Nachrichten von der deutschen Visastelle in Moskau

Welche Unterlagen werden für ein Visa nach Russland benötigt, was ist eine Migrations-Karte, Probleme mit der Registrierung ... Hilfe findest Du hier.
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Xottabych
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Beitrag von Xottabych »

Magdeburg-Moskva hat geschrieben:Das ist auch personalpolitisch ein Sauhaufen. Die suchten tatsächlich einen Übersetzer mit einschlägigem Hochschulabschluss, der bereit wäre für 1.600 EUR brutto mit deutscher [sic!] Besteuerung, außerhalb des BAT-(Ost) und ohne deutsche Sozialleistungen (Rente, Krankenkasse) zu arbeiten. Warum nicht gleich noch selber was bezahlen um dort arbeiten zu dürfen?!
Sorry, ist etwas off-topic...
Aber ich moechte an dieser Stelle gerne bemerken, dass ich viele Menschen kenne, die so ein Angebot ohne zu zoegern annaehmen, durchaus auch Deutsche! Ich gehoere nicht zur Uebersetzer-Zunft, aber in Anbetracht dessen, wie mieserabel im Moment die Bedingungen fuer viele Leute sind, um ueberhaupt eine Stelle ihrer Spezialisierung zu finden... da kann man so ein Angeot ruhig annehmen. Natuerlich ist das nichts fuer einen laengerfristigen Zeitraum; aber es ist auf jeden Fall mal wichtig, Arbeitserfahrung in der Spezialisierung gesammelt zu haben. Und das ist ja das, was vielen Akademikern fehlt, mal abgesehen davon, dass mit 1600 Brutto trotzdem eine ganz enorme Erhoehung des Lebensstandards verbunden waere.
Ich verstehe ja, dass damit das Lohnniveau zwangslaeufig gedrueckt wird, aber so ist das eben, wenn Angebot und Nachfrage nach Fachkraeften im Ungleichgewicht sind.

Traurige Gruesse,
Waldmeister

Edit zur Anonymisierung. Sorry. Waldmeister
Zuletzt geändert von Xottabych am 24 Dez 2007, 18:11, insgesamt 1-mal geändert.
Bephep

Beitrag von Bephep »

Anstatt alles zu vereinfachen wird auch von der Deutschen Seite alles getan um die Erlangung von Visa zu erschweren.

Alle die ein Visa haben moechten wohnen nicht in Moskau,die koennen dann schon am Abend vorher losfahren.

Und teuerer wird es auch noch.Das sieht so aus als wenn die Mauer von beiden Seiten hoeher gezogen wird.

Dolmetscher.
1 600 Brutto vor Steuern ist ein Witz,abzueglich Krankenversicherung und Rente bleiben da 800 EURO uebrig.Da kommt man in Deutschland mit Sozialhilfe besser weg.Ohne zu arbeiten.

Ein russisches Au Pait Maedchen bekommt in DE 260 Euro,freies Wohnen,Essen und Versicherung die steht sich besser.
Magdeburg-Moskva
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Beitrag von Magdeburg-Moskva »

waldmeister hat geschrieben:
Magdeburg-Moskva hat geschrieben:Das ist auch personalpolitisch ein Sauhaufen. Die suchten tatsächlich einen Übersetzer mit einschlägigem Hochschulabschluss, der bereit wäre für 1.600 EUR brutto mit deutscher [sic!] Besteuerung, außerhalb des BAT-(Ost) und ohne deutsche Sozialleistungen (Rente, Krankenkasse) zu arbeiten. Warum nicht gleich noch selber was bezahlen um dort arbeiten zu dürfen?!
Sorry, ist etwas off-topic...
Aber ich moechte an dieser Stelle gerne bemerken, dass ich viele Menschen kenne, die so ein Angebot ohne zu zoegern annaehmen, durchaus auch Deutsche!
Toll! Und wo soll derjenige wohnen? Angesichts von Ausländerzuschlägen und wenn derjenige vielleicht nicht bei irgendeiner Babuschka in einem Drecksloch wohnen will und keine kvartira sein mehr oder weniger eigen nennt.

