Ukraine.

Debatte zu den Konflikten in der Ukraine. Wir bitten insbesondere hier um eine zivilisierte Kommunikation. Aus schlechter Erfahrung beschränken wir jedoch auch bei diesem Thema die Zugriffe auf jene Benutzer, die explizit an der Diskussion teilnehmen möchten, wie bereits im "Politischen Forum".
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Fritz
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Re: Ukraine.

Beitrag von Fritz »

Bobsie hat geschrieben: 08 Apr 2022, 19:08
kamensky hat geschrieben: 08 Apr 2022, 16:52 . Viel Spass beim lesen und mach dir einmal Gedanken ueber den m. E. zutreffenden Inhalt! [kaffee]

https://meduza.io/feature/2022/04/08/et ... yna-a-lozh
Bei Deinen Links kommt bei mir fast Immer:
Fehler: Gesicherte Verbindung fehlgeschlagen
Sagen wir malso: Diese Limks sind in Russland nicht erwünscht.
Und VPN werde ich mir deshalb nicht zulegen.
Du verpaßt m.E. nichts: Ich kann wenig Inhalt zwischen den schön gedrechselten Worthülsen erkennen. Texte mit „Demokratie“ und „Pressefreiheit“ sind mir grundsätzlich suspekt, denn diese sind in DE bereits seit 20 Jahren tot. Ob Euro, Bankenrettung, Klima, Flüchtlinge, Corona, Ukraine - es gibt nur noch die alternativlos richtige Meinung bzw. Haltung - und eben die falsche, die beim jüngsten Thema nun tatsächlich bei der geringsten Abweichung strafbewehrt ist.

„Die Soldaten und die Jugend verstehen diesen Krieg nicht“, heißt es dort sinngemäß. Der Autor möge nicht von sich auf andere schließen. Die Amerikaner rücken seit 20 Jahren näher an die Grenzen, stehen 100km vor Petersburg und rüsten die Ukraine auf, die vollständig unter ihrer Kontrolle steht und täglich russische Zivilisten meuchelte. Das sind die „Fakten und Realitäten“, die hier jeder Gemüsehändler versteht. Beim einfachen Volk stelle ich überhaupt ein ausgeprägtes (auch geo-)politisches Verständnis fest. Ich brauche kaum anzufangen, da ernte ich fundierte Antworten zu Themen, bei denen man mich in DE nur anschauen würde wie ein Auto. Es wird übrigens nicht gejammert; man weiß um die Unabänderlichkeit der menschlichen Schwächen, im besonderen der Politiker. Auch Haß stelle ich nicht fest – ich führe, so gut es die Sprache zuläßt, viele Schwätzchen etwa auf dem Markt zu diesem Thema. Alle blieben sachlich, kein einziger wurde bisher emotional, verbittert oder laut.

Unter der Zielgruppe des Künstlers, also (pardon) dekadenten Großstädtern, mag ein bißchen weniger Verständnis verbreitet sein. Nur diese (mMn weltweit austauschbare) Schicht ist ziemlich irrelevant für den Kurs des Landes. Ansonsten stehen scharfsinnige geopolitische Analysten höher im Kurs als irgendwelche auswärtigen (erneut pardon) Dampfplauderer, deren Land (weil ohnehin zuverlässiger Diener) nicht auf der Speisekarte der Amerikaner steht und die darum leicht reden haben. Sollen sie es tun, solange sie es noch können.
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Re: Ukraine.

Beitrag von willi »

Jo, Fritz, hast du schön gesagt. War. auch recht ratlos wo die Erleuchtung in dem Artikel versteckt sein könnte.
In Wirklichkeit ist die Realität ganz anders
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Re: Ukraine.

