Die brasilianische Zulassungsbehörde kürzlich die Zulassung für Sputnik V verweigert. Hauptgrund war, dass man in diversen bereitgestellten Proben aktive vermehrungsfähige Adenoviren (der Virus der als Vektor dienen soll) gefunden hat. Den Auditoren wurde zudem ein Besuch der Produktionsstätte verweigert (ein Besuch ist normalerweise absolut obligatorisch, auch in Pandemiezeiten). Erfahrungsgemäß hat die brasilianische Behörde ähnlich strenge Standards wie die FDA (USA) und die EMA (Europa), so dass zu befürchten ist, dass Sputnik V auch in Europa scheitern könnte.arghmage hat geschrieben: 19 Mai 2021, 00:14 Die Zulassung von Comirnaty hat knapp 3 Monate gedauert, wenn man bei Sputnik auch diesen Zeitrahmen annimmt, müßte der bald zugelassen werden (Beginn Zulassungsverfahren war am 04.03.)
Aktive Adenoviren sind kein simples, leicht behebbares, Qualitätsproblem, sondern sind in einer unzureichenden Prozessentwicklung begründet, da offensichtlich vor und/oder während der Zellkulturführung nicht ausreichend selektiert wurde/werden kann. Wir hatten hier ja bereits mehrfach diskutiert, dass Russland leider bisher das Know-How für biotechnologische Großproduktionen fehlt. So etwas stellt man nicht mal eben schnell innerhalb eines Jahres reibungslos auf die Beine.
Falls die Zulassung im ersten Anlauf scheitert, sehe allerdings die Chance, dass in bestimmten Drittstaaten (z.B. Indien, China, Südkorea) hergestelltes Sputnik V zugelassen werden kann, da man hier jahrzehntelange Erfahrung mit Zellkulturen besitzt.