Mit 13 % Residentenlohnsteuer ließe sich noch was machen, aber nicht mit deutscher Steuer und - sofern überhaupt erhältlich - einer deutschen privaten Krankenversicherung.


waldmeister hat geschrieben: da kann man so ein Angeot ruhig annehmen. Natuerlich ist das nichts fuer einen laengerfristigen Zeitraum; aber es ist auf jeden Fall mal wichtig, Arbeitserfahrung in der Spezialisierung gesammelt zu haben.
Entschuldigung, aber für die Aussage müsste man dich verprügeln und diejenigen, die das machen!!!

Ausbeutung ist eine tolle Erfahrung. Und dieses Märchen mit der Praxis, was immer angeführt wird, die Praxis kann man auch anderweitig sammeln, ohne Ausbeutung.

Außerdem gibt man solchen Scheißarbeitgebern noch die Bestätigung "Geht doch" und die Spirale dreht sich weiter, lohnmäßig nach unten. Der Mensch bleibt auf der Strecke. Übrigens war das noch zu SPD-Zeiten. Wenn ich da sehe, dass Herr Platzeck heute auf dem politischen Aschermittwoch großspurig tönte: Leistung muss sich wieder lohnen...


waldmeister hat geschrieben: Und das ist ja das, was vielen Akademikern fehlt, mal abgesehen davon, dass mit 1600 Brutto trotzdem eine ganz enorme Erhoehung des Lebensstandards verbunden waere.
siehe Ausführungen oben

waldmeister hat geschrieben: Ich verstehe ja, dass damit das Lohnniveau zwangslaeufig gedrueckt wird, aber so ist das eben, wenn Angebot und Nachfrage nach Fachkraeften im Ungleichgewicht sind.
Denk man an den alten Gewerkschafterspruch "Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will." Leider fehlt häufig der Gemeinschaftssinn, gerade in diesen Akademikerkreisen.
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Xottabych
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Beitrag von Xottabych »

Ich hab noch nen laengeren kommentar dazu geschrieben. Weil ich aber den Thread nicht noch weiter umlenken will, hab ich einen neuen aufgemacht.

http://aktuell.ru/forum/viewtopic.php?p=22964#22964
Uwe
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Beitrag von Uwe »

Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will.
Bei solchen Sprüchen geht mir immer der Hut hoch. Die Gewerkschaft ist sicherlich eines der schlechtesten Beispiele. Die Räder bei der neuen Heimat, der Volksfürsorge, Coop oder BfG, um nur einige der Beispiele dieser Superleute aufzuführen, sind schon lange verrostet oder wurden von Anderen wieder aufpoliert.

Ist schon ein toller Spruch. Die Räder in D stehen ja auch schon fast still weil der Zug gerade durch Asien rast.

Einem normalen Arbeitnehmer ist es auch schwer verständlich, warum er mit seinen Steuern die Universitäten finanziert, um sich nachher von den Absolventen arogant von oben als "Nichtakademiker" behandeln zu lassen.

Warum soll ein Akademiker, der ja auf Kosten der Allgemeinheit studiert, dabei oft seinen persönlichen Wünschen und nicht den Gegebenheiten des Arbeitsmarktes folgent, mehr verdienen als ein normaler Arbeitnehmer?
Ich erinnere mich da an die "soziale Zeit", als man mit Diplom-Soziologen und ähnlichen Abschlüssen die Straße pflastern konnte.

Heute zählt Leistung und nicht das Diplom. Das Studium als Freibrief für ein gutsituiertes Leben ist ein Ladenhüter.