Beitrag von kamensky »

Fritz hat geschrieben: 09 Apr 2022, 00:37
Das sind die „Fakten und Realitäten“, die hier jeder Gemüsehändler versteht. Beim einfachen Volk stelle ich überhaupt ein ausgeprägtes (auch geo-)politisches Verständnis fest. Ich brauche kaum anzufangen, da ernte ich fundierte Antworten zu Themen, bei denen man mich in DE nur anschauen würde wie ein Auto.
Da hast du natuerlich nicht ganz Unrecht, doch glaubst du wohl selbst weniger, dass die unter den momentan vorherrschenden Repressionen, dir als Иностранец die wirkliche Meinung zum Geschehen und deren Politik zu Ohr getragen wird? Ich habe die Erfahrung gemacht ( auch schon vor dem Start der Spezoperation) , dass Leute oft Fragen ignorieren und sehr oft haengt es dann wie ich selbst erkennen musste, dass es sich um Angst und Arbeitsplatzverlust handelt. Interessanterweise treffe ich oft Aerzte in westlichen Staaten, welche eine Austauschzeit absolvieren. Es ergeben sich dann Situationen in welchen Personen selbst auf mich zukommen und mir erklaeren, weshalb sie Fragen, ob direkt, oder indirekt und auf die heimischen Politik bezogen, in der Vergangenheit nicht, oder nur ganz oberflaechlich beantworten wollten bzw. konnten. Genau so verhaelt es sich auch in zufaelligen Dialogen. Auf das einfache Volk bezogen, ist dies auch mehrheitlich verstaendlich, denn die sind oft mit anderen Problem(ch)en beschaeftigt, welche teilweise jedoch auch mit der Politik in Kontext zu bringen sind. Zudem gehoert die Schicht jener der ca. 70%, welche in ihrem Leben noch nie einen Fuss auf auslaendischem Grund gehabt haben. Vieles haengt aus der Sicht der eigenen Interpretation ab, um einen solchen Text zu verstehen.

Ich erlaube mir hier ein banales Beispiel zu nennen.

Die CH grenzt an DE und AT. Beide Laender sprechen und erlernen in der Schule, die "hochdeutsche" Sprache. Wir in der Schweiz verstehen, die deutsche Sprache (wen es sich nicht um einen absoluten und alteingessenen Dialekt ) handelt, doch sehr gut. Selbiges bei den Oestereicher. Umgekehrt sieht es dann fuer die zwei angrenzenden Laender aus, welche sich meist schwerer tun, um den "schweizer Dialekt" , oft auch Halskrankheit genannt, zu verstehen. Und doch leben wir seit zig Jahren in Freundschaft und Respekt zusammen, ohne das einer bisher auf die Idee gekommen ist, infolge von sprachlichen Barrieren gleich mit Panzer und Raketenwerfer aufzufahren. Das ist doch ein Teil von "Demokratie" und jeder kann diese als schlecht bezeichnen, oder diese moegen!
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.
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Re: Ukraine.

Beitrag von willi »

Also ich liebe schweizer Dialekte und da ich selber Dialekt spreche gibt es wenig Verständnisprobleme.
Aber wir haben ja in der Ukraine nicht Krieg nur weil sich die Sprache ein bssl unterscheidet. Aber wie wäre es denn in der Schweiz wenn jemand auf die Idee kommen würde dass nur noch deutsch und französisch anerkannt ist und die Italienischen nicht mehr studieren dürfen?
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Re: Ukraine.

Beitrag von kamensky »

willi hat geschrieben: 09 Apr 2022, 10:54 Also ich liebe schweizer Dialekte und da ich selber Dialekt spreche gibt es wenig Verständnisprobleme.
Aber wir haben ja in der Ukraine nicht Krieg nur weil sich die Sprache ein bssl unterscheidet. Aber wie wäre es denn in der Schweiz wenn jemand auf die Idee kommen würde dass nur noch deutsch und französisch anerkannt ist und die Italienischen nicht mehr studieren dürfen?
Dies ist schlicht unmoeglich, weil die 4 Landessprachen (die 3 von dir genannten plus Raetoromanisch) in der Verfassung verankert und anerkannt sind. Zudem beduerfte eine solche Entscheidung einer Volksabstimmung. ;) Die Schweiz ist eine direkte Demokratie und Entscheidungen werden somit vorwiegend vom Souveraen (Volk) getroffen. Die Macht ist also hauptsaechlich beim Volk und nicht bei faktisch einer einzelnen "Knallpetarde"!

https://www.eda.admin.ch/aboutswitzerla ... ebt%20wird.

