheit und gut funktionierender Regierung ein Musterbeispiel, ich habe lediglich die lächerliche Behauptung in Frage gestellt, dass USA und Deutschland sich als solche erweisen ;-).

Tja, wenn die Bundesregierung so korrekt ist, dann sollte sie auch zugeben, dass sie die Amerikaner unterstützt hat.

Amerikanische Sender können sich Objektivität und damit Pressefreiheit garnicht leisten...

a) weil sie dann bei der Regierung in Ungnade fallen
b) weil sie das dann finanziel zu spüren bekommen ;-).
Benutzeravatar
Xottabych
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1057
Registriert: 07 Nov 2005, 17:41
Wohnort: wechselnd

Beitrag von Xottabych »

Schon wieder ein Nachschlag zum Thema Pressefreiheit, auf dem ja schon soooo oft herumgeritten wurde. Ich weiss, wird langsam langweilig.

Trotzdem, auch weil aktuell.ru es einscheinend leider nicht gemeldet hat, noch mal einen Denkanstoss fuer alle, die sich so sehr an der westlichen Presse stoeren:

vesti.ru meldet in Uebereinstimmung mit der ZEIT und NEWSru.com, dass der Zeitung "gorodskie vesti" in Volgograd die Lizenz entzogen wurde, weil sie eine Karrikatur veroeffentlich hat, auf der Jesus, Mohammed, Buddah und Moses vor dem Fernsehen fundamentalistische Ausschreitungen sehen, die von Jesus mit den Worten "Das haben wir ihnen aber nicht beigebracht" kommentiert werden:

http://www.vesti.ru/news.html?id=86852&sid=7
http://newsru.com/religy/14feb2006/volg ... rtoon.html

OK, man koennte jetzt trefflich darueber streiten, inwiefern sich die Zeitung in Anbetracht der Umstaende zu weit aus dem Fenster gelehnt hat, insbeondere aufgrund der Konfliktherde im Lande.
Aber alleine die Tatsache, dass es moeglich ist, eine Zeitung eiunfach so mir nichts Dir nichts aufzuloesen, das stellt die Situation in Russland doch in kein gutes licht. Eine Verwarnung haette es auch getan.

Edik, ich denke nicht, dass das in Deutschland so schnell moeglich waere. Sonst waere die TITANIC schon laengst liquidiert.
Zuletzt geändert von Xottabych am 10 Apr 2006, 02:57, insgesamt 1-mal geändert.
Edik

Beitrag von Edik »

Mag sein. Und eine Zeitung sofort aufzulösen ist keine gute Methode...

Jetzt mal ein Beispiel über westliche Medien, das uns nach Yugoslawien führt:

Ende der 90er kamen von britischen Journalisten gemachte Aufnahmen in allen Nachrichten. Zu sehen war ein Stacheldrahtzaun und dahinter abgemagerte Menschen, bei denen es sich um Albaner handelte.
Die Briten verkauften den Ort sofort als Konzentrationslager.

Ein deutscher Ingenieur, der den Bericht sah, wurde misstrauisch. Warum nur war der Zaun innen an den Pfosten verdrahten, statt wie sonst üblich außen?
Er hackte nach, erkundigte sich, reißte sogar nach Serbien und fand heraus, dass es sich bei dem Konzentrationslager um ein Flüchtlingslager handelte.
Der Mann verfasste einen Bericht und hatte schon bei einer britischen Zeitungsagentur ein Honorar einkassiert, als es plötzlich hieß, der Bericht werde doch nicht gebracht...
Es gab auch andere, die auf die Lüge gestossen waren, die aber ignoriert wurden. Das ZDF und das ARD wollten seine Enthüllung ebenfalls nicht bringen. Das Konzentrationslager passte nicht ins Bild von den bösen Serben, was gerade zur Vorbereitung des Krieges von den westlichen Medien aufgebaut wurde.