Der Markt regelt sich nach Angebot und Nachfrage. Wenn ein Absolvent zuwenig verdient dann liegt es vielleicht daran, dass es zuviele gibt für die vorhandenen Arbeit oder daran, dass seine Leistung nicht den Anforderungen entspricht. Da bleibt ein Dumping dann nicht aus.

Gruß

Uwe
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Beitrag von Magdeburg-Moskva »

Uwe hat geschrieben:
Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will.
Bei solchen Sprüchen geht mir immer der Hut hoch. Die Gewerkschaft ist sicherlich eines der schlechtesten Beispiele. Die Räder bei der neuen Heimat, der Volksfürsorge, Coop oder BfG, um nur einige der Beispiele dieser Superleute aufzuführen, sind schon lange verrostet oder wurden von Anderen wieder aufpoliert.
Jene Gewerkschaften meine ich auch nicht. Eigentlich überhaupt keine. Ich habe damit gemeint, dass ein potenzieller ARbeitnehmer nicht unbedingt zig Praktika annehmen sollte. Wenn keiner mehr Praktika annähme, wäre so manch eine Firma genötigt, einen Mitarbeiter einzustellen. Zu den besagten Organisationen kann ich mich wegen meines jungen Alters nicht äußern, da weiß ich zu wenig.

Uwe hat geschrieben:Die Räder in D stehen ja auch schon fast still weil der Zug gerade durch Asien rast.
D hat sich kräftig ins Abseits manövriert.
Uwe hat geschrieben:Einem normalen Arbeitnehmer ist es auch schwer verständlich, warum er mit seinen Steuern die Universitäten finanziert, um sich nachher von den Absolventen arogant von oben als "Nichtakademiker" behandeln zu lassen.
Vorstehendes ist absolut nicht meine persönliche Meinung. Ich habe genug Arbeiter und Handwerker im Freundeskreis!!!
Uwe hat geschrieben:Heute zählt Leistung und nicht das Diplom.
Schön zu wissen. Für mich zählen ebenfalls fachliche und moralische Kompetenz.

Das (mein) Problem ist, dass Leistung nicht mehr angemessen honoriert wird. Besonders nicht-materielle Leistungen.
Uwe hat geschrieben:Warum soll ein Akademiker, der ja auf Kosten der Allgemeinheit studiert, dabei oft seinen persönlichen Wünschen und nicht den Gegebenheiten des Arbeitsmarktes folgent, mehr verdienen als ein normaler Arbeitnehmer?
Leider produzieren die Hochschulen für das Arbeitsamt. Das ist verfehlte Hochschulpolitik.
Uwe hat geschrieben:Ich erinnere mich da an die "soziale Zeit", als man mit Diplom-Soziologen und ähnlichen Abschlüssen die Straße pflastern konnte.
Dauert die nicht immer noch an?
Uwe hat geschrieben:Wenn ein Absolvent zuwenig verdient dann liegt es vielleicht daran, dass es zuviele gibt für die vorhandenen Arbeit oder daran, dass seine Leistung nicht den Anforderungen entspricht. Da bleibt ein Dumping dann nicht aus.
Leider ja. Und selbst für gute Arbeit/Leistung, die den Anforderungen entspricht, wird gedumpt.

Meines Erachtens fehlt es heute vor allem an Solidarität und Gemeinschaftssinn - vom Arbeiter bis zum "akademischen Arbeiter".
Uwe
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Beitrag von Uwe »

Wenn keiner mehr Praktika annähme, wäre so manch eine Firma genötigt, einen Mitarbeiter einzustellen.
Du schaust da zu hoch. Das Gros der Arbeitnehmer arbeitet in Klein- und Mittelbetrieben. Da kostet ein Praktikant nur Geld, weil er, wenn der Betrieb es richtig macht, einen anderen Arbeitnehmer ausbremst.
Darum nehmen viele Betriebe keine Praktikanten mehr, weil es nur Ärger gibt. Der Praktikant meint er wird ausgebeutet und der Betrieb zahlt drauf.
..zählen ebenfalls fachliche und moralische Kompetenz
Wir sind uns doch wohl einig, dass fachliche Kompetenz von Nöten ist, um Leistung zu bringen.

