Drohnenangriffe in Russland
- Wladimir30
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Drohnenangriffe in Russland
Ich möchte ein Thema ansprechen, das politisch eine große Bedeutung hat und für direkt betroffene Personen eine leibhaftige Gefahr darstellt. Es geht um zunehmende, immer massiver werdende Drohnenangriffe auf Infrastrukturziele in Russland. In erster Linie sind dies Raffinerien.
Nun ist dieses Thema nicht neu und es wurde hier auch schon erwähnt. Leider wurde dabei zuweilen ein hämischer Unterton deutlich, der aber nicht näher begründet wurde. Ich möchte auch für die sofort aufschreienden Whataboutismen keinen Raum lassen, denn mir geht es darum, auf einen ganz gezielten Aspekt hinweisen.
Der Grund für das Wiederaufwärmen dieses Themas liegt in dessen politischer Tragweite. Vor knapp einer Woche sickerten Nachrichten durch, die die Grundbedingungen für konkrete Friedensverhandlungen mit weitreichenden Garantien für beide Seiten benannte. Auf russischer Seite wurde ein Beenden der Angriffe auf Raffinerien genannt. Nur wenige Tage später erfolgte der bis dato größte flächendeckende Angfriff mit über 1000 Drohnen auf Moskauer Raffinerien. Ein paar Tage zuvor wurden Raffinerien in anderen Städten, ebenfallls mit einer sehr hohen Anzahl an Drohnen, angegriffen. Ein neue Taktik dabei war u.a., als Anflugschneisen Wohngebiete zu wählen, so dass bei einem frühzeitigen Abschuss Wohnhäuser getroffen werden. Die Abschussquote liegt regelmäßig bei gut 90% (mal mehr, mal weniger), und dies, obwohl ein funktionierendes Vorhandensein von entsprechenden Abwehrsystemen bzw. auch die Reparatur derselben auch hier mehr als bezweifelt wurde. Aber auch die abgeschossenen Drohnen explodieren noch irgendwo.
Nun frage ich mich, wieso die Führung in der Ukraine immer noch vom nahen Endsieg spricht und die Ziele, die ein Ende des Krieges zu realistischen Bedingungen in eine greifbare Nähe zu rücken scheint, durch solcherlei Aktionen torpediert. Der Krieg wird durch die Zerstörung eines Teils der russlandweiten Raffinerien sicher nicht gewonnen, also ist kriegsentscheidender Nutzen nicht zu erwarten. Ich will auch nicht die rein rhetorische Frage nach der Herkunft der Drohnen stellen. Jeder kann sich sicher gut daran erinnern, dass auf solche Provokationen entsprechende Antworten mit oft zuvor nicht eingesetzten Waffensystemen erfolgten. Es bleibt abzuwarten, wie die Antwort diesmal aussehen wird.
Nun ist dieses Thema nicht neu und es wurde hier auch schon erwähnt. Leider wurde dabei zuweilen ein hämischer Unterton deutlich, der aber nicht näher begründet wurde. Ich möchte auch für die sofort aufschreienden Whataboutismen keinen Raum lassen, denn mir geht es darum, auf einen ganz gezielten Aspekt hinweisen.
Der Grund für das Wiederaufwärmen dieses Themas liegt in dessen politischer Tragweite. Vor knapp einer Woche sickerten Nachrichten durch, die die Grundbedingungen für konkrete Friedensverhandlungen mit weitreichenden Garantien für beide Seiten benannte. Auf russischer Seite wurde ein Beenden der Angriffe auf Raffinerien genannt. Nur wenige Tage später erfolgte der bis dato größte flächendeckende Angfriff mit über 1000 Drohnen auf Moskauer Raffinerien. Ein paar Tage zuvor wurden Raffinerien in anderen Städten, ebenfallls mit einer sehr hohen Anzahl an Drohnen, angegriffen. Ein neue Taktik dabei war u.a., als Anflugschneisen Wohngebiete zu wählen, so dass bei einem frühzeitigen Abschuss Wohnhäuser getroffen werden. Die Abschussquote liegt regelmäßig bei gut 90% (mal mehr, mal weniger), und dies, obwohl ein funktionierendes Vorhandensein von entsprechenden Abwehrsystemen bzw. auch die Reparatur derselben auch hier mehr als bezweifelt wurde. Aber auch die abgeschossenen Drohnen explodieren noch irgendwo.