Ich bestreite nicht, von den serbischen Militärs begangene Verbrechen, möchte hier nur veranschaulichen, wie befangen westliche Nachrichtenagenturen sind. Eben nicht anders als alle anderen.
Benutzeravatar
Xottabych
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1057
Registriert: 07 Nov 2005, 17:41
Wohnort: wechselnd

Beitrag von Xottabych »

möchte hier nur veranschaulichen, wie befangen westliche Nachrichtenagenturen sind.
Befangen - OK, das she ich aehnlich. Allerdings ist der von Dir geschilderte Fall meines Erachtens ein Beispiel fuer journalistische Fahrlaessigkeit. Die moeglichkeiten, andere Meinungen zu publizieren waeren jedoch vorhanden, denke ich. Und da liegt der qualitative Unterschied. Da mangelt es eher an Courage als an Freiheit.
Das Wort "Konzentrationslager", welches damals hin und wieder benutzt wurde, war im gegebenen Zusammenhang meines Wissens nach sogar korrekt, da Fluechtlingslager, Kriegsgefangenenlager etc. Konzentrationslager sind. Dass die Mehrzahl der Menschen damit aber Vernichtungslager assoziiert, oder doch zumindest Menschenrechtsverletzungen, das ist eine andere Sache (daher: Fahrlaessigkeit der medien).

Ich habe den Eindruck, die Medienlandschaft ist wie ein Schwarm Heringe. Da schwimmt jemand ploetzlich in eine bestimmte Richtung, und alles macht kopflos mit. Dann publiziert man eine andere meinung und schon gehts in eine andere RFichtung.
Das ganze forciert noch durch die Konzentrationsprozesse der Branche, und schon hat man den Salat.
Edik

Beitrag von Edik »

waldmeister hat geschrieben:
möchte hier nur veranschaulichen, wie befangen westliche Nachrichtenagenturen sind.
Befangen - OK, das she ich aehnlich. Allerdings ist der von Dir geschilderte Fall meines Erachtens ein Beispiel fuer journalistische Fahrlaessigkeit. Die moeglichkeiten, andere Meinungen zu publizieren waeren jedoch vorhanden, denke ich. Und da liegt der qualitative Unterschied. Da mangelt es eher an Courage als an Freiheit.
Das Wort "Konzentrationslager", welches damals hin und wieder benutzt wurde, war im gegebenen Zusammenhang meines Wissens nach sogar korrekt, da Fluechtlingslager, Kriegsgefangenenlager etc. Konzentrationslager sind. Dass die Mehrzahl der Menschen damit aber Vernichtungslager assoziiert, oder doch zumindest Menschenrechtsverletzungen, das ist eine andere Sache (daher: Fahrlaessigkeit der medien).

Ich habe den Eindruck, die Medienlandschaft ist wie ein Schwarm Heringe. Da schwimmt jemand ploetzlich in eine bestimmte Richtung, und alles macht kopflos mit. Dann publiziert man eine andere meinung und schon gehts in eine andere RFichtung.
Das ganze forciert noch durch die Konzentrationsprozesse der Branche, und schon hat man den Salat.
Ich glaube wir haben mit deinem Post einen guten Nenner gefunden :D .

Ich wollte nur hinzufügen:
Es war von einem Konzentrationslager die Rede. Hier assoziert jeder westliche Bürger eine Zusammenpferchung von Menschen. Zudem waren die Leute stark abgemagert, sodass der Verdacht nahe lag, man ließe sie verhungern.
Das ist Sensationsjournalismus und es ist nicht auszuschließen, dass das ganze politisch angehaucht war...
Und zu guter Letzt, was bringt einem freier Journlismus, wenn er von falschen Berichten überschattet wird? Es ist zwar fortschrittlicher als vom Staate kontrollierter Journalismus, aber am Ende weiß man dennoch nicht viel mehr. :lol:
Antworten

Zurück zu „Politisches Forum“