... die haben Freitag abend frei bekommen!klaupe hat geschrieben: Ach, was wären die jetzt alle glücklich, wenn es die perfekte Überwachung gäbe, vielleicht sogar paar Handy-Mitschnitte und 1/2 Dutzend KGB-Schnüffler als Augenzeugen![]()
Ich habe ehrlich gesagt keinen ernsthaften Zweifel das Nemzov üblicher Weise überwacht wurde. Putin ist ein Kontrollfreak und überlässt nix dem Zufall, das muss man immer im Hinterkopf behalten. Er führt den Ukrainekkonflikt aus innenpolitischen Motiven, weil er keine orangene Revolution vor der Haustüre möchte. Nemzow war aber einer der wichtigsten Risikofaktoren für genau eine solche Revolution, daher aus Sicht Putins ein Staatsfeind und genauso gefährlich für ihn wie der Euromaidan selbst.
Nun stand für Sonntag der lange und mühsam eingefädelte Frühlingsmarsch an, da wird eine Kontrollfreak wie Putin mit eindeutigem Hang zu Geheimdienstmethoden doch nicht einen Nemzow machen lassen was er will, ohne ihn im Auge zu behalten. Wer das glaubt ist naiv. Putin destabilisiert ein ganzes Nachbarland nur um seinen Bürgern vorzugaukeln, wie ungesund ein freier Wille sein kann, da wird er doch wohl einen der Rädelsführer für einen etwaigen Aufstand im eigenen Land nur wenige Stunden vor einer größeren Demonstration nicht unbeobachtet herumspazieren lassen. Auch ein Land wie die Bundesrepublik würde den Anführer einer für verfassungsfeindlich gehaltenen Bewegung durch den Verfassungsschutz beschatten, wenn gerade eine große Aktion auf dem Plan steht (Siehe NSU und die unsägliche Rolle des Verfassungsschutzes). Für Putin ist der Euromaidan so wie für uns die NSU ist. Damit ist doch alles gesagt und der russische Geheimdienst unterliegt noch viel weniger einer parlamentarischen Kontrolle.
Hier ein Interessantes Interview mit Nemzow, dass die Novaya Gazeta nachveröffentlich hat:
http://en.novayagazeta.ru/politics/67524.html
Letzte Frage im Interview:
Boris, and what about leaving the country?
— Well, I have made no decisions for myself. Many have left. Guriyev left, Kasparov left, Rybachenko left, Suren Gazaryan left, another dozen of people left. I'm just going to work in the Yaroslavl oblast Duma, I am still its member — just in case. You must understand that they will not make me silent in such a way, simply will not be able. Listen, I've spent all my life doing it, and now all of a sudden I must be silent? It does not happen like this. With me, at least. But I must take into consideration that they can do anything — that's for sure.