Die Moral ist leider verloren gegangen. Nicht nur bei den Arbeitgebern sondern auch bei den Arbeitnehmern. Arbeitsmoral ist weg, Verantwortungsbewußtsein ist weg, Kollegialität ist weg. Ellenbogen vorraus (ist natürlich etwas überspitzt und pauschaliert).

Das große Schlagwort ist Share Holder Value. Also Geld für Leute verdienen die sowieso schon genug von dem Zeug haben.

Das kommt aber auch durch eine Strukturveränderung in den großen Firmen. Die alten Patriachen sind weg und es kamen "Angestellte", denen Ihr eigenes Wohl und Ihre Karriere wichtiger waren, die Begriffe wie Arbeitsklima, Vertrauen und sonstige Werte, die mal vorhanden waren, nicht mehr kennen oder nicht wahrhaben wollen.

Aber ich darf Dir versichern, der Wind, der in den oberen Etagen weht, ist kein lindes Lüftchen.

Wir werden das sicherlich nicht ändern können.

Gruß

Uwe
(ist übrigends mein richtiger Name)
Bephep

Beitrag von Bephep »

Leute koennt Ihr das mal nicht im anderen
Diskussionen und Leserbrief schreiben.
Danke, Bephep ist auch mein richter Name.
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Xottabych
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Beitrag von Xottabych »

Leute koennt Ihr das mal nicht im anderen
Diskussionen und Leserbrief schreiben.
Aber wirklich... wo ich doch extra auf den neuen Thread umgeleitet habe. Gut, jetzt ist es eben zu spaet.
Darum will ich inhaltlich auch gar nicht naeher auf Deinen beitrag naeher eingehen, Uwe (zumal ich die Sache sehr aehnlich wie Du sehe).

Trotzdem habe ich eine grosse Bitte an Dich: Kannst Du bitte diese ueble Polemik zurueckfahren, mit der Du vorhin pauschal alle Akademiker als arrogante Tagediebe am Tropf der Allgemeinheit abgewatscht hast? Solche gibt’s ja, und davon leider auch nicht wenige! Aber es gibt auch eine ganze Menge Leute, die NICHT aus besseren Haeusern kommen und denen es im Traum nicht einfiele, Nicht-Akademiker von oben herab zu behandeln!!! Mach Dir das mal bitte klar.
Sorry, ich bin deswegen gerade echt ziemlich angesaeuert, vielleicht kannst Du das nachvollziehen.

Ach so, und eine Frage haette ich dann doch noch an Dich, Uwe: Wuerdest Du den Job fuer 1600 denn selbst uebernehmen? Bitte um ehrliche Antwort.

Trotzdem: Einen schoenen Gruss wie immer!

Waldmeister

Edit zur Anonymisierung. Sorry. Waldmeister
Zuletzt geändert von Xottabych am 24 Dez 2007, 18:09, insgesamt 1-mal geändert.
Uwe
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Beitrag von Uwe »

Adrian,

ich sehe eigentlich nicht wo ich pauschaliert habe und was daran üble Polemik sein soll. Es gibt eben jene und solche und Pauschalierung ist hier, wie eigentlich immer, fehl am Platz.

Ich habe zwar im Plural gesprochen und da habe ich ja wohl auch recht.
Glaube mir, ich habe reichlich Erfahrung mit dem Anspruchsdenken und der dann tatsächlich erbrachten Leistung.
Ich war in Asien einmal der Meinung, dass deutsche Dipl.-Ing. super sind.
Nach einer Zeit leidvoller Erfahrungen habe ich dann chinesische Absolventen eingestellt. Auch hier natürlich nicht pauschaliert.

Trink einen Tee und rege Dich ab.

Gruß

Uwe
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