Nun frage ich mich, wieso die Führung in der Ukraine immer noch vom nahen Endsieg spricht und die Ziele, die ein Ende des Krieges zu realistischen Bedingungen in eine greifbare Nähe zu rücken scheint, durch solcherlei Aktionen torpediert. Der Krieg wird durch die Zerstörung eines Teils der russlandweiten Raffinerien sicher nicht gewonnen, also ist kriegsentscheidender Nutzen nicht zu erwarten. Ich will auch nicht die rein rhetorische Frage nach der Herkunft der Drohnen stellen. Jeder kann sich sicher gut daran erinnern, dass auf solche Provokationen entsprechende Antworten mit oft zuvor nicht eingesetzten Waffensystemen erfolgten. Es bleibt abzuwarten, wie die Antwort diesmal aussehen wird.
Nach dem Kaffee ist vor dem Kaffee
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paramecium
- Zar/iza

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Re: Drohnenangriffe in Russland
Trump hatte solch einem Verzicht auf die Angriffe auf Energieinfrastruktur letzte Woche vermeldet. Bereits in der gleichen Nacht haben beide Seiten die jeweils andere Infrastruktur angegriffen (Russland u.a. Tankstellen in Kiew, den Hafen von Odessa und auch in Saporischja gab es Angriffe auf Umspannwerke, die zu einem Stromausfall führten).
Zudem wurde auch nochmal bekräftigt, dass Putin weiterhin an der Eroberung des Donbas festhält (Sind das die "realistischen Bedingungen" von denen du schreibst"?). Unter diesen Voraussetzungen sehe ich nicht wirklich Signale für eine Bereitschaft zum Frieden auf beiden Seiten.
Die Angriffe auf die Raffinerien und Logistikzentren tuen Russland und dessen Kriegswirtschaft merklich weh. Auf dem Weg nach Moskau wurden offenbar 99% der ukrainischen Dronen und Raketen abgeschossen. Die paar die durchkamen haben gereicht. Drohnen sind aktuell der wirksamste Hebel der ukrainischen Armee. Dieses Mittels wird sich die Ukraine sicherlich nicht berauben lassen. Letztendlich ist das auch ein Trumpf für den anstehenden Winter. Sollte Russland, wie in den vergangenen Jahren, Heizkraftwerke und Umspannwerke angreifen, könnte die Ukraine symmetrisch antworten.
Zudem wurde auch nochmal bekräftigt, dass Putin weiterhin an der Eroberung des Donbas festhält (Sind das die "realistischen Bedingungen" von denen du schreibst"?). Unter diesen Voraussetzungen sehe ich nicht wirklich Signale für eine Bereitschaft zum Frieden auf beiden Seiten.
Die Angriffe auf die Raffinerien und Logistikzentren tuen Russland und dessen Kriegswirtschaft merklich weh. Auf dem Weg nach Moskau wurden offenbar 99% der ukrainischen Dronen und Raketen abgeschossen. Die paar die durchkamen haben gereicht. Drohnen sind aktuell der wirksamste Hebel der ukrainischen Armee. Dieses Mittels wird sich die Ukraine sicherlich nicht berauben lassen. Letztendlich ist das auch ein Trumpf für den anstehenden Winter. Sollte Russland, wie in den vergangenen Jahren, Heizkraftwerke und Umspannwerke angreifen, könnte die Ukraine symmetrisch antworten.
Re: Drohnenangriffe in Russland
Ein zweischneidiges Schwert. Stärkerer Ausbau der Laufabwehr bedeutet, die eigentlichen Ziele sind besser geschützt. Nur lösen sich die gestörten/zerstörten/beschädigten Geräte nicht einfach magisch in der Luft auf. Auf beiden Seiten. Herabfallende Drohnen treffen dann zivile Objekte. Hauptunterschied in der Berichterstattung: Der Westen macht daraus bewusst Angriffe auf Kindergärten, Kinderspielplätze und Kinderkrankenhäuser. Der barbarische Untermensch aus dem Osten eben. Hat in den dreißiger Jahren gut geklappt.
Je stärker die Nato, desto sicherer der Weltfrieden.
Re: Drohnenangriffe in Russland
Das scheinen einige anders zu sehen, wozu sonst der ganze Aufwand?Wladimir30 hat geschrieben: 21 Sep 2026, 22:37 Der Krieg wird durch die Zerstörung eines Teils der russlandweiten Raffinerien sicher nicht gewonnen, also ist kriegsentscheidender Nutzen nicht zu erwarten.
Meiner Wahrnehmung nach wird dieser Krieg auch nicht "gewonnen". Von niemandem. Es gibt Profiteure des Krieges, aber eigentlich nur außerhalb des Kriegsgebietes. Aber innerhalb des Kriegsgebietes gibt es eigentlich nur Verlierer.