In den meisten Kantonen werden bspw. Fahrpruefungen in mindesten 6 Sprachen angeboten. Dasselbe gilt auch fuer amtliche und Behoerdengaenge, welche sehr oft sogar in 8 Sprachen ( kantonal unterschiedlich) vorgenommen werden koennen.
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.
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Re: Ukraine.

Beitrag von ascombie »

Fritz hat geschrieben: 09 Apr 2022, 00:37

Du verpaßt m.E. nichts: Ich kann wenig Inhalt zwischen den schön gedrechselten Worthülsen erkennen. Texte mit „Demokratie“ und „Pressefreiheit“ sind mir grundsätzlich suspekt, denn diese sind in DE bereits seit 20 Jahren tot. Ob Euro, Bankenrettung, Klima, Flüchtlinge, Corona, Ukraine - es gibt nur noch die alternativlos richtige Meinung bzw. Haltung - und eben die falsche, die beim jüngsten Thema nun tatsächlich bei der geringsten Abweichung strafbewehrt ist.

„Die Soldaten und die Jugend verstehen diesen Krieg nicht“, heißt es dort sinngemäß. Der Autor möge nicht von sich auf andere schließen. Die Amerikaner rücken seit 20 Jahren näher an die Grenzen, stehen 100km vor Petersburg und rüsten die Ukraine auf, die vollständig unter ihrer Kontrolle steht und täglich russische Zivilisten meuchelte. Das sind die „Fakten und Realitäten“, die hier jeder Gemüsehändler versteht. Beim einfachen Volk stelle ich überhaupt ein ausgeprägtes (auch geo-)politisches Verständnis fest. Ich brauche kaum anzufangen, da ernte ich fundierte Antworten zu Themen, bei denen man mich in DE nur anschauen würde wie ein Auto. Es wird übrigens nicht gejammert; man weiß um die Unabänderlichkeit der menschlichen Schwächen, im besonderen der Politiker. Auch Haß stelle ich nicht fest – ich führe, so gut es die Sprache zuläßt, viele Schwätzchen etwa auf dem Markt zu diesem Thema. Alle blieben sachlich, kein einziger wurde bisher emotional, verbittert oder laut.

Unter der Zielgruppe des Künstlers, also (pardon) dekadenten Großstädtern, mag ein bißchen weniger Verständnis verbreitet sein. Nur diese (mMn weltweit austauschbare) Schicht ist ziemlich irrelevant für den Kurs des Landes. Ansonsten stehen scharfsinnige geopolitische Analysten höher im Kurs als irgendwelche auswärtigen (erneut pardon) Dampfplauderer, deren Land (weil ohnehin zuverlässiger Diener) nicht auf der Speisekarte der Amerikaner steht und die darum leicht reden haben. Sollen sie es tun, solange sie es noch können.

