Dietrich hat geschrieben:Das ist ja schon wieder so ein Totschlagargument! Finger weg von Aenderungen am Sozialstaat, denn selbst wenn ihr das nicht wollt, werdet ihr ihn abschaffen...waldmeister hat geschrieben:Das kann schon sein, aber langfristig läuft es eben doch darauf hinaus. Wetten?Dietrich hat geschrieben: Das will auch keiner!
Was ist das fuer ein Quatsch!
Andererseits gibt es aber in vielen Bereichen einen Wettlauf naach unten, das ist genausowenig zu übersehen. Sich einfach an ihm zu bteteiligen, wird die Situation im Lande nicht lösen, da ja die Länder, mit denen Deutschland im Standortwettbewerb steht, ja diese Änderungen selber wiederum kontern müssten. Das ist wie bei Sitzrängen im Stadion: Wenn einer aufsteht, muss der hinter demjenigen ebenfalls aufstehen, um etwas zu sehen. Am Ende stehen alle Leute, aber mehr sehen tut keiner.
Das ist jetzt aber ein Totschlagargument Deinerseits. Wenn sich jermand über Ungerechtigkeit in Deutschland beschwert, halte man ihm vor die Nase, dass es Leuten in anderen Ländern noch schlechter gehe. Nicht., dass das falsch wäre! Aber innheralb eines Landes sollte man auch den Lebensstandard des entsprechenden landes anlegen.Dietrich hat geschrieben:Ausbeutung. Jeder, der sich irgendwelche Produkte "Made in Fernost" kauft, beutet mehr Leute aus, als der mittelstaendische Firmenchef, der, um 15 Arbeitsplaetze zu erhalten, 5 von seinen 20 Leuten entlaesst und den anderen 15 keine Lohnerhoehung gibt. Aber genau der ist angeblich der Ausbeuter.
Ich sehe die Sache im Grunde wie Du: Wir alle müssen uns kräftig anstrengen, um unseren gewohnten Lebensstandards zu erhalten! Nur: Wenn wenn es heißt "alle", dann auch bitte wirklich alle, und nicht ausschließlich diejenigen, die die ohnehin bereits schlecht dastehen.
Selbstverständlich kann niemand es einem Betrieb verübeln, profitorientiert zu arbeiten, unterqualifizierte Leute nicht einzustellen oder bei Engpässen Leute zu entlassen. HABE ich aber auch gar nicht gesagt, nebenbei bemerkt. Viel zu oft geht es aber, ökonomisch betrachtet, um eine "Maximierung der Konsumentenrente" des "Arbeitskäufers". Das bedeutet, solange ein dermaßen hohes Ungleichgewicht zwischen Arbeitssuchenden und Arbeitsstellen besteht, kann der Lohn so weit gedrückt werden, bis der Arbeit suchende selber eben sagt: Nee, der Preis ist zu gering.
Der Arbeitsmarkt ist sozusagen "unvollkommen", zuviele Anbieter, oder zuwenige Nachfrager. Kann man das so sagen?
Daswegen hast Du meiner Meinung nach sicher recht, wenn Du schreibst:
Nur denke ich, viele Firmen (natürlich nicht alle) wären durchaus in der Lage dazu, ihren Praktikanten (um bei dem Beispiel zu bleiben) mehr zu bezahlen. Was sie aber nicht tun müssen wegen der Angebots/Nachfragerelation. Deshalb bin ich der Meinung, dass es sich dann oft im Ausbeutung handelt.Dietrich hat geschrieben:Ausserdem loest sich z.B. das Problem mit den Langzeitpraktikanten auch nur dadurch, dass a) ein normaler Arbeiter wieder bezahlbar ist (Nebenkosten) und b) dadurch mehr Arbeitsplaetze entstehen und dann keiner gezwungen ist, solche Stellen anzunehmen.
Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Ich will nicht alle Arbeitgeber als Ausbeuter über einen Kamm scheren, noch nicht einmal die Mehrzahl. Aber schlechte Beispiele fallen mir zu genüge ein.
Wenn ich über die Sozialpolitik das Sagen hätte, ich würde (spontane Gedanken) beispielsweise folgendes tun:
- keinerlei nicht verwendungsbezogene Geldleistungen an unter 40-jährige; aber nur in Verbindung mit einem gesetzlicher Mindestlohn!
- Kapitalmarkt beim Handel mit Drittstaaten reglementieren
- Europäische Eingung stärker vollenden, um hier für homogene Verhältnisse zu sorgen; andererseits vorerst von weiteren Neuaufnahmen absehen.
- global Produktions- und Produktstandards homogenisieren
- ...
Aber alleine dadurch, dass man arbeitsfähigen Leuten mal ordentlich Feuer unterm Hintern macht, kriegt man die Probleme langfristig nicht in den Griff. Man müsste sich vielmehr darauf einigen (z.B. durch die angesprochene Vereinheitlichung von produktionsstandards) und vor allem auch dafür sorgen, dass es keiner nötig hat, von seinem "Sitz" aufstehen zu müssen.
Werde ich diesmal von der Stempel des vernagelten Sozialisten verschont, den Du mir vorhin auf die Stirn geknallt hast?
P.S.: Kennt jemand "Reisebericht eines T-Shirts"?

