Norbert hat geschrieben: 03 Mär 2026, 20:05
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Rechtfertigt es einen Krieg? Ich kann es ehrlich nicht sagen, dazu bin ich zu weit weg. Ich kann es aber auch nicht pauschal verurteilen, dass sich die internationale Gemeinschaft da einmischt.
Ich würde behaupten, kaum jemand der Exil-Russen in Deutschland würde im Moment einen Angriff auf Moskau irgendwie gutheißen. Ich höre jedoch viele Iraner, welche froh sind, dass etwas passiert - natürlich gefiltert durch die Medien, die ich verfolge -, und ich sehe wenig Proteste im Ausland dagegen.
Angeblich protestieren die Iraner im Ausland wenig bis gar nicht gegen den Krieg, und sind im Iran selber in bemerkenswerter Größenordnung am Jubeln, dass dem verhasstem Regime der Stecker gezogen wird.
Das Problem an der ganzen Geschichte: Die USA und Israel sind spontan, ohne große Vorbereitung und Plan in den Krieg gezogen, und erwarten nun von der iranischen Bevölkerung, dass diese ihre Zukunft selber in die Hand nimmt, um eine neue Gesellschaftsordnung umzusetzen. Ich glaube kaum, dass das funktionieren wird. So nebenbei steht auch zu befürchten, dass im Falle einer Zerstörung des Regimes die üblichen Verdächtigen, wie z. B. Taliban oder IS, die Gelegenheit nutzen, um sich ihren Teil vom Kuchen abzuschneiden.
Grundsätzlich lässt sich ein Krieg meiner Meinung nach durch nichts rechtfertigen. Davon ab hat gerade im Nahen Osten keiner der durchgeführten letzten Kriege auch nur ansatzweise das gewünschte Ergebnis gebracht. Es sei denn, es sind Kräfte vor Ort tätig geworden, wie z. B. in Syrien, wo der Blutsäufer Assad aus dem Land gejagd worden ist. Aber ansonsten?? Egal, ob dort Russen, Amerikaner oder Europäer in den Krieg gezogen sind, sie sind stets gescheitert. Und das unabhängig davon, ob der eigentlich Krieg gewonnen worden ist oder nicht. Von daher gesehen schaue ich ziemlich skeptisch auf die Geschehnisse im Iran. Da müsste schon, außerhalb des Schahsohnes, eine identitätsstiftende, vorzugsweise iranische Person, aufploppen, welche es versteht, die Bevölkerung hinter sich zu versammeln und der Revolution (??) ein Gesicht zu geben.