@ Fritz: Hast du etwa etwas gegen Demokratie und Pressefreiheit? :roll: Eigentlich kann man dagegen doch im Grunde nach nichts haben, oder?
Oder meinst du gar, Russland sei eher eine Demokratie mit Pressefreiheit oder gar Rechtsstaatlichkeit als Deutschland? Dass die Demokratie und die Pressefreiheit in D. seit 20 Jahren tot sein sollen, ist mir so noch gar nicht aufgefallen....
Ein Beispiel: Es gab vor kurzem in Berlin eine pro-russische Demonstration. Sie wurde auch von den Behörden genehmigt, aber natürlich mißtrauisch beäugt, denn die deutsche Regierung steht an der Seite der Ukraine. Auch das Volk steht zumindest mehrheitlich auf Seiten der Ukraine. Wäre eine pro-ukrainische Demonstration in Russland überhaupt möglich? Wohl kaum! Die Demonstranten würden mit Sicherheit sofort inhaftiert werden und der Protest durch die Staatsmacht also sofort unterbunden worden.
Aber natürlich versteht der einfache Gemüsehändler die geopolitischen Aspekte, die "Fakten und Realitäten", erheblich besser als der durchschnittliche Deutsche...... ;) Auch ich verstehe diese (deine) Fakten und Realitäten nicht .....bzw. halte sie für nicht ganz richtig......
Aber könnte es einfach sein, dass dieser besagte Gemüsehändler einen sehr einseitigen Standpunkt, also einen russischen Standpunkt hat, also der russ. Propagandamaschinerie auf den Leim gegangen ist? Das wäre ja mal so ein gedanklicher Aspekt, oder?
Dann verstehe ich in "meiner vielleicht vorhandenen Naivität" nicht, wer die durch die Ukraine "gemeuchelten russischen Zivilisten"sein sollen. Meines Wissens gehört der Donbass zur Gänze völkerrechtlich zur Ukraine. Und verantwortlich für die ca. 14 000 Toten im Donbass-Krieg werden sicherlich nicht nur die Ukrainer sein, oder? Oder leben im Gebiet des Donbass nur ethnische Russen? Und man muss es der Ukraine auch zubilligen, dass sie ihr verloren gegangenes Staatsterritorium versucht zurück zu erobern. Verhandlungen nach dem Minsker Abkommen kamen ja nicht zum Abschluss.
Alles in allem eine sehr, sehr einseitige Stellungnahme von dir. Alles ist sicherlich ein zweischneidiges Schwert. Man kann alle Dinge immer mindestens von 2 Seiten sehen und das sollte man auch tun....
Voraussetzung ist natürlich, dass die russische Propaganda, aber auch die Gegenpropaganda des Westens eingestellt wird, oder zumindest reduziert wird.
Im Übrigen gilt ja auch die Redewendung, dass in einem Krieg die Wahrheit als Erste stirbt.....
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Re: Ukraine.

Beitrag von Bobsie »

ascombie hat geschrieben: 09 Apr 2022, 12:39 ....Im Übrigen gilt ja auch die Redewendung, dass in einem Krieg die Wahrheit als Erste stirbt.....
Die Wahrheit benötigt keinen Krieg, um zu sterben. In der sogenannten Meinungsfreiheit und Pressefreiheit ist sie doch schon lange gestorben.
Zuletzt geändert von Bobsie am 09 Apr 2022, 14:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ukraine.

Beitrag von kamensky »

Bobsie hat geschrieben: 09 Apr 2022, 14:11
ascombie hat geschrieben: 09 Apr 2022, 12:39 ....Im Übrigen gilt ja auch die Redewendung, dass in einem Krieg die Wahrheit als Erste stirbt.....
Die Wahrheit benötigt keinen Krieg, um zusterben. In der sogenannten Meinungsfreiheit und Pressefreiheit ist sie doch schon lange gestorben.
Wie war das noch mit der deutschen Sprache? Um zusterben, oder um zu sterben?
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Re: Ukraine.

Beitrag von ascombie »

@Bobsie : Mag sein, dass die "Wahrheit" auch in einer Demokratie mit Meinungs- und Pressefreiheit sterben kann und nicht nur durch einen Krieg.
Aber meinst du, dass in einer Diktatur bzw. Autokratie wie in Russland die Wahrheit nicht sterben kann :roll:
Oder, mit anderen Worten, glaubst du der russ. Propaganda? Oder ist diese keine für dich, sondern die "Wahrheit"?
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Re: Ukraine.

Beitrag von Bobsie »

.........
Zuletzt geändert von Bobsie am 09 Apr 2022, 15:16, insgesamt 1-mal geändert.
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