Stefan hat geschrieben:Mir ist zu Ohren gekommen, daß die Milizia in Russia alles regelt, wenn ein Unfall passiert ist.
Der Unfallverursacher muss nur einen bestimmten Betrag bezahlen und die Sache ist aus der Welt.
Stimmt diese Behauptung eigentlich und wie ist es wenn man z. B. einen Menschen überfährt und der dann auch noch stirbt??
Zahlt denn irgendeine Versicherung - sofern man diese in Russland abgeschlossen hat?
Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen eines Bagatellschadens, ein Mal verschuldet, ein Mal unverschuldet (dazwischen liegen aber 4 Jahre Zwischenfalllosen Straßenkampfes...)
Miliz: Ja, regelt alles. Die Autos müssen stehen bleiben, bis die Miliz kommt, gleich ob das Malheur an einer Ausfahrt oder sonst einer wesentlich verkehrsbehindernden Stelle passierte oder nicht. (Mit Kreide Position markieren, Fotos machen und dann den Verkehr wieder frei machen geht hier definitiv nicht.) Danach vermißt die Miliz gewissenhaft, Protokoll wird an Ort und Stelle gemacht, danach Anhörung in der Leitstelle 1-2 Wochen später.
Tödlicher Unfall: Wie ich hörte, ist es durchaus üblich, dafür in den Bau zu gehen. Die Strafen sind rabiat. Ebenso bei Unfällen unter Alkohol.
Versicherung: Natürlich zahlt die. Das ist vermutlich auch eine der Ursachen für die sorglos- aggressive Raserei. Das Zauberwort Kasko läßt eine fröhlich entspannte Stimmung unter den Unfallbeteiligten aufkommen. Ich staune jedes Mal, wenn ich mich am Schrott eines Unfallpaares vorbeischiebe, wie nett die zueinander sind.
Betrag: Da mußt Du die Herrenfahrer der Duma oder sonstige Blaulicht- und Staatsnummernschilderbenutzer befragen. Alle anderen Kraftfahrer unterliegen im Allgemeinen dem Gesetz. Bei kleineren Verkehrsverstößen ohne Menschen- und Blechschaden freilich hilft ein freundliches Wort zur rechten Zeit (und ein wenig mehr), wenn man in Zeitnot ist und das langwierige Ausfüllen eines Protokolls umgehen möchte.