- Zejtnot
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Re: Drohnenangriffe in Russland
Meiner Meinung nach ist die Taktik schlicht: An der Front können wir nicht gewinnen, also schaden wir der Gegenseite im Hinterland so sehr wie möglich, damit der Preis für den Krieg zu groß wird. Haben sie letztlich vom Iran gelernt.
Wo kommt die Häme her? In der Ukraine fiel in den letzten Jahren sehr oft der Strom oder die Heizung in einigen Städten komplett aus. Es ist ein natürlicher Reflex, dass man mit solchen Bildern im Hinterkopf auf den Gedanken kommt: Nun läuft es auch mal anders herum und beide Seiten spüren nun den Konflikt am eigenen Leib.
Wo kommt die Häme her? In der Ukraine fiel in den letzten Jahren sehr oft der Strom oder die Heizung in einigen Städten komplett aus. Es ist ein natürlicher Reflex, dass man mit solchen Bildern im Hinterkopf auf den Gedanken kommt: Nun läuft es auch mal anders herum und beide Seiten spüren nun den Konflikt am eigenen Leib.
- Bluewolf
- Zar/iza

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Re: Drohnenangriffe in Russland
Es gibt auch noch eine andere Thematik.
Russland war noch nie zu unterwerfen. Dafür ist es einfach zu groß.
Und das ist ein Selbstverständnis, dass die Ukraine als Brudervolk, die ganz genau wissen wie die Gegenseite auch psycholgisch tickt, gezielt angreift.
Dass die Angriffe auf Raffinerien und ähnliches längst Wirkung zeigen, geben ja selbst russische Mil Blogger zu.
Aber die Größe des Landes hat eben auch eine große Schwäche. Hochwertziele können nicht mehr ausreichend geschützt werden.
Den relativ großen Abwehrerfolg gegen den Angriff mit bis zu 1600 Drohnen konnte man nur erreichen, in dem man um Piter und Moskau fast 80% der gesamten Flugabwehrkapazität zusammen gezogen hat. Gegen die Raketen konnten sie kaum etwas ausrichten, genau wie umgekehrt auch nicht.
Und trotzdem ist jeder Brand, der in Moskau ausbricht ein Schlag ins Gesicht. Früher konnte man sich strategisch zum Beispiel noch hinter den Ural zurückziehen. Nicht dass das nötig wäre. Aber es sickert immer mehr durch, dass nichts mehr sicher ist, egal ob Flugfeld, Raffinerie, oder Waffenfabrik. Egal wo.
Russland war noch nie zu unterwerfen. Dafür ist es einfach zu groß.
Und das ist ein Selbstverständnis, dass die Ukraine als Brudervolk, die ganz genau wissen wie die Gegenseite auch psycholgisch tickt, gezielt angreift.
Dass die Angriffe auf Raffinerien und ähnliches längst Wirkung zeigen, geben ja selbst russische Mil Blogger zu.
Aber die Größe des Landes hat eben auch eine große Schwäche. Hochwertziele können nicht mehr ausreichend geschützt werden.
Den relativ großen Abwehrerfolg gegen den Angriff mit bis zu 1600 Drohnen konnte man nur erreichen, in dem man um Piter und Moskau fast 80% der gesamten Flugabwehrkapazität zusammen gezogen hat. Gegen die Raketen konnten sie kaum etwas ausrichten, genau wie umgekehrt auch nicht.
Und trotzdem ist jeder Brand, der in Moskau ausbricht ein Schlag ins Gesicht. Früher konnte man sich strategisch zum Beispiel noch hinter den Ural zurückziehen. Nicht dass das nötig wäre. Aber es sickert immer mehr durch, dass nichts mehr sicher ist, egal ob Flugfeld, Raffinerie, oder Waffenfabrik. Egal wo.
- Axel Henrich
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Re: Drohnenangriffe in Russland
Sicher, dass UA, selbst Selenski, aber auch der Westen das alles so gut findet?!Bluewolf hat geschrieben: 22 Sep 2026, 13:56[...] Ukraine als Brudervolk, die ganz genau wissen wie die Gegenseite auch psycholgisch tickt, gezielt angreift.
Metallproduktion- /export auf Null-, Getreideexport maximal - reduziert, Tankstellen, Warenlager, Lokomotiven und damit die Logistik ...
Ja, die Ukrainer beißen, aber die Antworten sind heftig. Selbst Engländer, Amis, Franzosen und auch wir Deutschen spüren die Antworten!
