Nikolaus hat geschrieben: 14 Jun 2022, 14:28
kamensky hat geschrieben: 14 Jun 2022, 13:13
Du bist doch auch Auslaender, ...?
Nein, ich bin Deutscher und habe auch (schon laenger wieder) meinen Lebensmittelpunkt in D, zahle hier ausgiebig Steuern, bin hier von der rasanten Inflation unmittelbar betroffen. Auch in meinem Namen liefert die Bundesregierung (ohne mich freilich auch nur einmal zu fragen - bisher jedenfalls gab es nicht einen Volksentscheid) reichlich Waffen an die Ukraine, unterstuetzt den Krieg in der Ukraine mit Milliarden finanziell, finanziert wohl mittlerweile um die 400.000 ukrainische Gefluechtete (sowie etliche tausend russische Dissidenten) allumfassend, verhaengt fuer mich sehr kostspielige Sanktionen bzw. Embargo-Massnahmen gegen Russland und bringt damit viele deutsche Firmen in zusaetzliche Schwierigkeiten, legt ein Sondervermoegen von ueber 100 Mrd. fuer zusaetzliche Ruestung auf, ...
Ich war dafuer, den Krieg durch eine ausgeglichene Russland-Politik und im Sinne der Minsker Vereinbarungen zu verhindern, und bin jetzt dafuer, ihn nicht durch Waffenlieferungen zu eskalieren und zu verlaengern, sondern auf Verhandlungen zu draengen, um ihn schnellstmoeglich zu beenden.
Kann deinen Bedenken und dein Unmut durchaus verstehen. Btw. Ich bezahle in der Schweiz ebenfalls Steuern und wurde ebenfalls nicht gefragt, ob ich mit den durch den Bundesrat verabschiedeten finanziellen Hilfen, wie auch mit der Aufnahme von ueber 50000 Fluechtlingen ( im Verhaeltnis zu den Einwohnern CH vs. DE sind dies mehr) einverstanden bin. Auch betreffen die von der CH uebernommenen EU-Santktionen wurde ich ebenfalls nicht gefragt, wenn diese mich auch momentan nur indirekt betreffen. All dies hindert mich jedoch nicht daran, dass Schicksal von unschuldigen Menschen zu unterstuetzen, dies auch wen es nur einen kleinen Tropfen auf einen heissen Felsblock ist. Ich bin bekennender Atheist, doch heisst dies nicht, dass ich deshalb auf "Naechstenliebe" verzichte. Es geht mir um das "Menschliche" und deshalb bin ich auch bereit, einen meines Erachtens kleinen (finanziellen) Teil beizusteuern bzw. auf diesen kleinen Teil zu verzichten. Keiner weiss, was Morgen, Uebermorgen oder in den naechsten Monaten passieren wird. Und vielleicht, je nach Situation, koennte auch ich einmal zu Dankbarkeit verpflichtet sein, bei einer Hilfeleistung und situativem Verstaendnis. Das Leben ist nun oft einmal ein Geben und Nehmen und dies unabhaengig vom "Wohlstand" .
Verhandlungen und Diplomatie ist sicherlich das A und O zu einer Beilegung. Doch dienen solche Verhandlungen meist der staerkeren Partei, welche sich in Verhandlungspositionen oft im Kontext mit Erpressungen, Vorteile aushandeln will, oder gar darauf besteht. Dies wiederum zum Nachteil des Schwaecheren und deren Zivilbevoelkerung, welche dadurch oft jahrelang an so einem "undemokratischem Ungleichgewicht" weiterhin zu leiden haben. Sicherlich ist und waere es fuer die Momentane eine Erleichterung, jedoch mit schleichender Einbusse von Lebensqualitaet auf lange Sicht (schon
verursachte Kollateralschaeden), welche durch eine Kriegsverlaengerung logischerweise nicht abnehmen werden. Oft wird leider auch das Psychologische und Mentale vergessen, denn jede Bevoelkerung hat zu seinem Staat/Land einen gewissen Stolz und eine moralische Naehe. Ein Land kann noch so "mausarm" und "rueckstaendig" sein, doch im Herzen vieler Bewohner ist es eben das "Heimatland" , welches man, oder Teile davon bis zum bitteren Ende versucht zu verteidigen. Ist wohl der Instinkt, wie in der Tierwelt oft auch anzutreffen ist.
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.