Wir schicken Geld und Drohnen gegen die Raffinerien in Ru, um dann 2,59 für den Liter Diesel zu bezahlen ... Also haben wir uns selber 2x gef ...
Coole Taktik, oder?!
Selbst Selenski möchte einen Waffenstillstand auf die Infrastruktur. ...
Warum wohl, weil der Plan des Westen aufgeht? Klar, weder die Amis, noch die "Willigen" verlieren "relevant" Menschenleben, die paar engl. Unfalltoten bei Verkehrsunfälle in der Ukraine nehmen wir mal raus ... ansonsten sterben ja nur Russen und Ukrainer ...
-ah-
- Bluewolf
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Re: Drohnenangriffe in Russland
Komm schon Axel, nicht auch noch du.
Also, wer hat uns das Szenario im Moment eingebrockt? Peacemaker D.T.! Noch eine Bemerkung dazu, da wir auch den Beginn der Raffinerie Aktion eigentlich ohne weitere gravierende Auswirkungen (relativ) überstanden haben und der Angriff auf den Iran und die Hormus Thematik erst danach begann:Die Auswirkungen im Detail
Russlands verzweifelte Gegenmaßnahmen:
Da die Produktion einbrach und in 92 % der russischen Regionen Engpässe drohten, hat Moskau nicht nur Exporte gestoppt, sondern im Sommer sogar die Qualitätsstandards auf historische Tiefs (Euro-3 / Euro-2) abgesenkt, um die Produktionsmenge künstlich zu strecken. Zudem muss das Land paradoxerweise Kraftstoffe aus Belarus und Kasachstan importieren.
Der Nahe Osten als globaler Engpass: Analystenschätzungen von Bloomberg zeigen, dass der Krieg im Nahen Osten dem Weltmarkt mengenmäßig sogar noch mehr Diesel entzogen hat als der Konflikt in Osteuropa. Die Schließung kritischer Seewege zwingt den verbleibenden Handel zu langen, teuren Ausweichrouten.Fazit: Der zeitgleiche Ausfall beider Großregionen – historisch die tragenden Säulen der globalen Dieselversorgung neben den USA – hat zu einem "perfekten Sturm" auf den Energiemärkten geführt, der laut der Internationalen Energieagentur (IEA) noch bis weit in das Jahr 2027 hinein anhalten könnte.
In den USA liegen die Spritpreise inzwischen auf einem Allzeit Hoch. Und da die Midterms nahen, versucht D.T. natürlich so viel Nebelkerzen wie möglich zu zünden. Und Funfact. Die USA sind neben Russland und dem nahen Osten Nummer drei der tragenden Säulen. Was will uns Trump also dann sagen? Dass sein eigenes Land nicht einmal mehr den eigenen Bedarf decken kann, oder hat man den Preis nur deshalb nach oben gejagt, damit seine Buddies möglichst viel Gewinn einsacken?Bedeutung für Europa (historisch)
Russland lieferte vor dem Krieg erhebliche Mengen (ca. 11 % des EU-Straßenverkehrs-Bedarfs). Importe sind durch Sanktionen bereits stark reduziert.
Naher Osten: War der Retter in der Not und stellte 2025 fast 41 % der europäischen Dieselimporte. Diese Achse bricht nun dramatisch ein.
- Axel Henrich
- Zar/iza

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Re: Drohnenangriffe in Russland
Wieso...? Du zitierst es doch selber ... "Analystenschätzungen von Bloomberg zeigen, dass der Krieg im Nahen Osten dem Weltmarkt mengenmäßig sogar noch mehr Diesel entzogen hat als der Konflikt in Osteuropa".
Ich schrieb nur ausschließlich über UA, wel das nun mal Thema war. Das schließt ja den Einfluß des Irankrieges und Trumps Deals nicht aus .... oder Ankündigungen von Konfliktversxhärfungen nach Börsenschluss platzieren u.s.w.
Ich hatte auch kürzlich gelesen, dass Trump allein mit den "Konfliktankündigungen" ganz bewußt den Markt manipuliert, um sich und seinem Umfeld wieder paar Mille mehr aufs Konto zu spülen. Ist aber auch nicht wirklich neu ... Siehe US Soldat der an der Aktion mit Maduro beteiligt war und Wetten auf seinen Sturz plazierte (stark verkürzt
-ah-
- Bluewolf
- Zar/iza

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Re: Drohnenangriffe in Russland
Ob jetzt in Russland ein paar mehr Raffinerien mehr ausfallen tangiert den Weltmarkt nahe Null.